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Seniorenbeirat will in Bobenheim-Roxheim ein Reparaturcafé eröffnen
Kaputte Fernseher, Computer und andere Haushaltsgeräte landen oft auf der Sondermülldeponie, weil der Besitzer eine teure Reparatur scheut. Und tatsächlich kommt häufig der Kauf eines neuen Geräts billiger. Doch diese Wegwerfmentalität erzeugt Mengen an Elektroschrott. Dagegen will der Bobenheim-Roxheimer Seniorenbeirat nun ein Zeichen setzen und ein Reparaturcafé ins Leben rufen. Wir haben mit Mitglied Rainer Schiffmann über die Idee gesprochen.
Herr Schiffmann, wie kam der Seniorenbeirat auf die Idee, ein Reparaturcafé zu eröffnen, und was darf man sich darunter vorstellen?
Bundesweit gibt es schon einige Initiativen dieser Art, beispielsweise in der Turbinenhalle des Wormser Energieversorgers EWR. Seniorenbeiratsmitglied Gerhard Schall und ich waren gemeinsam dort und waren von Angebot und Nachfrage positiv überrascht. Den konkreten Anstoß, so etwas auch in Bobenheim-Roxheim zu verwirklichen, haben uns die Ergebnisse unserer Seniorenumfrage im Februar gegeben. Wir haben bei der Auswertung der Umfrage einige neue Erkenntnisse gewonnen. Eine davon lautet: Wir müssen unsere Angebote der Lebenswirklichkeit und den Bedürfnissen der Senioren anpassen. Dabei gilt es, auch neue Wege zu gehen und Angebote zu kreieren, die wir bisher noch nicht im Programm hatten.
Und wie soll das Ganze aussehen und funktionieren ?
Zunächst einmal brauchen und suchen wir handwerklich und technisch begabte Menschen, also Frauen und Männer, die Spaß am Reparieren und Tüfteln haben. Das soll natürlich auf rein ehrenamtlicher Basis sein. In Bobenheim-Roxheim wohnen allein 1800 Menschen, die zwischen 60 und 70 Jahre alt sind. Hier gibt es ein großes Potenzial und sicherlich auch einige Rentner, Menschen mit langjähriger Berufserfahrung, die leidenschaftlich gerne reparieren. Das Angebot richtet sich jedoch an alle Altersparten. Repariert werden soll so ziemlich alles, von der PC-Festplatte bis zum Staubsauger. Vorschrift ist jedoch, dass ein sachverständiger Fachmann, beispielsweise ein Elektromeister oder ein Ingenieur, die reparierten Geräte prüft und quasi abnimmt. Damit haben die ehrenamtlichen Reparateure auch keine Haftungspflicht.
Wann und wo soll das Reparaturcafè stattfinden, und was versprechen Sie sich davon ?
Wir wollen das Ganze einmal monatlich an einem Samstagvormittag durchführen, und zwar im zentral gelegenen Kurpfalztreff neben der Gemeindebücherei. Natürlich gehen wir davon aus, dass die Besitzer der zu reparierenden Geräte diese nicht einfach nur abgeben , sondern bei der Reparatur dabei sind. Die Verweildauer soll mit Kaffee und Kuchen angenehm ausfallen. Im Vorfeld müssten auch Werkzeuge angeschafft werden. Ich sehe in dieser Initiative gleich mehrere positive Aspekte. Die Minderung von Elektroschrott schont wichtige und lebensnotwendige Ressourcen. Ältere Menschen mit kleiner Rente werden finanziell entlastet. Darüber hinaus bildet das Reparaturcafé eine Begegnungsebene für Menschen. Hier können in entspannter Runde Gespräche geführt und Kontakte geknüpft werden.