Römerberg
Schulbezirke sollen neu zugeschnitten werden
Die Entwicklung zeichnet sich schon seit längerem ab: In Heiligenstein steigt die Anzahl der Grundschüler sowie jener Kinder, die nachmittags in der Schule betreut werden, immer weiter an. Laut Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) wächst die Zahl der Grundschüler in Heiligenstein nach den Sommerferien voraussichtlich von 119 auf 146. Grund sind vor allem die Neubaugebiete im Römerberger Ortsteil. In W3 haben sich viele junge Familien angesiedelt. Spätestens, wenn auch im Baugebiet W4 die ersten Häuser bezogen werden, wird sich die Entwicklung noch einmal verschärfen. Allerdings kann die Heiligensteiner Grundschule aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nur zwei Klassen pro Jahrgang verkraften. Laut Schulentwicklungsplan müsste es aber schon in wenigen Jahren durchgängig drei Parallelklassen pro Jahrgang geben.
Die Lösung des Problems: Ein Teil der Heiligensteiner Grundschüler könnte künftig die Berghausener Schule besuchen. Denn dort bestehen größere Kapazitäten und mehr Spielraum, was die Anzahl der Klassensäle angeht. Schließlich gibt es in Berghausen direkt neben der Grundschule noch das ehemalige Realschule-Gebäude, das derzeit als Ausweichquartier von der Speyerer Pestalozzi-Schule genutzt wird. Doch der Mietvertrag mit der Pestalozzi-Schule ist laut Hoffmann bis 2024 befristet. Dann wäre es möglich, dass die Berghausener Grundschule dreizügig wird.
Neuzuschnitt in zwei Jahren
Anders als bei den weiterführenden Schulen, wo bei der Schulwahl der Wohnort keine entscheidende Rolle spielt, müssen Grundschüler in der Regel jene Einrichtung besuchen, die in ihrem Schulbezirk liegt. Ausnahmen kann es geben – zum Beispiel, wenn eine Familie innerhalb von Römerberg umzieht und ihr Kind gerne in seiner gewohnten Klasse belassen möchte. Im Normalfall besuchen allerdings Kinder, die nördlich der Martin-Greif-Straße wohnen die Berghausener Grundschule und jene, die südlich davon wohnen die Schule in Heiligenstein.
Diese Grenze soll nach Süden verschoben werden. Zuständig für einen Neuzuschnitt der Schulbezirke ist die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). „Wo die Grenze genau verläuft, muss die Verwaltung mit der ADD klären“, sagte Ortsbürgermeister Hoffmann. Der Ortsgemeinderat hat der Verwaltung einstimmig den Auftrag erteilt, den Prozess anzustoßen. Ziel ist, dass zumindest das Neubaugebiet W4 künftig innerhalb des Berghausener Schulbezirks liegt.
Ganz neu sei ein solcher Neuzuschnitt der Schulbezirke für Römerberg nicht, wie Günter Walburg (CDU) einwarf, der vor seiner Pensionierung 25 Jahre lang Leiter der Grundschule in Heiligenstein war und zuvor auch in den Grundschulen in Berghausen und Mechtersheim tätig gewesen war. In der Vergangenheit seien auch schon Berghausener Gebiete der Grundschule in Heiligenstein zugeschlagen worden. Bis ein möglicher Neuzuschnitt der Schulbezirke Realität wird, dauert es voraussichtlich noch zwei Jahre, denn so lange ist laut Ortsbürgermeister Hoffmann die Vorlaufzeit. Betreffen wird eine solche Änderung nur die neu eingeschulten Kinder. Wer schon in eine Grundschule geht, muss diese nicht wechseln.