Rhein-Pfalz Kreis
Schifferstadter Gymnasium: Alles abgedichtet
Nach dem großen Unwetter am Wochenende läuft am Schifferstadter Gymnasium alles auf Hochtouren: Das kaputte Blech ist abgetragen, das Dach mit einer Plane bedeckt. Für zwei Klassenräume, zwei Chemieräume und zwei Musiksäle muss die Kreisverwaltung bis Schulbeginn Ersatz finden. Erste Angebote gibt es schon.
Ein riesiges, verknicktes Stück Blech schwebt durch die Luft, gleitet langsam an der schweren Metallkette zu Boden. „Es sieht aus wie nach einem Flugzeugabsturz“, sagt Gabrielle Steinbach. Die Schulleiterin des Schifferstadter Gymnasiums blickt dem Teil der Dachhaut nach. Sie hat am Sonntagmorgen von den massiven Unwetterschäden an ihrer Schule erfahren. „Mir ist das Frühstück im Hals stecken geblieben“, erzählt sie. „Ich dachte nur: Meine schöne Schule!“
Die wird nun so gut es geht wieder hergestellt. Bereits am Sonntag ist die Dudenhofener Dachdeckerfirma Fuchs an der Schule angerückt, schneidet mit der Trennscheibe Bleche klein und befördert sie per Kran vom Dach in den Hof, wo sie weiter zerkleinert werden. Mit drei Mitarbeitern ist Chef Walter Fuchs vor Ort. „Am Mittwoch waren 68 Grad oben auf dem Dach.“ Schwerstarbeit. Vor allem die Teile, die auf das begrünte Zwischendach gefallen sind, bereiten den Handwerkern Probleme. „Die heruntergefallenen Teile sind wie Mikadostäbe zusammengefallen und haben sich verklemmt. Es ist nicht leicht, sie rauszubekommen, ohne dass sie sich verkanten“, sagt Fuchs.
Die fehlende Dachhaut wurde mit einer Plane ersetzt, irgendwann wird eine Bitumenschicht folgen. „Bis ein Dach drauf ist, wird es noch dauern“, sagt Fuchs. Eines ist für ihn aber bereits jetzt klar: Das Dach kann nicht teilweise ersetzt werden, sondern muss komplett ausgetauscht werden.
Bei den Musiksälen muss die Statik überprüft werden
Die zweite Baustelle am Haus kommt ebenfalls voran: „Im Treppenhaus sind wieder alle Fenster drin“, sagt Landrat Clemens Körner (CDU). Nur die Dachfläche fehle dort noch. Sollte es wieder einen Starkregen geben, könne aber auch hier nichts eindringen. Bis Schulbeginn wird das Treppenhaus, das als Fluchtweg dient, vollständig nutzbar sein. Auch in Bezug auf die Klassenräume ist Körner positiv gestimmt. Nach derzeitigem Stand sind die zwei Musikräume im Erdgeschoss nicht nutzbar und vier Klassen im dritten Obergeschoss – darunter zwei Chemiesäle. Er hofft, dass die bevorstehenden Feuchtigkeitsmessungen keine weiteren Schäden aufzeigen werden.
Die Klassen im Obergeschoss sind durch den Starkregen und das kaputte Dach nicht nutzbar, bei den Musiksälen ist die Statik das Problem. Denn große Blechteile waren auf das begrünte Zwischendach über den Räumen gefallen. „Die Begrünung kommt weg, und ein Statiker muss prüfen, ob das Dach Schäden davongetragen hat“, erklärt Körner. „Solange die Statik nicht geprüft ist, werden die Musikräume nicht freigegeben“, sagt Sylvia Gerdon-Schaa, Leiterin der Abteilung Bauen bei der Kreisverwaltung.
Derzeit wird nach Ersatz für die sechs Räume Ausschau gehalten. „Wir haben Ausweichmöglichkeiten hier im Quartier“, sagt Gerdon-Schaa. Ein Idealfall, denn die Lieferfrist für Container betrage mindestens zehn Wochen. Im Bildungszentrum der Volkshochschule im Neustückweg könne ein Raum genutzt werden. Gespräche mit der benachbarten Realschule plus und der Sportschule laufen. Möglicherweise können Klassen auch in zwei bereits vorhandene, derzeit nicht genutzte Container neben dem Schulhof ausgelagert werden. Andreas Bommer von der Schulaufsicht kann sich dort gut die Musikräume vorstellen. Wegen der Bläserklassen sei Schallschutz bei diesen Räumen sehr wichtig.
Die Sicherheit der Schüler hat oberste Priorität
Die bevorstehende Stunden- und Raumplanung werde durch die Situation natürlich erschwert. „Man muss genau überlegen, wie was genutzt wird“, sagt Bommer. „Es ist eine Herausforderung, die wir hinkriegen werden“, sagt Schulleiterin Steinbach. Wichtig sei, dass der Schulbetrieb wie geplant anlaufen kann und dass die Sicherheit der Schüler gewährleistet ist. „Sie hat oberste Priorität.“
Vertreter der Schule und der Kreisverwaltung sind dankbar, dass die ersten Schritte so schnell und problemlos in die Wege geleitet werden konnten. „Alles was bisher passiert ist, wurde schnell freigegeben. Deshalb lief auch alles so schnell“, berichtet Gerdon-Schaa. Mittwoch sei ein Gutachter der Versicherung vor Ort gewesen. Er habe schnelle Lösungen zugesichert. Bis weiterreichende Schritte möglich sind, müssen Bau- und Kreisausschuss am 15. August sich des Themas erst noch annehmen. Das Dach bleibt bis dahin provisorisch abgedichtet. Denn der wichtigste Schritt ist getan: Alle losen Blechteile sind mit dem Kran zu Boden gebracht worden.
Termin
Bau- und Kreisausschuss tagen am Donnerstag, 15. August, in Räumen am Schifferstadter Hallenbad. Die Sitzung des Bauausschusses beginnt um 14.30 Uhr, der Kreisausschuss stößt ab 16 Uhr dazu.