Mutterstadt
Sozialer Wohnungsbau: Neues Image für den Brunnensee
So konnte gestern mit dem Abriss des Terrassenbelags im Obergeschoss der Neuen Pforte begonnen werden. Die Terrasse (wie das Gebäude überhaupt) ist baufällig, die Renovierung bereits geplant. Der desolate Zustand der Terrasse war in den vergangenen Jahren der Grund, warum bei Regen in der darunterliegenden Bibliothek Eimer aufgestellt werden mussten, um das reintröpfelnde Regenwasser aufzufangen, berichtete Bürgermeistern Hans-Dieter Schneider (SPD). Die Sanierung wurde ausgeschrieben, der günstigste Bieter für die Abrissarbeiten wollte aber gern sofort loslegen. Das war nun möglich, nachdem im Rat der Auftrag für gut 22.100 Euro einstimmig beschlossen wurde. Die Auftragsvergabe für den Terrassen-Neubau für 102.500 Euro wurde ebenfalls einstimmig beschlossen.
Inbegriff des sozialen Abstiegs
Einem weiteren Schritt für den Neubau von Sozialwohnungen stimmten ebenfalls alle Ratsmitglieder zu: Für gut 168.000 Euro übernimmt das Architektenbüro Bedner die Planung der neuen Sozialwohnungen in der Bleichstraße 6. Den Mutterstadtern ist die Wohnanlage besser bekannt unter dem Namen Brunnensee, sie ist im Dorf der Inbegriff des sozialen Abstiegs. Die Gemeinde möchte die Anlage neu bauen – und damit auch weg vom Ghetto-Image kommen, erklärte der Bürgermeister. Dafür ist nach ersten Konzepten ein Abriss der 18 Wohnungen geplant. Schon vor etwa zehn Jahren wurde die Bebauung entzerrt und einer von drei Wohnblöcken abgerissen. In Zukunft – so die Idee – soll dann nur ein längerer, aber dafür zweigeschossiger Bau entstehen, der Raum für mehr Wohnungen bieten könnte. „So wäre auf dem Gelände mehr Platz, auch für mehr Begrünung“, sagte Schneider. Vor allem aber soll der in einfachster Weise in den 1960er-Jahren erstellte Bau wohntechnisch verbessert werden. Im Bauausschuss konnten die Fraktionen auch schon Vorschläge dafür machen: „Barrierefreiheit und energetische Standards wie Null-Energie-Haus waren da die Themen“, berichtete der Bürgermeister. Er betonte jedoch, dass das Konzept noch im Detail besprochen werde. „Dann werden auch die Bewohner beteiligt.“ Denn: Fast alle Wohnungen sind derzeit vermietet. Aber lange vor sich herschieben wolle man das Projekt nicht – in Hinblick auf den Bedarf an sozialen Wohnungen und Notunterkünften soll es in den nächsten zwei Jahren umgesetzt werden.
Marginal günstiger
Die Bauarbeiten für die Erweiterung des Regenrückhaltebeckens an der Integrierten Gesamtschule (IGS) schreiten voran, dennoch möchte man vom Plan abweichen. Anstatt das neue Ablaufkanalrohr mittels eines offenen Grabens zu verlegen, soll das eine sogenannte Rohvertriebsmaschine erledigen. Die bohrt sich durch den Untergrund, in dem dann der Kanal verlegt werden kann. Die Vorteile seien vielfältig, erläuterte Bauamtsleiter Sven Lehmann in der Sitzung. Es müsse nicht so viel Erde bewegt werden, was oft Überraschungen und Unwägbarkeiten berge. Die Umgebung werde aufgrund der wegfallenden Erdarbeiten „weniger belästigt“. Und es wird unterm Strich günstiger, wenn auch nur marginal: Das Auftragsvolumen von 2,9 Millionen Euro reduziert sich um gut 1400 Euro. Der Rat war sich über das vorgeschlagene Verfahren einig.