Rhein-Pfalz Kreis Schule im Ausnahmezustand
Mutterstadt. Es ist der letzte Schultag vor den Herbstferien – Freitag, 7. Oktober –, als um 8.35 Uhr der Alarm beim Polizeipräsidium Rheinpfalz eingeht: Amokgefahr an der Integrierten Gesamtschule Mutterstadt.
Der Alarm löst eine Lawine von Reaktionen aus – zahlreiche Einheiten der Polizei, vom ersten Kontaktteam bis hin zum Spezialeinsatzkommando (SEK), der Katastrophenschutz, die Feuerwehr und nicht zuletzt ein kreisender Helikopter sind später vor Ort. Das Gelände wird weiträumig abgesperrt. An den rot-weißen Bändern stehen Eltern und bangen um ihre Kinder, während Spezialkräfte die komplette Schule durchsuchen. Kurz nach 10 Uhr verlassen die ersten Schüler über den Schulhof das Gebäude. Sie sammeln sich zunächst an der Ecke Garten-/Stuhlbruderhofstraße. Später geht es klassenweise in die Rundsporthalle. Die Lehrer müssen durchzählen, ob alle Kinder da sind. Zu dieser Zeit ist bereits von einem Fehlalarm die Rede. Offiziell bestätigt wird das von der Einsatzleitung gegenüber Landrat Clemens Körner (CDU) um 10.45 Uhr, der sich vor Ort ein Bild von der Lage macht. Der Kreis ist Schulträger. Körner ist dann auch einer der ersten Zivilisten, die durch die Absperrung dürfen. Während Eltern, Lehrer und Kinder die Herbstferien nutzen, um den Schock zu verarbeiten, beginnt für die Polizei Phase zwei: Ermittlungen dazu, wer auf den Alarmknopf gedrückt hat – ein technischer Defekt konnte von einer Spezialfirma ausgeschlossen werden. Ein 17-Jähriger steht laut Staatsanwaltschaft im Verdacht, er schweigt jedoch hartnäckig. |btw