Limburgerhof
Sozialer Wohnungsbau: 24 Mieter können einziehen
Zwölf Wohnungen, alle 60 Quadratmeter groß, barrierefrei und für zwei Personen gedacht, sind in 14 Monaten Bauzeit in der Goethestraße 2a in Limburgerhof entstanden – und werden von Menschen bezogen, die nur ein kleines oder mittleres Einkommen haben. Dass schon mit Bekanntgabe des Baus vor mehr als zwei Jahren die Wohnungen weggingen wie warme Semmel, zeigt deutlich, wie groß der Bedarf an günstigem Wohnraum ist. Die jüngste Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine verdeutlicht es noch einmal – sozialer Wohnraum und Quartiere für „Gestrandete“ in den Kreisgemeinden sind rar. Und so hat auch die Gemeinde Limburgerhof in diesem Mehrfamilienhaus eine Wohnung gemietet, um ukrainischen Flüchtlingen eine vorübergehende Bleibe zu geben.
Um zu zeigen, wie die Wohnungen ausschauen, führt Volker Spindler, Geschäftsführer des Kreiswohnungsverbands, die Bürgermeister – gekommen waren neben Ortschef Andreas Poignée (CDU) auch seine Kollegen aus den umliegenden Gemeinden – in eine rollstuhlgerechte Erdgeschoss-Wohnung. Anerkennendes Kopfnicken für das moderne große Bad. Spindler erklärt die Größe: „Ein Rollstuhlfahrer muss sich darin frei bewegen können.“ Das sei eines der Kriterien, um Förderung von Land und Bund zu bekommen. Doch spätestens im offenen Wohnzimmer, in das auch die Küche eingebaut und ein Esstisch untergebracht werden müssen, wird klar, dass 60 Quadratmeter für Rollstuhlfahrer und Behinderte knapp bemessen sind. „Hier muss dringend bei den Förderrichtlinien nachbessert werden“, sagt Gero Höfer, der Architekt des Neubaus.
Geld sparen mit Solarstrom
Jetzt, wo der Bau fertig ist, strahlen Landrat Clemens Körner (CDU) und Spindler mit der Frühlingssonne um die Wette. Besonders stolz ist der Kreiswohnungsverbands-Chef auf die moderne Heiztechnik mit Geothermie ohne fossile Brennstoffe – „innovativ vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten“, sagt er. Fotovoltaik-Anlagen erzeugen einen Teil des Stroms für die Wärmepumpe und den Verbrauch der Mieter, installiert haben diese komplexe Anlage die Experten der Stadtwerke Schifferstadt. Damit könne das sogenannte Mieter-Strom-Modell angewandt werden. Dabei spart der, der dann Strom verbraucht, wenn die Solaranlage produktiv ist, also tagsüber. Entscheiden sich die Mieter für die Stadtwerke als Stromanbieter, zahlen sie eine Pauschale von einem Euro pro Quadratmeter im Monat.
Insgesamt hat der Bau rund zwei Millionen Euro gekostet, etwa 200.000 Euro gab es vom Land als Tilgungszuschuss und einen zinslosen Kredit. Die Förderung bindet den Kreiswohnungsverband zunächst, dort Mieter mit Wohnberechtigungsschein unterzubringen, bei 60 Quadratmetern sind das zwei Personen oder eine Person mit Rollstuhl. Spindler ist sich sicher, dass sich die Wohnungen nach der Bindungsfrist sehr gut an alleinstehende Personen mit geringem (Renten-)Einkommen vermieten lassen. Der nächste Neubau des KWV ist in Sichtweite und auch bald fertig: Ein Mehrfamilienhaus im Mühlweg, das ebenso im Zuge der Nachverdichtung auf Gartengrundstücken gebaut wurde. Auch dieses hat zwölf Wohnungen, jedoch auch Dreizimmerwohnungen.