Rhein-Pfalz Kreis Schüler lernen richtig zu trinken

Mutterstadt. An amerikanischen Schulen sind Trinkwasserbrunnen Standard, in deutschen Bildungsanstalten sind sie dagegen selten. Doch die Mutterstadter Mandelgraben-Schüler können jetzt an so einem Gerät ihren Durst stillen. Wie sie das machen sollen, haben sie im Unterricht gelernt. Denn damit es hygienisch zugeht, muss man den Wasserspender richtig bedienen.
90 Zentimeter ist er hoch, man könnte ihn glatt für eine zu kurz geratene Säule halten. Doch für die Kinder ist der Trinkbrunnen die neue Attraktion in der Schule. Immer wieder schauen sie zum Wasserspender, wenn sie von einem Klassenzimmer ins andere gehen. „Trinken ist jetzt wieder cool“, berichtet Schulleiter Christian Schuster. Aufgestellt worden ist der Apparat zwischen der Mädchen- und der Jungentoilette. Wie man richtig aus ihm trinkt, zeigt ein Foto, das oberhalb an der Wand hängt.
Es zeigt den Wasserstrahl, der per Knopfdruck aus dem kurzen Hahn kommt. Und ein Mädchen, das den Mund an die richtige Stelle hält: an den höchsten Punkt des Bogens, den der Strahl macht. Nur so ist die Hygiene gewährleistet. Die stellvertretende Schulleiterin Kirstin Zinkgraf sagt: „Wir haben das richtige Trinken ausführlich mit den Schülern im Unterricht besprochen. Und in jedem Klassenzimmer hängt auch noch einmal das Foto.“ Sowohl die Lehrer als auch die 220 Schüler achten darauf, dass alle richtig trinken.
Warum die Schule den Brunnen angeschafft hat, erklärt Zinkgraf so: „Viele Schüler haben nicht genug zum Trinken dabei. Und gerade in der Ganztagsschule ist es wichtig, dass sie ausreichend trinken.“ Sie hofft, dass die Kinder jetzt auch weniger zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen. Und sie berichtet: „Vorher haben viele Wasser als Getränk für sich gar nicht wahrgenommen“, ergänzt sie. Doch jetzt stünden sie während der Pausen in langen Schlangen am Brunnen.
Finanziert worden ist er unter anderem mit einer 1000-Euro-Spende der Hypo-Vereinsbank Speyer. Den Kontakt zu dem Geldinstitut hat die Schulelternbeiratsvorsitzende Andrea Labitzke hergestellt, die dort arbeitet. Ihr neunjähriger Sohn Louis sei von dem Brunnen begeistert, berichtet sie. „Er sagt immer: So ein leckeres Wasser haben wir Zuhause nicht.“
Dabei fließt aus dem Spender das Trinkwasser, mit dem auch alle anderen Haushalte versorgt werden. Aber: Die Schüler kennen solche Apparate aus amerikanischen Filmen. Gerfried Kröger sagt: „Die Kinder sind richtig stolz darauf.“ Er ist der Vorsitzende des Fördervereins, der die restlichen 800 Euro zur Finanzierung des Brunnens beigesteuert.
Damit niemand auf nassen Fliesen ausrutscht, sei der Boden um den Brunnen mit einem speziellen Sprühkleber bearbeitet worden. „Da kann jetzt nichts passieren“, versichert Kröger. Um die Hygienevorgaben zu erfüllen, werde der Brunnen täglich gereinigt. Ein eingebauter Filter sorge zusätzlich für eine gute Trinkqualität. „Wir hoffen, dass Wassertrinken lange cool bleibt“, meint Rektor Schuster.