Rhein-Pfalz Kreis Schnelleres Internet bis Ende 2017
Hochdorf-Assenheim/ Dannstadt-Schauernheim. Bis Ende 2017 sollen die Haushalte in Hochdorf-Assenheim und Dannstadt-Schauernheim schnellere Internetanschlüsse bekommen. Das hat Verbandsbürgermeister Stefan Veth (CDU) in der Sitzung des Hochdorf-Assenheimer Ortsgemeinderats erklärt und dabei auf Zusagen des Anbieters Telekom verwiesen.
50 Megabit pro Sekunde: Mindestens so schnell sollen Breitband-Internetanschlüsse bis zum Jahr 2018 deutschlandweit für jedermann sein. Dieses Ziel hat die Bundesregierung ausgegeben. In der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim sind die Haushalte davon jedoch stellenweise weit entfernt. Die sechs Megabit, mit denen bis zu 95 Prozent aller Hausanschlüsse bedient werden können, genügen den modernen Ansprüchen vieler Einwohner längst nicht mehr, von extrem langsamen Anbindung in den sogenannten „weißen Internet-Flecken“ mit zwei oder weniger Megabit ganz zu schweigen. Dessen ist sich laut Veth auch die Gemeinde bewusst. „Deshalb haben wir Anfang des Jahres ein Markterkundungsverfahren für 50 Megabit gestartet“, berichtete er dem Rat. Anlass war ein SPD-Antrag für eine bessere Breitbandverfügbarkeit. „Auf unsere Ausschreibung hin hat sich nur ein Anbieter gemeldet: die Telekom“, sagte der Verwaltungschef. Das Unternehmen habe zugesagt, sein Netz in der Verbandsgemeinde bis Ende 2017 auszubauen. Das bedeute allerdings nicht, dass bis zu jedem Hausanschluss Glasfaserkabel verlegt werden müssen. Der Hauptverteiler werde bereits mit einer solchen Leitung auf diesem technischen Niveau angefahren und auch einige der Verzweigerstationen seien untereinander bereits damit verbunden. „Doch es wäre viel zu teuer, jeden Haushalt damit anzubinden“, sagte Veth. Die Telekom werde mehrere Verzweiger mit Multifunktionsgehäusen aufrüsten, damit über die vorhandenen Kupferkabel der schnellere Datenstrom laufen könne. Mit dem „Vectoring“ genannten Verfahren ließen sich bis zu 100 Megabit erreichen, auf jeden Fall aber viele Anschlüsse spürbar verbessern. In Hochdorf-Assenheim sollen nach Veths Angaben drei Verzweiger und in Dannstadt-Schauernheim 20 aufgerüstet werden. Das sei aber nur eine grobe Planung. Die Feinplanung werde eventuell nächstes Jahr in Angriff genommen. Schwieriger werde es bei den „weißen Flecken“, also den Gebieten, in denen derzeit nur sehr langsames Internet angeboten werden kann. Denn gerade dort seien keine Verzweiger zum Ausbau vorgesehen. Beispiele für solche Areale sind laut Veth Teile des Gewerbegebiets im Weichlingsgarten und des Neubaugebiets Am Mutterstadter Weg in Hochdorf-Assenheim sowie Bereiche im Norden und Süden des Ortsteils Schauernheim und im Süden des Ortsteils Dannstadt. Die Ortsgemeinde Rödersheim-Gronau hingegen sei bereits über den Netzbetreiber Kabel Deutschland weitestgehend mit 50 Megabit, teilweise sogar mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Megabit pro Sekunde versorgt. Daneben habe der Rhein-Pfalz-Kreis eine eigene Initiative gestartet, um „weiße Flecken“ zu beseitigen und auch dort bis zu 50 Megabit zu ermöglichen. Wann das gelingen werde, lasse sich derzeit nicht abschätzen, sagte Veth. Als Übergangslösung könnten Betroffene auf sogenannte Hybridanschlüsse zurückgreifen. Hierbei werden Festnetz und die für den Mobilfunk entwickelte LTE-Technologie kombiniert. Eine von der SPD geforderte exakte Erfassung der technischen Möglichkeiten für alle Haushalte könne die Verwaltung nicht liefern. „Denn die Infrastruktur der Anbieter ist geheim. Es kann aber jeder Nutzer auf den Internetseiten der Unternehmen einen Verfügbarkeitsscheck machen. Die sind zuverlässig“, sagte Veth. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thorsten Clemens lobte die Vorarbeit der Verwaltung. Schade fand er dagegen, dass diese Bemühungen in der Öffentlichkeit nicht früher bekannt gemacht wurden. Diese Informationen sollen bald auf der Internetseite der Verbandsgemeinde veröffentlicht werden, kündigte Veth an. In einem halben Jahr soll er den Rat erneut über den Fortschritt der Bemühungen informieren. (mamü)