Rhein-Pfalz Kreis Seltener Gottesdienst
In einem hierzulande seltenen maritimen Gottesdienst wurde am Sonntag in der katholischen Kirche in Roxheim all jener gedacht, die am oder auf dem Wasser ums Leben gekommen sind.
Der Shantychor Die Landratten hatte sich das anlässlich des 175. Jubiläums der Chorvereinigung einfallen lassen. „Auch wir in Bobenheim-Roxheim leben seit Menschengedenken am Wasser“, sagte Hans-Dieter Bader vom Shantychor, um die ungewöhnliche Idee zu begründen. Rhein, Altrhein und Silbersee, Fischer, Korbmacher und Schilfmattenbinder: Die ortsnahen Gewässer hätten den Menschen in Roxheim Jahrhunderte lang die Existenz gesichert, so Bader in seiner Rede. Und immer wieder hätten Hochwasserkatastrophen und Badeunfälle Menschenleben gefordert. In der von Pfarrer Michael Baldauf zelebrierten Messe wurde der Verstorbenen auf See gedacht und an jene Menschen erinnert, die ihr Leben riskieren, um andere aus Seenot zu retten. Zu Gast in der Kirche waren deshalb unter anderem Vertreter der Marinekameradschaften Frankenthal, Pfeddersheim, Darmstadt und Haßloch sowie Mitglieder der hessischen Wasserschutzpolizei. „Seit 15 Jahren ist unser Shantychor viel auf Reisen, und immer nehmen wir dann auch an einem Seemannsgottesdienst teil“, sagte Hans-Dieter Bader im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Zum Jubiläum wollten wir so etwas auch mal hier anbieten.“ Gesungen wurde bei dem Gottesdienst unter anderem „Vater unser“ von Hanne Haller und das Volkslied „Auf einem Seemannsgrab, da blühen keine Rosen“.