Speyerer Umland Schutz vor Missbrauch: Kitas schließen sich zusammen
Im Mittelpunkt des Projekts von der deutschen Kinderstiftung Hänsel und Gretel steht eine rote Kiste. Darin befinden sich Spiele, Bücher und Liedtexte sowie das Maskottchen – die Katze Kim. Mithilfe der Utensilien und unter Anleitung von Kita-Fachkräften beschäftigen sich die Kinder spielerisch mit dem eigenen Körper, mit Gefühlen und dem Umgang mit Grenzen. Sie lernen sich selbst zu vertrauen, Grenzen zu setzen, um sich zu schützen, und sich Hilfe zu holen. „Als ich von dem Projekt gehört habe, war ich gleich begeistert“, sagt Stephanie Emering, Leiterin der kommunale Kita Abenteuerland in Otterstadt. Sie ist seit rund zwei Jahren zertifizierte Fachkraft im Kinderschutz und hat für das Programm „starke Kinder Kiste“ einen für die Teilnahme notwendigen Verbund gegründet. Dem gehören neben der Kita Abenteuerland die Kita Naseweis in Dudenhofen und die Waldkita in Waldsee an. Ihre Kolleginnen Heike Ritter (Dudenhofen) und Mareike Schwarz (Waldsee) seien vom Projekt ebenso begeistert gewesen, sagt Emering.
Die kostenfreie Kiste mit den Arbeitsmaterialien wandert nun zwischen den drei Einrichtungen hin und her. Zum Programm gehören auch Elternabende und eine gemeinsame Teamfortbildung mit einer diplomierten Sozialpädagogin, Dialogbegleiterin, Traumapädagogin und Trainerin für Selbstverteidigung. Dabei ging es laut Emering unter anderem um institutionelle Schutzkonzepte mit klaren Handlungsleitlinien, die seit 2021 für jede Kita verpflichtend sind. In den Kitas sollen die Kinder auf drei Szenarien vorbereitet werden: Dazu gehören Übergriffe unter Kindern, sexualisierte Gewalt außerhalb der Kita, etwa im Elternhaus, und Übergriffe innerhalb der Einrichtung durch eine erwachsene Person.
Die Kita-Teams beschäftigen sich unter anderem damit, wie sie Kinder erkennen können, die so etwas erlebt haben, und was sie tun können, damit sich diese Kinder ihnen anvertrauen.