Harthausen
Startschuss für Bürgerbus: So funktioniert der Busservice
Bürgermeister Rainer Schaust (CDU) zeigt sich bei der Vorstellung von Crew, Bus und Angebot am Donnerstag am Busstandplatz vor der Karl-Hufnagel-Schule immer noch etwas ungläubig: „Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass das so schnell geht, dass wir jetzt schon ein Team von Fahrern haben und den Service anbieten können.“ Hubert Weimann aus Harthausen habe ihm Ende 2024 angeboten, ein System mit dem von der Gemeinde geleasten Wagen – einem Sprinter mit neun Plätzen – für den Service aufzubauen.
Nach einer Info in der Dezembersitzung des Rates habe sich flugs ein Männer-Quintett mit Interesse am Fahrdienst gemeldet. Anfang Januar folgte das erste Treffen. Alle fünf sind nicht mehr berufstätig, wollen sich ehrenamtlich engagieren und sitzen gerne am Steuer, wie sie im Gespräch mit der RHEINPFALZ offenbaren. „Ich habe schon beruflich immer gerne ältere Menschen beraten“, sagt Bürgerbus-Pilot Karlheinz „Charly“ Schreiner. „Jetzt will ich auf diese Art der Gesellschaft etwas zurückgeben.“ Seine Kollegen sehen das genauso. „Ich mache das ehrenamtlich, weil so etwas sinnvoll und notwendig ist“, ergänzt Roland Klesse. Berthold Steiger und Peter Hesse komplettieren aktuell das Fahrerteam.
Mehr als Einkaufsfahrten
Das Quintett ist inzwischen auf das Fahrzeug eingewiesen, hat Probefahrten unternommen, untereinander die Absprachen für ihren Dienstplan und die jeweilige Übergabe des Wagens geklärt und steht zum Einsteigen bereit. Sven Remler vom Bauhof der Gemeinde macht den Bus startklar. Er verwaltet Schlüssel und Fahrtenbuch, sieht am Standort des Busses nach dem Rechten und ist Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Busnutzung.
„Mittwochs geht nichts, da sind alle fünf Senioren noch anderweitig engagiert“, betont Bürgermeister Schaust. Die Harthausener haben sich auch in Römerberg schlau gemacht, wo ein umfangreiches Angebot gefahren wird – unter anderem mit Fahrten von Senioren zum Arzt. „Dort haben wir viel nützliche Hinweise bekommen“, verrät Weimann. Aber das alles können wir noch nicht anbieten. Gleichwohl ist schon mehr als nur Einkaufsfahrten im Angebot.
Einmal die Woche bringt der Bus Bewohner des Seniorenheims Haus Theresa in fachlicher Begleitung durch Personal des Hauses zum Bummeln und Kaffeetrinken nach Speyer. „Das Haus hat sich sehr über das Angebot gefreut“, berichtet Schaust. Bei der ersten Fahrt am Dienstag, 11. März, steuert Weinmann den Bus in die Domstadt. Fahrten zu Seniorennachmittagen könnten ebenfalls ein Thema werden. Schon länger können Vereine den Bürgerbus für Wochenendtouren mieten. Sie müssen aber selbst fahren, den Treibstoff zahlen und früh buchen.
Zeitige Anmeldung wichtig
Zunächst beginnt am 6. März der regelmäßige Bürgerbusservice für Senioren und Personen mit eingeschränkter Mobilität. Start ist jede Woche donnerstags um 9 Uhr. Die Fahrgäste werden zu Hause abgeholt und dorthin wieder zurückgebracht. Eine rechtzeitige Anmeldung bei der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen ist entscheidend: immer bis zum Montag vorher um 12 Uhr. „Je nachdem, wie hoch die Nachfrage ist, pendelt der Bus dann mehrmals hin und her“, betonen Schaust und Weimann. Ziel der Fahrten ist zunächst Dudenhofen mit den dortigen Lebensmittelmärkten, Banken, Apotheken und dem Rathaus in der Ortsmitte. „Bei Bedarf fahren wir auch mal nach Schwegenheim“, so die Fahrer. „Das muss und wird sich einspielen“, ist das Team überzeugt.
Finanziert werden Leasinggebühr und Sprit von der Gemeinde über die Betriebskosten. Fahrer und Fahrgäste sind versichert. Einen Beförderungsschein benötigen die Fahrer nicht, weil es kein kommerzielles Angebot ist, versichern Schaust und Remler.
Noch Fragen?
Die nächsten Fahrten nach der Premiere sind am 13., 20. und 27. März. Anmeldungen per E-Mail an buergerbus.harthausen@vgrd.de oder unter 0152 07248096.