Bobenheim-Roxheim
Schutz vor Geflügelpest: So geht es im Vogelpark weiter
Seit Wochen sind die ehrenamtlichen Helfer des Vereins für Vogelschutz und Vogelliebhaber dabei, den Teich zu verfüllen. Im RHEINPFALZ-Gespräch erinnert Rainer Berenz an den Grund: „Das wurde uns vom Veterinäramt nahegelegt.“ Das kleine Gewässer lockte jahrelang Wasservögel von außerhalb in die Vereinsanlage. Während die selbst fast kein Wassergeflügel mehr beherbergt, tummeln sich aber, gerade in den Wintermonaten, viele Stockenten im Teich und futtern sich im Vogelpark durch.
Das Problem daran sei die Gefahr der Krankheit Vogelgrippe, die den Park zuletzt 2021 heimgesucht hat (wir berichteten). Habe der Park damals noch eine Ausnahmegenehmigung nach der Geflügelpestverordnung erhalten, so Berenz, werde diese bei einem erneuten Ausbruch wohl nicht mehr erteilt. Sollte die Krankheit abermals von wildlebenden Vögeln eingeschleppt werden, bestehe im Extremfall die Gefahr, dass alle Vögel im Park getötet werden müssen. Die Anlage stünde dann vor dem Aus. Die aktuell laufende Verfüllung diene also der Vorbeugung. Aus Gesprächen mit Besuchern wisse der Verein, dass manche die Entscheidung bedauern, „aber wir haben keine andere Wahl, und ich denke, die allermeisten Besucher verstehen das auch“, sagt Berenz.
Tiefbauingenieur begleitet Projekt
Außerdem sei der Anblick des Weihers in den vergangenen Jahren ja keine Augenweide mehr gewesen. Berenz: „Der Wasserstand ist, bedingt durch die Absenkung des Grundwasserspiegels, um rund anderthalb Meter gesunken, was Auswirkungen auf die Wasserqualität hatte.“ Zuletzt glich das Gewässer eher einer grün schimmernden Kloake.
Der Vorsitzende sieht jetzt die Chance einer Neugestaltung gekommen. Derzeit werde der Weiher schrittweise zugeschüttet – in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Kreisverwaltung, betont Berenz. Dank der Vermittlung von Bürgermeister Michael Müller (SPD) sei man an ein geprüftes Erde-Sand-Gemisch aus Limburgerhof gekommen. Damit spare der Verein erhebliche Kosten. Ein Tiefbauingenieur begleite das Projekt fachmännisch.
Die Neugestaltung soll direkt danach erfolgen. Dabei werde eine „Zone für Mensch und Tier“ entstehen, erklärt der Vereinsvorsitzende. Es werde der bisherige Zaun an einer Stelle geöffnet und ein Zugang hergestellt. Von dort soll ein Weg bis zur Mitte des früheren Weihers angelegt werden.
Kraniche sollen kommen
Geplant sind an dieser Stelle eine Wildblumenwiese und eine Erholungszone mit Sitz- und Liegeplätzen. Berenz denkt an Ruheliegen, wie sie auch in der Altrheinanlage zu finden sind. Ein Picknickbereich ist ebenfalls geplant, jedoch ohne Grillplatz. Innerhalb dieser neuen Fläche sollen zwei Kranichpaare eingesetzt werden. Graureiher und Störche seien bereits da.
All dies soll stufenweise über die Bühne gehen und klingt nach viel Arbeit, aber Berenz betont: „Wir wollen hier keine jahrelange Baustelle aufmachen“. Die Neugestaltung müsse pflegeleicht erfolgen, um die derzeit 21 Helfer nicht dauerhaft zu überfordern. Manche kämen täglich, andere viermal im Monat. „In jedem Fall sind wir sehr dankbar für den enormen und zuverlässigen Einsatz unserer Leute“, lobt Berenz. Weitere Helfer seien jedoch immer willkommen.
Gaststätte gut frequentiert
Die Spendenbereitschaft für den Park hat ihm zufolge in der ersten vollen Saison ohne Corona-Beschränkungen nicht nachgelassen. Im vergangenen Jahr habe man zwar anfänglich einen Rückgang registriert, doch habe sich das Blatt vor allem im letzten Quartal 2023 „sprunghaft“ gewendet.
Die beliebte Vogelpark-Gaststätte sei weiterhin gut frequentiert. „Für die Finanzen unseres kleinen, 90 Mitglieder zählenden Vereins ist auch das sehr wichtig“, sagt Berenz. Die Futter- und Tierarztkosten für die rund 350 Vögel seien die „dicksten Brocken“ bei den finanziellen Aufwendungen.
Ein Flaggschiff des 90 Arten zählenden Parks, die Teilnahme am Artenschutzprogramm, soll beibehalten werden. „Wir haben gerade erst Jungvögel der äußerst selten gewordenen Gelbwangenkakadus bekommen und jüngst selbst aufgezogene Steinkäuze im Saarland auswildern können“, erzählt der Vereinsvorsitzende. Das seien Erfolgserlebnisse, über die er sich sehr freue.