Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Spargelfest: Hüterin des weißen Goldes

Getrud Krüger kümmert sich um alles, was mit dem Spargel zu tun hat. Neu dieses Jahr: Spargel-Flammkuchen.
Getrud Krüger kümmert sich um alles, was mit dem Spargel zu tun hat. Neu dieses Jahr: Spargel-Flammkuchen.

Am Wochenende ist in Dudenhofen Spargelfest gefeiert worden. Seit 15 Jahren kümmert sich Gertrud Krüger für den FV Dudenhofen um das „weiße Gold“.

„Die Planungen für das nächste Spargelfest fangen direkt nach dem Ende des jetzigen an“, sagt Krüger und lächelt. Die lange To-do-Liste wird modifiziert, die Organisation überdacht. Praktisch: Ihr Lebensgefährte Roland Claus ist mittlerweile Vorsitzender des Ortskartells, so dass Absprachen auf kurzem Dienstweg erledigt werden können. Orientieren kann sich Krüger bei der Vorbestellung des Spargels natürlich zusätzlich am Verkauf der Vorjahre. „Etwa vier Wochen vor dem Fest geben wir unsere Bestellung auf“, erzählt sie. Unter den Dudenhofener Landwirten wird dabei abgewechselt. Dass diese flexibel sind, was die Mengen angeht, kommt der Organisatorin entgegen.

Auf zwei Fuhren werden die Spargel am Wochenende schließlich zum Waldfestplatz gebracht. Dort findet das Fest seit einigen Jahren statt. Der FVD ist dabei der größte Anbieter und der einzige, der dem beliebten Stangengemüse huldigt. Dass dieses mittlerweile bereits beim Eintreffen geschält ist, bedeutet eine riesige Erleichterung für Krüger und ihr Team. Und noch etwas verschafft der Ehrenamtlichen mittlerweile mehr Raum für andere Handgriffe. „Früher“, denkt Krüger zurück, „habe ich die Spargel alle selbst abgekocht. Heute übernimmt das unser Koch Carsten Henn.“

Hand anlegen müssen Krüger und einige Helferinnen immer noch. Und zwar dann, wenn es um die Vorbereitung der Spargelpfanne geht, die in einem riesigen Behältnis auf dem Platz zubereitet wird. „Donnerstags trifft sich seit Jahren eine Frauenriege, um alles zu schnippeln“, verrät Krüger. Nicht nur die Spargel, sondern auch Paprika und Schalotte werden zerkleinert und portioniert. „Alles wird abgewogen und in Tüten verpackt, so dass immer die gleiche Menge von allem in die Pfanne kommt“, erklärt Krüger. Das Konzept funktioniert seit Jahren. Ebenso lange hat Thomas Wilhelm von der AH den Kochlöffel in der Hand.

Weil das Spargelgemüse mit Pfannkuchen so viel Arbeit macht, ist es in diesem Jahr nur sonntags auf der Speisekarte zu finden gewesen. Ganz streichen lassen wollte sich Krüger das beliebte Essen nicht. „Da habe ich mein Veto eingelegt“, betont sie lachend. Schließlich ist die Zubereitung längst weniger aufwendig als früher. „Anfangs haben wir die Pfannkuchen noch selbst gemacht. Jetzt kaufen wir sie fertig“, sagt Krüger.

Zig Rollen Kleingeld

Längst ist sie nicht nur „Spargelbeauftragte“ während der Festtage. Um 25 Kassen kümmert sie sich ebenfalls. Auch hier macht die Genauigkeit die gute Arbeit aus. 60 Rollen mit Kleingeld müssen rechtzeitig vorbestellt werden – ein schwerwiegendes Unterfangen im wahren Wortsinn. Die Einnahmen werden später zunächst in Tüten abgefüllt und mit Zetteln versehen. Auf denen ist vermerkt, von welchem Stand des FVD das Geld herkommt, um Rückschlüsse auf den Verkauf zu haben.

Irgendwann möchte Krüger ihre Arbeit abgeben. Eine Nachfolge, ist sie sicher, werde es geben. Noch ist aber kein Ende in Sicht. „Ich mach’s mit Herzblut und viel Freude“, unterstreicht sie. Helfer wie sie waren am Wochenende überall beim Spargelfest im Einsatz, sei es bei der Glückswerkstatt am Spießbratengrill, bei der HSG Dudenhofen-Schifferstadt an der Cocktailbar oder bei der KFD zum sonntäglichen Kuchenverkauf. Vielfalt gab es nicht nur kulinarisch, sondern auch bei der Unterhaltung: Kinderolympiade, Live-Musik und Schaustellerstände ergänzten das Angebot über die Festtage im Zeichen des weißen Goldes von Dudenhofen.

x