Rhein-Pfalz Kreis Schneider bleibt Ortschef von Mutterstadt

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Mutterstadt

. Entspannt ist wohl das richtige Wort, um die Bürgermeisterwahl 2015 in Mutterstadt zu beschreiben. Kein Wahlkampf mangels eines Gegenkandidaten. Nicht einmal eine Wahlkampfveranstaltung. Und als gestern gegen zwanzig nach sechs der Höhepunkt nahte, aßen die meisten Bürger und Wahlhelfer im Rathausfoyer erst einmal ihre Würstchen und tranken etwas. Der riesige grüne Balken für die Ja-Stimmen ließ den roten für Nein-Stimmen winzig klein erscheinen. Aber nur Wenige schauten auf die Leinwand mit den ersten Ergebnissen. An Schneiders Wiederwahl gab es zu keinem Zeitpunkt Zweifel. Erst Andrea Franz (SPD), Erste Beigeordnete und Wahlleiterin, ließ ein wenig Spannung aufkommen, als sie das vorläufige amtliche Ergebnis verkündete. „Hans-Dieter Schneider wurde mit unglaublichen 94,92 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt“, sagte sie. Der Applaus war lang und Schneider den Tränen nah. Sichtlich gerührt vom Ergebnis rang er um Fassung, bis er etwas sagen konnte: „Ich bin einfach überwältigt.“ Seinen Dank galt allen Mitstreitern, vor allem aber seiner Familie, die oft auf ihn verzichten müsse. Gekommen war aber nur Tochter Isabel Schneider (SPD). Ehefrau Karin lag mit Fieber im Bett, und auch Schneider war angeschlagen. Vor allem aber bedankte er sich bei den Bürgern für „das gewaltige Vertrauen“. Damit habe er nie gerechnet. Erhofft habe er sich allenfalls ein Wahlergebnis „an die 90 Prozent“, gab er zu. Die Wahlbeteiligung von 36,48 Prozent bei 10.145 Wahlberechtigten geht aus Schneiders Sicht in Ordnung. Ein bis zwei Prozentpunkte seien wohl auch der Grippewelle geschuldet, vermutete er. Franz berichtete, dass vermutlich viele Neubürger aus dem Neubaugebiet Alter Damm nicht wählen gegangen sind. Sie wählen in den Wahlbezirken 11 und 12 in der Turnhalle der Pestalozzi-Grundschule. „Es sind unsere größten Wahlbezirke, und dort war die Wahlbeteiligung am schlechtesten“, sagte sie. Hier gingen nur 23,97 beziehungsweise 20,69 Prozent der Stimmberechtigten zur Urne. Katja Schulze-Berge, Fraktionsvorsitzende der CDU, hätte sich eine bessere Wahlbeteiligung gewünscht: „Ich habe auf 40 Prozent gehofft“, sagte sie. Wenig überraschend hingegen war für sie das Wahlergebnis: „Die Bürger wissen, dass Schneider ein guter Bürgermeister ist“. Auch sie schätze seine Arbeit und die Zusammenarbeit mit ihm im Rat sowie in der Verwaltung. Das Klima stimme einfach. Und das soll so weitergehen wie bisher. Hat die CDU deshalb keinen Gegenkandidaten gestellt? „Nein“, sagte sie, „es gab keinen aus unseren Reihen, für den eine Kandidatur in die momentane Lebensplanung gepasst hätte.“ Auch bei den Grünen fand sich kein Nachwuchs. Deren Fraktionsvorsitzender Walter Altvater hat sich eigentlich einen Gegenkandidaten gewünscht. Aber: „Ich bin 63“, sagte Altvater in Hinblick auf sein Alter. Und das sei auch der einzige Wermutstropfen bei Bürgermeister Schneider. „Er ist 68 Jahre alt, wenn seine Amtszeit ausläuft.“ Ansonsten zeige Schneiders Wahlergebnis, welch großes Vertrauen er bei den Mutterstadtern genieße. Und die hatten sich nach Altvaters Meinung auch gut an der Wahl beteiligt. Der FWG-Fraktionsvorsitzende Hartmut Kegel hingegen hatte gehofft, dass fünf Prozent mehr Wahlberechtigte zur Urne gehen. Vom Wahlergebnis war auch er beeindruckt. „Es zeigt, welchen immensen Rückhalt der Bürgermeister in der Bevölkerung hat“, sagte er. Und: „Er hat sich eben auch keine Verfehlungen erlaubt.“ Schneiders Renommee und sein großer Amtsbonus hätten die Wahl eines Gegenkandidaten sehr schwer gemacht. Auch für einen aus den Reihen der FWG, die immerhin 30 Jahre lang den Bürgermeister für Mutterstadt stellte. Auch Kegel lobt die Zusammenarbeit mit dem Sozialdemokraten im Rat, wo die große Parteipolitik kaum ein Rolle spiele. „Seine politische Kraft nutzt er für Mutterstadt vor allem nach oben hin: bei seinen Ämtern im Kreis oder auf Landesebene “, sagte Kegel. Und auch Schneiders Genossen sehen im deutlichen Wahlergebnis die Bestätigung für Schneiders sehr gute Arbeit. Die Quote von knapp 95 Prozent „übertrifft alle Erwartungen“, resümierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Lennart Nies. „Eine Wiederwahl in dieser Deutlichkeit haben wir nicht erwartet.“ Mit dieser Legitimation könnten nun die großen Themen der nächsten acht Jahre, wie etwa die Umgestaltung des Ortskerns, angepackt werden.

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