Vor der Wahl im Porträt RHEINPFALZ Plus Artikel SPD-Ortsbürgermeisterkandidatin Bianca Staßen: Offen und kommunikativ

Will Otterstadt voranbringen: Bianca Staßen.
Will Otterstadt voranbringen: Bianca Staßen.

„Wenn man etwas verändern möchte, dann muss man sich engagieren.“ Mit diesem Satz begründet SPD-Politikerin Bianca Staßen, warum sie Ortsbürgermeisterin von Otterstadt werden will.

Otterstadt ist nicht schlecht. Es herrscht aber Stillstand. Es gibt viel, was ich mit den Bürgern voranbringen möchte“, sagt Bianca Staßen. Die SPD-Politikerin kandidiert zum zweiten Mal für das Ortsbürgermeister-Amt. Sie sieht vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit Potenzial nach oben. „Ich möchte Otterstadt gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen attraktiver machen“, sagt sie und nennt als Ideen erweiterte Öffnungszeiten des Jugendhauses – „auch mal samstags“ – sowie Kino-, Bastel- und Theateraktionen.

Auf ihrer Agenda steht ebenso das Ziel, dass Menschen im Alter gut in Otterstadt leben können. Ein Vorhaben, das bereits angestoßen ist. „Es gibt so viele Menschen, die allein in einem Haus leben, das für sie eigentlich zu groß ist. Sie finden aber keine kleinere Wohnung in Otterstadt“, sagt Staßen. Die SPD-Politikern macht außerdem darauf aufmerksam, dass mit dem Ottermarkt mehr als nur ein Supermarkt, sondern das Kommunikationszentrum in der Dorfmitte geschlossen wurde. Deswegen wünscht sich Staßen – in Absprache mit der Eigentümerfamilie – wieder eine Einkaufsmöglichkeit und damit einen Treffpunkt zum Erzählen. Staßen kann sich einen digitalen Supermarkt oder einen Wochenmarkt vorstellen.

„Man kann durch Reden viel erreichen“

Sie sprüht vor Ideen, möchte aber – soweit möglich – immer die Bürger beteiligen, durch Formate wie Bürgerversammlungen, Workshops und Umfragen. „Meine Ideen sind nicht das Nonplusultra. Ich möchte die Bürger mit einbeziehen“, sagt Staßen. Die 47-Jährige beschreibt sich selbst als offen und kommunikativ und möchte diese Fähigkeit als Ortsbürgermeisterin nutzen.

Wenn sie am 9. Juni gewählt werden würde, will sie schnell das Gespräch mit dem Land suchen, um zu eruieren, wie der Deich auf der ursprünglichen Linie ausgebaut werden kann. Ein ähnliches Vorgehen stellt sie sich mit dem Erdöl-Konsortium vor, um zu erörtern, ob für die Bohrung nicht ein anderer Standort möglich wäre. „Man kann durch Reden sehr viel erreichen“, ist Staßen überzeugt. Bei der Konversion der ehemaligen Kurpfalzkaserne möchte sie „aufpassen, dass Speyer nicht über unsere Köpfe hinweg entscheidet“. Ihr schwebt dort – wie es in den Plänen bereits angedacht ist – ein „Vorzeigegewerbegebiet in Sachen Klimaschutz und Entwässerung“ vor.

Vereine, Familien und Klima im Blick

Das Dorf möchte Staßen ebenfalls für den Klimawandel rüsten. Sie will zusätzliche Sitzgelegenheiten, damit sich ältere Menschen bei hohen Temperaturen ausruhen können, sowie mehr Verschattung im Ort. „Jeder Baum, der gepflanzt wird, hilft, das Mikroklima zu verbessern“, sagt die 47-Jährige und wirbt für Begrünung an Häusern, die gleichzeitig die Insektenvielfalt fördere. Am Herzen liegen Staßen auch die Vereine, die sie durch eine Ehrenamtsbörse besser vernetzen möchte. Außerdem will sie „dringend dafür sorgen“, dass ausreichend Kita-Plätze – auch für Kinder ab einem Jahr – vorhanden sind, weil sie davon überzeugt ist, dass sich die Dorfgemeinschaft durch den demografischen Wandel verjüngt.

Die SPD-Politikerin will dabei ihre Erfahrungen als Erste Beigeordnete des Rhein-Pfalz-Kreises einbringen. Das Amt, in dem sie unter anderem für Jugend, Senioren und Soziales zuständig ist, hat sie noch bis zu den Wahlen innen. Danach entscheidet der neue Kreistag über die Beigeordneten-Posten, Staßen strebt das Amt erneut an. Sie habe dadurch kennengelernt, „was in anderen Gemeinden möglich ist“ und bereits erfahren, wie Verwaltung funktioniert. „Für mich ist das kein Kulturschock mehr“, sagt Staßen. Sie arbeitet hauptberuflich als Lehrerin an der IGS in Speyer und sieht vor, ihre Stundenzahl für das Ortsbürgermeister-Amt zu reduzieren.

Zur Person

Bianca Staßen ist 47 Jahre alt, hat einen Lebensgefährten und eine Tochter. Zu ihren Hobbys zählen Rad- und Motorradfahren, wandern, lesen sowie Freunde treffen. Der SPD gehört sie seit 2011 an, sitzt seitdem im Ortsgemeinderat und ist außerdem im Verbandsgemeinderat- und Kreistag vertreten sowie seit 2019 Erste Kreisbeigeordnete.

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