Kandidaten zur Bundestagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Sebastian Sklubal: Vielleser mit Drang, die Welt zu verbessern

Sebastian Sklubal in den Großkarlbacher Weinbergen. Der Datenschutzfachmann ist viel und gern in der Natur unterwegs und hat mei
Sebastian Sklubal in den Großkarlbacher Weinbergen. Der Datenschutzfachmann ist viel und gern in der Natur unterwegs und hat meistens etwas zum Müllsammeln dabei.

„Wenn’s gut laufen würde, ginge ich nicht in die Politik“, sagt Sebastian Sklubal. Der Großkarlbacher kandidiert im Wahlkreis Neustadt-Speyer für die Partei Volt, weil er die Europäische Union durch Reformen stärken will und glaubt, dass sich Deutschland noch was von anderen Ländern abgucken kann.

So manche größere deutsche Partei dürften neidisch sein: Das Durchschnittsalter von Volt sei 34 Jahre, sagt Sklubal. Er selbst ist 40 und stieß dank einer langen Zugfahrt zu der Bewegung, die 2017 unter dem Eindruck des Brexit gegründet worden war. Im Zug hörte er einen Podcast über Volt und wusste: „Da will ich mitmachen.“ Jetzt steht er im Landesverband sogar in der ersten Reihe als Bewerber für ein Direktmandat im Berliner Parlament. „Obwohl ich nicht der Extrovertierteste bin, sondern eigentlich lieber in kleiner Runde die Menschen überzeuge“, sagt Sklubal.

Die EU nicht nur zu verteidigen, sondern auch zu stärken und zu verbessern, ist ihm sehr wichtig. „Wir finden, das Europaparlament sollte Gesetzesinitiativen einbringen dürfen, und das Veto-Recht einzelner Staaten sollte abgeschafft werden“, sagt der gebürtige Ludwigshafener, der in Mutterstadt aufgewachsen ist und seit ein paar Jahren im alten Ortskern von Großkarlbach wohnt.

„Vorteile der EU nicht selbstverständlich“

Es gebe viele Themen, die sich national nicht lösen ließen, ist er überzeugt und nennt als Beispiel den Klimaschutz und die Handelspolitik gegenüber China. Er und seine Mitstreiter wünschen sich, dass die Menschen die Vorteile der EU wie Frieden und Wohlstand nicht für selbstverständlich nehmen. Das Volt-Programm für die Bundespolitik sei unter anderem mit Blick auf die Erfolge anderer europäischer Länder entstanden: die Digitalpolitik in Estland etwa oder die Schullandschaft in Skandinavien.

Sebastian Sklubal verrät, dass ein Weltverbesserer in ihm steckt. Als Kind habe er einen „Weltrettungsclub“ gegründet und als Erwachsener könne er einfach nicht anders, als bei Wanderungen herumliegenden Müll einzusammeln. Der in einer Partnerschaft lebende Unternehmensberater für Datenschutz und Informationssicherheit mit abgeschlossenem Politik- und Geschichtsstudium sieht die Borkenkäferschäden an den Bäumen. „Ich will, dass meine Kinder einen intakten Wald erleben“, nennt er einen der Gründe, warum ihm neben Bildung und Bürgerbeteiligung die Klimapolitik besonders am Herzen liegt. Die Grünen seien da leider nicht so ambitioniert wie Volt, meint Sklubal. „Wir nennen in unserem Programm einen ganz konkreten CO2-Preis, damit der Wähler weiß, wo wir stehen.“

Über all das diskutiert er an den Wahlkampf-Infoständen von Volt, beispielsweise in Speyer oder Neustadt, gern mit jenen Bürgern, „die offen dafür sind“, wie er sagt. Sein Kommunikationstalent und sein höfliches, humorvolles Wesen sind da sicher hilfreich. Gefragt nach seinen Hobbys nennt der 40-Jährige den Kampfsport Open Mind Combat, seine Touren durch die Natur und das „Viellesen“ von Sachbüchern. Überhaupt liebe er es, sich neues Wissen anzueignen. „Das Lernen ist vermutlich mein größtes Hobby.“

Die Serie

Zehn Kandidaten bewerben sich im Wahlkreis 208 Neustadt-Speyer, der neben den beiden kreisfreien Städten den Kreis Bad Dürkheim und Teile des Rhein-Pfalz-Kreises umfasst, um das Direktmandat bei der Bundestagswahl am 26. September. Die RHEINPFALZ stellt sie in dieser Serie vor.

Kurz gefragt

1. Wenn ich ein Bundestagsmandat gewinne, werde ich zuerst ...

... meine mir liebsten Menschen umarmen und mich dann daran setzen, die ersten Anfragen und Anträge für den Bundestag zu schreiben. Wir dürfen keine weitere Zeit verlieren, um die großen Herausforderungen der Gegenwart nachhaltig und effektiv anzugehen.

2. Ich würde mich gerne mal zum Abendessen treffen mit ...... Angela Merkel. Es gibt so viele Fragen, die ich ihr gerne stellen würde.

3. Mein Berufswunsch als Kind ...... war Astronaut. Ich habe davon geträumt, auf dem Mond und dem Mars spazieren zu gehen.

4. Meine liebsten Urlaubsziele ...... sind die Alpen im Sommer und die Nordsee im Winter.

5. Die Pandemie hat mich gelehrt, dass ...... riesige gesamtgesellschaftliche Aktionen kurzfristig machbar sind, egal wie teuer, wenn es nur politisch gewollt ist. Es gibt daher für Politiker*innen keine Ausrede mehr, auch die notwendigen Anpassungen Deutschlands und Europas für mehr Klimaschutz endlich anzugehen und umzusetzen.

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