Rhein-Pfalz Kreis Schlüssellose Autos im Visier
Ein Porsche Panamera, dazu vier BMWs in Kirchheimbolanden, Ende September ein 7er BMW in Mutterstadt (wir berichteten) – Diebe haben es zunehmend auf hochwertige Fahrzeuge mit einem „Keyless“-System abgesehen. Damit ist ein Starten des Autos ohne Schlüssel möglich. Die Täter setzen Funkwellen-Verlängerer ein. Eine Masche, die nicht neu ist, sagt Werner Schneider, der stellvertretende Leiter der Kirchheimbolander Polizeiinspektion, und gibt Tipps, wie sich Autofahrer schützen können.
„Man geht hier von Bandenkriminalität aus“, berichtet Schneider. Auch im Raum Bad Kreuznach und Alzey seien zuletzt hochwertige Autos auf diese Weise gestohlen worden. „Die Täter fahren gezielt in die Wohngebiete, wo sie denken, dass solche Autos stehen könnten“, folgert der Polizeibeamte. Bei Autos mit einem „Keyless“-System wird die Tür schon entriegelt, wenn man mit dem Schlüssel nur in die Nähe des Wagens kommt. Dafür ist es auch nicht nötig, einen Knopf auf dem Schlüssel zu drücken. Zudem kann man losfahren, ohne den Schlüssel ins Zündschloss stecken zu müssen. Entfernt man sich vom Auto, erkennt die Elektronik das Funksignal des Schlüssels nicht mehr, ein Starten des Motors ist dann unmöglich. Eigentlich sollte das ein Diebstahl-Schutz sein. Doch diesen umgehen Autodiebe mit einem Trick, wie die Polizei weiß. Sie geht davon aus, dass die Diebe sogenannte Funkwellen-Verlängerer einsetzen. Diese Geräte bestehen aus zwei Teilen – einem „Key-Scanner“ und einem „Car-Scanner“. Während der Car-Scanner nahe an der Auto-Antenne – zumeist in Fahrertürnähe – aufgestellt wird, muss sich der Key-Scanner im Umfeld des Fahrzeugschlüssels befinden. Dazu wird er in der Nähe der Haustür aktiviert, da nach Erfahrung der Täter viele Fahrzeughalter ihren Autoschlüssel in der Nähe der Haustür aufbewahren. Nach der Signalübertragung und dem Öffnen der Tür wird der Car-Scanner in das Auto gelegt. So kann es gestartet werden. Die Funkwellen-Verlängerer passen in eine Aktentasche. Spuren hinterlassen die Täter nicht. „Es ist schwer, sie ausfindig zu machen“, erzählt Schneider: „Das geht Ruck-Zuck, dass man da oft gar nichts mitbekommt.“ Erkenntnisse zeigten, dass solche Autos oft nur auf Bestellung gestohlen werden. Die Täter testen alles zuvor aus, bevor sie zuschlagen. Spuren führen oftmals in Richtung Osten. Auch die des Kirchheimbolander Porsche Panamera. „Er wurde in einem Waldweg in Polen gefunden“, berichtet Schneider. Von den anderen Wagen fehlt noch jede Spur. (ssl)