Rhein-Pfalz Kreis Späte Kür, eiliger Wahlkampf

SCHIFFERSTADT/SPEYER. Mit 58 Ja- und fünf Nein-Stimmen ist am Montagabend Reinhard Oelbermann (60, Dudenhofen) zum Direktkandidaten der CDU für die Landtagswahl am 13. März 2016 im Wahlkreis Speyer/Schifferstadt gewählt worden. Der im April nominierte Axel Wilke hatte seine Bewerbung wegen der Diskussionen um einen Sparkassen-Kredit an seine Tochter zurückgezogen (wir berichteten).
„Die heutige Sitzung ist nicht geeignet für einen Meinungsaustausch über diese Situation“, hatte Helmut Pfaff, CDU-Vorsitzender im Rhein-Pfalz-Kreis, vorgegeben. Kritik an Wilke war in der Folge keine zu hören: Stattdessen gab es viel Dank für Wilkes in zehn Jahren in Mainz geleistete Arbeit, „Respekt, dass er den Weg freigemacht hat, um keine Angriffsfläche zu bieten“ (Pfaff), außerdem Seitenhiebe gegen den Informanten, der mit der Weitergabe geheimer Sparkassen-Papiere die Debatte um Wilke ins Rollen gebracht habe, sowie gegen die Medien, die die Privatsphäre des 52-jährigen Notars aus Speyer nicht geachtet hätten. Wilke war denn auch der Erste, der Oelbermann zu seiner Wahl gratulierte. Der Buchhändler hatte sich als Mann aus dem Mittelstand mit viel Erfahrung und Engagement vorgestellt, der an diesem Abend zwar „keine Detailanalysen über rheinland-pfälzische Regierungsfehler in den vergangenen 25 Jahren“ bieten könne. Mit Beispielen aus der Schul-, Flüchtlings- sowie Verkehrspolitik erwähnte er dennoch Alternativen. Mit einer CDU-Landesregierung unter Julia Klöckner würde in Mainz „endlich wieder Vernunft einziehen“, sagte Oelbermann. Seine Vorzüge aus der Kommunalpolitik, sich nicht verbiegen zu lassen, aber täglich bereit zu sein, dazuzulernen, wolle er aufs Land übertragen. Oelbermann bat die Delegierten um Unterstützung im Wahlkampf, der wegen der späten Nominierung mit besonderer Eile geführt werden müsse. Seine Maxime dabei sei Fairness. Ein Slogan für seine Kandidatur werde noch gesucht. „Dies wird ein anderer Wahlkampf werden, ich verspüre einen verstärkten Willen in der Partei“, betonte Pfaff. Auf Anfrage sagte er, dass Oelbermann bei der Aufstellung der Landesliste am Samstag wohl nur mit einem hinteren Platz rechnen kann und für ein Landtagsmandat auf den Erfolg im Wahlkreis angewiesen sein wird. Als Nachrücker-Kandidat ist Michael Wagner (55) gewählt worden, der seit 2007 die Speyerer CDU führt. Er erhielt 58 Ja- bei drei Nein-Stimmen. (Archivfoto: Lenz)