Rhein-Pfalz Kreis Schmuckstück für die Ortsmitte
Mutterstadt. Eines der ersten Geschenke zur 1250-Jahr-Feier haben die Mutterstadter Landfrauen ihrer Ortsgemeinde gemacht. Am Mittwoch übergaben sie Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) eine Sandstein-Stele, die nun den Bereich vor dem Rathauseingang in der Oggersheimer Straße verschönert. Gestaltet wurde sie von der Künstlerin Bettina Morio.
Das neue Kunstwerk misst knapp zwei Meter und ist aus Natursandstein aus dem Pfälzer Wald. Verziert ist es mit allerlei Symbolhaftem, wie etwa dem Erntekranz im unteren Teil. Er steht für die Landwirtschaft in und um Mutterstadt – „aber auch für die bäuerlichen Wurzeln der Landfrauen“, erklärte Ute Grzesch, die Vorsitzende der Mutterstadter Landfrauen. Denn: Der Landfrauenverein ist aus dem Mutterstadter Bauernverein entstanden. Zwei Bienen sind ebenfalls auf dem Stein abgebildet. „Sie sind das Wahrzeichen der Landfrauen. Die fleißigen Bienchen sind so aktiv wie wir“, erläutert Grzesch. Die Spitze der Statur ist mit zwölf Frauenköpfen verziert, die Anzahl sei Zufall, nicht aber, dass sie ganz unterschiedlich aussehen und in verschiedene Richtungen schauen. Denn das soll die Offenheit und Vielfalt der Landfrauen symbolisieren: „Wir sind verschiedene Typen und unterschiedlicher Herkunft.“ Und dann ist da noch der Gugelhupf, den eine Dame auf dem Kopf trägt. Er weist auf lustige Weise darauf hin, wie die Landfrauen das Kunstwerk finanziert haben. Jahrelang haben sie fleißig Kuchen gebacken und an Festen verkauft. Das Geld wurde gespart, und als das Ortsjubiläum und die Ortskernverschönerung anstanden, reifte in den Landfrauen der Wunsch, ihre Gemeinde mit einem Denkmal zu beschenken. „Wir wollten unseren Teil dazu beitragen und eine kreative, künstlerische Note durch die Stele mit einfließen lassen“, sagt Grzesch. Sie soll den Mutterstadtern viel Freude bereiten. Der Standort für das neue Schmuckstück ist auch kein Zufall. „Hier an dieser Stelle standen früher Bauernhäuser“, erzählt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider. Angefertigt wurde die Stele von der Künstlerin Bettina Morio aus Deidesheim. Auch sie ist vom Standort ihres Kunstwerkes begeistert: „Es ist schön, dass die Stele für die Öffentlichkeit zugänglich hier vor dem Rathaus steht. Die meisten meiner Arbeiten verschwinden in Gärten.“ Von wem die Statue gespendet wurde, steht nicht wie bei den meisten Kunstwerken auf der Vorderseite, sondern auf der Rückseite. „Das zeigt einmal mehr die Bescheidenheit der Mutterstadter Landfrauen“, sagt Schneider. |inr/doo