Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Senioren zeigen kritische Stellen im Straßenverkehr

Hindernis: Auf dem Konrad-Adenauer-Platz bemängeln die Senioren die gepflasterten Mulden.
Hindernis: Auf dem Konrad-Adenauer-Platz bemängeln die Senioren die gepflasterten Mulden.

Auf welche Schwierigkeiten und Hindernisse stoßen Senioren, wenn sie sich durch Dudenhofen bewegen? Das wollte der Seniorenbeirat bei einer Ortsbegehung herausfinden. Um einen möglichst realistischen Eindruck zu bekommen, waren auch eine Rollstuhlfahrerin und eine Seniorin mit Rollator dabei.

Reimund Gebhard ist erst seit gut einem Jahr Bürger von Dudenhofen. Er hat direkt Verantwortung übernommen und ist Vorsitzender des Seniorenbeirats geworden. Vielfach hat er schon erfahren, wo der Schuh drückt. Wo das Problem im Kreuzungsbereich der Neustadter und Landauer Straße liegt, bekommt er bei der Ortsbegehung am Donnerstag hautnah mit.

„Da muss ein Zebrastreifen hin“, sagt Rike Polaschek, Gebhards Stellvertreterin und fährt mit dem Finger in der Luft die Breite der Straße nach. Einen Fußgängerfurt gibt es sehr wohl an der Stelle, die sich ein Grüppchen des Seniorenbeirats gerade intensiv betrachtet. „Aber keine Querungshilfe“, beschreibt Gebhard das Problem, das auch ins Protokoll aufgenommen wird.

Gefahr durch schnelle Autos

Eine Gefahr sieht der Beirat in der Schnelligkeit der vorbeifahrenden Autos. Davon kann Christina Lehmann, Leiterin des Betreuungsdienstes in der Seniorenresidenz St. Sebastian, ein Lied singen. Die Einrichtung liegt unmittelbar vor der Kreuzung in der Speyerer Straße. Spaziergänge mit den Bewohnern werden da zur Herausforderung.

„Halten die Autofahrer an?“, lautet eine Frage aus der Gruppe, die an der Ortsbegehung teilnimmt, beim Anblick der für Fußgänger vorgesehenen Verkehrsinsel in der Mitte der Straße. „Manchmal“, lautet Lehmanns Antwort. Eine Dame am Rollator bestätigt die Schwierigkeit. „Wir müssen uns den Begebenheiten anpassen“, meint sie versöhnlich. „Das gilt aber für alle“, greift Polaschek den Faden auf.

Schon am Konrad-Adenauer-Platz, dem Ausgangspunkt der Ortsbegehung, hat der Seniorenbeirat die ersten Stolperstellen gesichtet. Dort sind zwischen den größeren Platten auch unebene Abschnitte mit kleineren Pflastersteinen zu finden, die von den Mitwirkenden bemängelt werden. Die Probe aufs Exempel wird mit einer Frau im Rollstuhl gemacht, die nur schwer durch die kleine Vertiefung gefahren werden kann.

Auch die Ausfahrt an der Holzstraße, zwischen Rathausplatz und Bürgerhaus, wird in die Liste aufgenommen. Etliche Steine sind locker. „Hier fahren meist Autos drüber“, hat ein Mann beobachtet. „Aber auch Radfahrer“, entgegnet Hans Wels, als Radfahr-Aktivist im Ort bekannt. „Wir wollen den Jungen ein bisschen vorausdenken, weil wir die Erfahrung haben und wissen, worauf es ankommt“, sagt er der RHEINPFALZ bezüglich der Begehung.

Eine solche Aktion werde zum ersten Mal in der Form durchgeführt, berichtet Gebhard. „Es kamen immer wieder Beschwerden wegen schlechter Fußgängerwege, wackeliger Bürgersteige, Parkvergehen und für Rollstühle oder Rollatoren nicht zugänglicher Ecken“, begründet er, weshalb sich der Beirat nun zur Praxisprüfung entschlossen hat. Seine Stellvertreterin ergänzt: „Es sind immer die Verkehrsknotenpunkte, die gefährlich sind.“

Aber auch parkende Autos auf dem Gehweg machen das Passieren für mobil eingeschränkte Menschen schwierig. Ein Beispiel zeigt sich in der Neustadter Straße, schräg gegenüber der katholischen Kirche. Kurz vor der Abfahrt von der Bundesstraße steht ein Lkw, der Blumen geladen hat. Ein weiteres Problem, vor allem, weil der Standort ohnehin für gehgeschwächte Menschen in keiner Weise passierbar ist: Die Bordsteine sind gut 20 Zentimeter hoch, auch auf der gegenüberliegenden Seite, wo das Kriegerdenkmal steht. Dort gibt es weitere kleinere Unebenheiten.

Politik ist jetzt am Zug

Viel mehr beschäftigt den Beirat jedoch der Zugang zur freien Natur und zur Mühle in der Neustadter Straße. „Das ist der schönste Weg, den wir haben und der schönste Platz“, urteilt Gebhard. Das findet auch Lehmann, die mit ihren Senioren gerne unbeschwert dort spazieren gehen würde. „Wir liegen zentral, und wenn wir Richtung Wald laufen, ist es für einige Bewohner durchaus schwierig“, berichtet sie aus dem Alltag.

Gebhard kündigt an, die protokollarisch festgehaltenen Punkte samt Fotomaterial dem Ortsgemeinderat vorlegen zu wollen. Dieser, so sein Wunsch, soll die Sicht der Senioren in den entstehenden Verkehrsplan einbeziehen.

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