Römerberg
Spatenstich: Neue Kita soll Betreuungssituation entspannen
Mike Krügers Song „Bodo mit dem Bagger“ schallt am Freitagvormittag über die derzeit größte Baustelle in Berghausen aus einem Lautsprecher. Mitgebracht haben ihn die Kinder der Kita am Tafelsbrunnen, die sich mit kleinen Schaufeln und Helmen auf den aufgehäuften Sandhügel stürzen. Die Kinder dürfen heute schon einmal in Augenschein nehmen, wo ihre Kita-Gruppe, die derzeit in einer provisorischen Einrichtung zwischen Römerberg und Speyer untergebracht ist, einmal eine dauerhafte Bleibe finden soll.
Römerbergs Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) freut sich, dass es endlich losgeht: „Ich bin im sechsten Jahr Bürgermeister und habe noch keinen Spatenstich erlebt“, sagt er. Dann blickt er noch einmal kurz zurück auf den langen Vorlauf, bis es endlich losgehen konnte mit dem Bau der fünfgruppigen Kita neben der Grundschule in Berghausen, die die Betreuungssituation im Ort entspannen soll. Den Beschluss, diese zu bauen, habe der Ortsgemeinderat bereits im Jahr 2018 gefasst. Dann habe es aber Verzögerungen aus verschiedenen Grünen gegeben, zum Beispiel durch die vorgeschriebene Erstellung eines Lärmgutachtens, für das nur schwer Fachbüros zu bekommen seien. Architektenleistungen hätten europaweit ausgeschrieben werden müssen. Und zuletzt musste die Gemeinde noch auf die Baugenehmigung der Kreisverwaltung warten.
Vorarbeiten laufen
Doch seit einigen Wochen laufen nun endlich die Vorarbeiten für den Bau der fünfgruppigen Kita, die in kommunale Trägerschaft kommen wird. Sie soll einmal Platz für bis zu 100 Kinder bieten. Geplant ist ein zweistöckiges Gebäude, die Zufahrt ist von der Gartenstraße aus möglich. Die Gebäudefront ist nach Süden gerichtet, so dass der Bau als Lärmschutz für die Nachbarn wirkt, wenn die Kinder auf dem rund 1500 Quadratmeter großen Außengelände spielen.
Spielende Kinder soll es ab dem Sommer 2026 in der neuen Kita geben, nachdem das Gebäude hoffentlich im Mai kommenden Jahres fertiggestellt ist, sagt der Bürgermeister. Allerdings könne es immer sein, dass Unvorhergesehenes die Arbeiten verzögere. Die Naturkita am Tafelsbrunnen soll dann in den neuen Kindergarten überführt werden, der Mietvertrag für das derzeit genutzte Gebäude beendet werden. Auch die neue Kita soll laut Hoffmann einen Naturschwerpunkt bekommen. Welchen Namen die Einrichtung trägt, sollen dann Kinder, Eltern und Gemeinde gemeinsam festlegen.
Verantwortlich für den Bau ist das Mannheimer Architekturbüro Kaupp und Franck, das nach eigenen Angaben in den vergangenen zwölf Jahren schon Erfahrung mit Kita-Projekten gesammelt hat. Architekt Christian Franck, der zum Spatenstich gekommen ist, bekennt: „Das Warten auf die Baugenehmigung hat Nerven gekostet.“ Nun blickt er aber in die Zukunft, auf ein „technisch innovatives Gebäude“, das in Berghausen entstehe. Erdwärme soll für die richtige Temperatur in der Kita sorgen. Dafür würden rund 30 Erdsonden eingesetzt, die aus bis zu 70 Metern Tiefe Wärme gewinnt. Im Sommer könne die Kita damit auch gekühlt werden, erläutert Franck im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Für die Nachbarn biete die Technik den Vorteil, dass sie viel geräuschärmer sei als übliche Luftwärmepumpen. Sie benötige außerdem deutlich weniger Strom. Mit dem Rohbau soll es in zirka drei Wochen losgehen, informiert Bauleiterin Julia Heinze. Bis dahin werden unter anderem Abwasserleitungen verlegt und andere Vorarbeiten erledigt.
Bürgermeister Hoffmann ist zuversichtlich, dass das Ziel erreicht werde, bei den Baukosten die Marke von sechs Millionen Euro nicht zu überschreiten. Der Landkreis übernehme 40 Prozent der zuschussfähigen Kosten, erläutert er. Außerdem gebe es Zuschüsse vom Land, so dass nach Hoffmanns Schätzung zirka die Hälfte der Kosten an der Gemeinde hängenbleibt.