Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Schulentwicklungsplan: Prognosen und Realität

Die Anzahl der Schüler, die die Salierschule in Schifferstadt besuchen, ist in diesem Schuljahr sprunghaft angestiegen, von 95 a
Die Anzahl der Schüler, die die Salierschule in Schifferstadt besuchen, ist in diesem Schuljahr sprunghaft angestiegen, von 95 auf 129.

Der Rhein-Pfalz-Kreis plant gerne in die Zukunft, vor allem in Sachen Schulen. Aber ein Blick bis zum Jahr 2044 ist trotzdem schwierig. Das sieht auch der Landrat so. „Wir werden den Zeitraum verkürzen“, sagt er. Der Fokus soll auf dem Wesentlichen liegen, der Blick fürs Ganze ist aber dennoch wichtig.

Der Rhein-Pfalz-Kreis wächst und gedeiht, er ist beliebt, wie die Bürgermeister der Orte stets zu erzählen wissen. Das klingt dann in etwa so: Die Menschen ziehen hierher, bauen, kaufen, fühlen sich wohl, werden sesshaft und gründen eine Familie. Und der stichprobenartige Blick auf den Wohnungsmarkt zeigt, dass es gar nicht so einfach ist, etwas Passendes zu finden – egal ob in Maxdorf oder Mutterstadt. Wo Familien entstehen, kommen in der Regel Kinder zur Welt. Und die gehen irgendwann in die Kita, dann in die Grundschule und später auf eine weiterführende Schule. Da müssen die Träger der jeweiligen Einrichtungen auf die Entwicklungen entsprechend reagieren – am besten sogar im Voraus. „Die Situation ändert sich, sobald Wohngebiete ausgewiesen werden“, sagt Kreisbeigeordneter Manfred Gräf (CDU), „deshalb schreiben wir den Schulentwicklungsplan jedes Jahr fort.“ Das hat der Kreistag nun getan.

In der Prognose der Kreisverwaltung verfestigt sich die Tendenz, die sich in den Vorjahren bereits abgezeichnet hat. Es werden mehr Schüler, die die Schulen im Kreis besuchen. Allerdings soll sich dieser Trend ab dem Schuljahr 2022/23 an der Rudolf-Wihr-Realschule plus in Limburgerhof deutlich abflachen, während es andernorts nicht der Fall ist, etwa an der Realschule plus in Dudenhofen oder in der Realschule plus in Schifferstadt sowie an der dortigen Fachoberschule im Paul-von-Denis-Schulzentrum. In Maxdorf ist sogar ein Anbau für die Justus-von-Liebig-Realschule plus geplant, die Realschule plus in Bobenheim-Roxheim wird neu gebaut und soll zum Schuljahr 2023/24 fertig sein. Bei der Peter-Gärtner-Realschule plus in Böhl-Iggelheim ist der starke Rückgang der Anzahl der Schüler aus dem letzten Schulentwicklungsplan nicht mehr erkennbar. Vielmehr stabilisiert sich die Entwicklung mit einem leichten Zuwachs, heißt es in der Ausarbeitung. Container, die zu Beginn des Schuljahres aufgestellt wurden, sollen die Raumnot lindern.

Grundschulen in Obhut der Kommunen

„Wir wollen uns künftig auf die Schulen konzentrieren, von denen wir der Träger sind“, sagt Landrat Clemens Körner (CDU). Sprich: auf die Entwicklung der weiterführenden Schulen. Natürlich ist der Blick auf die Grundschulen ebenso wichtig, aber die liegen nun einmal in der gestalterischen Obhut der Kommunen. Dennoch sei ein Miteinander zwingend nötig, denn die Grundschulen speisen schließlich die weiterführenden Schulen, etwa die Integrierte Gesamtschule in Mutterstadt. Dort liege die Anzahl der Anmeldungen nach wie vor höher als die genehmigte Anzahl der Zulassungen. Die Begrenzung auf vier Züge erlaube in Klasse 5 und 6 jeweils 112 sowie 120 Schüler in den weiteren Jahrgangsstufen, heißt es im Schulentwicklungsplan. Bei dieser Prognose bleibt die Kreisverwaltung. Steigende, aber sich stabilisierende Schülerzahlen erwartet sie an den Gymnasien in Schifferstadt und Maxdorf. Um am dortigen Lise-Meitner-Gymnasium eine Raumnot zu vermeiden, ist der Anbau für die benachbarte Realschule immens wichtig. Zwei Klassen sind aktuell im Gymnasium untergebracht.

Landrat: „Werden bauen müssen“

In der Vergangenheit hat der Schulentwicklungsplan schon zu intensiven Diskussionen in den politischen Kreisgremien geführt, beispielsweise im vergangenen Jahr. Da gab es nicht einmal einen Beschluss des Kreistags, stellt Landrat Körner fest. Weil jetzt aber die neuen Zahlen auf dem Tisch liegen, „brauchen wir den jetzt auch nicht mehr“, sagt er. Auch bei den aktuellen Prognosen gibt es Kritik der Kreistagsmitglieder, allen voran an den langfristigen Vorhersagen. Die Kreisverwaltung blickt bis ins Schuljahr 2043/44. Da sagt selbst Körner: „Es macht keinen Sinn, Prognosen bis 2044 zu machen. Wir werden den Zeitraum künftig reduzieren.“ Allerdings ist für die Bewertungen der übergeordneten Behörden wie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ein Berichtszeitraum von zehn Jahren relevant. So weit muss der Kreis also in die Zukunft planen. „Doch was nach diesen zehn Jahren kommt, ist die Auffassung des Computers“, sagt Körner.

Keine Prognose, sondern Realität ist die Platznot in Schifferstadt. In der Salierschule ist insbesondere für das laufende Schuljahr die Anzahl an Schülern stark angestiegen, von 95 auf 129. „Man ging davon aus, dass durch Inklusion der Bedarf an Förderschulen zurückgeht“, sagt Körner. „Jetzt wird klar, dass auch Erstklässler Förderbedarf haben können, den die Grundschule nicht decken kann.“ Für den Landrat ist klar: „Wir werden bauen müssen.“ Zumal sich die Salierschule das Gelände mit der Grundschule Süd teilt, die ebenfalls starken Zuwachs erfährt und erweitert werden muss. „Wir sind im Endspurt“, sagt Schifferstadts Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne), die ebenfalls im Kreistag sitzt, „die nötigen Gespräche haben stattgefunden.“ Da ziehen die unterschiedlichen Schulträger offenbar an einem Strang.

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