VG Lambsheim-Hessheim RHEINPFALZ Plus Artikel So energieeffizient sind die Straßenlampen in den Ortsgemeinden

In Kleinniedesheim sind noch viele Natriumdampflampen in Betrieb, die orange-gelb leuchten.
In Kleinniedesheim sind noch viele Natriumdampflampen in Betrieb, die orange-gelb leuchten.

Bis zu 50 Prozent der Stromkosten einer Kommune kann die Straßenbeleuchtung ausmachen – je nachdem, wie effizient die Lampen sind. In der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim werden die Straßenlampen deshalb nach und nach umgerüstet. Einige Ortsgemeinden sind dabei schon weiter als andere.

Licht ist nicht gleich Licht. Das macht Maria Elmer, die Klimaschutzmanagerin der Verbandsgemeinde (VG) Lambsheim-Heßheim, in ihrem Bericht zur „Umstellung der Leuchtmittelarten im Straßenverkehr“ deutlich. Auf ganz unterschiedlichem technischen Stand – und damit mit unterschiedlichen Ökobilanzen – können die Leuchtmittel in den Lampen sein. Nicht alle müssten zwingend ausgetauscht werden.

Gefährlich für Insekten

Klassische Leuchtstoffröhren, Natriumdampflampen sowie Sparlampen müsse man nur austauschen, wenn sie kaputt seien. „Das würde sonst mehr Ressourcen verschwenden, als wenn sie weiterleuchteten“, erklärt Elmer. Anders ist das bei zwei weiteren Lampenarten, die in der VG noch immer für die Straßenbeleuchtung sorgen: Lampen, die unter Hochdruck mit Natrium- oder Quecksilberdampf betrieben werden, müssen dringend ausgetauscht werden.

Gesehen hat die sicher schon jeder einmal: Das sind die Straßenlaternen, die ein sehr weißes (Quecksilberdampf) oder ein sehr gelbes Licht (Natriumdampf) machen und immer ein bisschen brauchen, bis sie komplett angegangen sind. Ihre Betriebstemperaturen sind besonders hoch, liegen oft bei rund 300 Grad. Und im Inneren herrscht ein großer Druck – deshalb auch der Begriff Hochdrucklampe. Sie sind für nachtaktive Insekten gefährlich und gelten als besonders ineffizient.

„Wünschenswert“ ist laut Elmer dagegen die LED-Lampe. „Sie spart Energie und Kosten und reduziert auch die Lichtverschmutzung in den Ortsgemeinden.“ Die Ortsgemeinden befinden sich größtenteils aber noch in der Umsetzungsphase der Umstellung auf LED-Lampen.

Jede vierte Lampe umgerüstet

Wer hat bis jetzt das effizienteste, das „grünste“ Licht in der VG? Ein Blick in Elmers Auswertung zeigt: 39 Prozent aller Straßenlampen in Großniedesheim laufen bereits mit der LED-Technik. 28 Prozent, also mehr als jede vierte Lampe, sind in Beindersheim schon umgerüstet worden. In Heuchelheim und Heßheim sind nur sieben beziehungsweise neun Prozent auf LED umgestellt. Das Schlusslicht bildet Kleinniedesheim. In der mit 128 Anlagen ausgestatteten kleinsten Ortsgemeinde der VG leuchten noch 112 Natriumdampflampen und 16 Natriumdampf-Hochdrucklampen.

Die Anzahl der Lampen, die laut Elmer „dringend ausgetauscht“ werden müssen, variiert von Dorf zu Dorf. In Beindersheim gehören 141 von 469 – also fast jede dritte Lampe – zu dieser Gruppe. In Heßheim sind es 27 Prozent (136 von 476 Lampen). In Großniedesheim leuchten lediglich 18 von 202 Straßenlampen mit Quecksilberdampf. In Heuchelheim sind es acht Natrium- und Quecksilberdampf-Hochdrucklampen von insgesamt 258.

In einer Gemeinde nur noch LED

Ganz vorne in Sachen energieeffiziente und umweltfreundliche Straßenbeleuchtung ist die mit Abstand größte Ortsgemeinde Lambsheim. Wie VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD) mitteilt, ist dort die Umstellung bereits über die wiederkehrenden Ausbaubeiträge erfolgt. In Lambsheim leuchten ausschließlich LED-Lampen.

Mit Blick auf den Stromverbrauch – und damit letztlich auch auf die Kosten – gibt es wegen der Umstellung auf effizientere Lampen gute Nachrichten. In Heßheim, Beindersheim, Groß- und Kleinniedesheim und Heuchelheim konnte der Verbrauch im Jahr 2019 im Vergleich zu 2017 deutlich gesenkt werden, teilweise um fast ein Drittel. So ist der Verbrauch in Großniedesheim mit 29 Prozent weniger im Vergleich zu 2017 am meisten gesunken. In Beindersheim sind es 15 Prozent, in Heuchelheim rund acht und in Heßheim rund neun Prozent weniger als noch vor zwei Jahren.

Weniger Stromverbrauch gleich weniger Kosten

Für Kleinniedesheim wird der jährliche Stromverbrauch auf rund 41.000 Kilowattstunden (kWh) beziffert. Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht im Durchschnitt rund 5000 kWh pro Jahr. Und auch über Lambsheim, wo ausschließlich LED-Lampen leuchten, sagt Reith: „Die komplette Umstellung der Straßenbeleuchtungsanlage in der Ortsgemeinde Lambsheim führt zu einer erheblichen Stromeinsparung und somit auch Kosteneinsparung.“

Umgerüstet werden die Lampen laut Elmer Schritt für Schritt. Einen festen Zeitplan gebe es nicht, vermutlich werde die Umstellung auf LED-Technik im Zuge der anstehenden Straßenausbauarbeiten gemacht. „Es wäre schön, wenn wir bis 2030 oder 2035 damit durch wären“, meint Elmer.

In der Lambsheimer Hauptstraße leuchtet schon eine umweltfreundlichere LED-Lampe.
In der Lambsheimer Hauptstraße leuchtet schon eine umweltfreundlichere LED-Lampe.
x