DUDENHOFEN RHEINPFALZ Plus Artikel Südtangente: Anwohner fühlen sich übergangen

Pro Südtangente: Die Anwohner haben allerdings auch etliche Fragen zu dem Projekt.
Pro Südtangente: Die Anwohner haben allerdings auch etliche Fragen zu dem Projekt.

Nach ersten Überlegungen vor mehr als 20 Jahren hat der Dudenhofener Ortsgemeinderat Anfang Mai den Bau einer Südtangente beschlossen, die den Ort vom Durchgangsverkehr entlasten soll. Vielen Anwohnern der Berghauser Straße ist der angedachte Zeithorizont von zehn bis 15 Jahren zu lang. 35 Bürger haben sich zur Formulierung ihrer Forderungen am Donnerstagabend in der Anne-Frank-Straße getroffen.

„Unverständlich“ fand Ortsverein-Vorsitzender Manfred Hick, dass die Ortsgemeinde die direkt Betroffenen im Vorfeld nicht informiert und anhört hat. Auch am Donnerstag kam kein politischer Vertreter der Kommune. Die Anwohner überraschte das Verhalten nicht: Sie hätten den Bürgermeister, die Beigeordneten und Ratsmitglieder zuvor auf die Südtangente und andere Verkehrsschwerpunkte angesprochen, hieß es. Die Antworten seien nichtssagend gewesen oder es sei an den Landesbetrieb Mobilität verwiesen worden. Hicks Appell: „Beteiligen Sie sich an der Offenlage des Bebauungsplans und bringen Sie ihre Bedenken vor.“

Der Plan der Ortsgemeinde: Links der Harthauser Straße soll auf einer Länge von 650 Metern plus 180 Meter Anbindung eine direkten Verbindung zwischen der L 537 (nach Harthausen) und der K 27 (nach Berghausen) gebaut werden. Umstritten ist der zukünftige Status der Berghauser Straße: als Verkehrsverbindung zwischen Dudenhofen und Berghausen beibehalten oder als Sackgasse deklarieren? Für das beauftragte Planungsbüro wäre „sinnvoll, sie abzuhängen“.

Grundsätzlich begrüßt der Ortsverein die Ausweisung der Südtangente, möchte aber „negative Aspekte, wenn es sie den geben sollte, möglichst gering halten“. So würde Hick ein schalltechnisches Gutachten begrüßen. Die offenen Flächen bündelten und verstärkten den Verkehrslärm der Tangente. Die Berghauser Straße passierten täglich 7000 Fahrzeuge. In Zukunft rechnet Hick mit 10.000. Auch stelle sich die Frage, wie schnell auf der künftigen Umgehung gefahren werden dürfe. Und, so Hick, „was passiert bis dahin in der Berghauser Straße“.

Zu schnell gefahren

Seine Schilderung der aktuellen Situation: Es wird sehr schnell in den Ort hinein- und aus ihm herausgefahren. Der Rad- und Fußweg wird zudem – vor allem von Lkw-Fahrern – häufig überfahren. Das Ergebnis einer vor Jahren vom LBM durchgeführten Geschwindigkeitsmessung, nach der 70 Prozent im Schnitt mit Tempo 53 durchfahren, hält eine Anwohnerin schlicht für einen „Witz“: „Unter 70 ist schon die seltene Ausnahme.“ Nur wie abbremsen, beruhigen? Polder? Schwellen? Die Vorschläge des Ortsvereins: Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern ab der Höhe Martins-/Andreas-Hof bis Ortseingang, Verschwenkungsinseln mit Hinweistafeln im Ortseingangsbereich und Poller zur Sicherung des Rad- und Fußweges. So wie es ist, könne es jedenfalls nicht bleiben.

Beim jetzigen Stand des Planungsverfahrens vermisste Hick Informationen zum gedachten Rückbau der Berghauser Straße. Er befürchtet, sie könne weiter als Schleichweg dienen. Bezüglich Ausgleichsflächen ist Hicks Vorschlag die Ausweisung einer zusammenhängenden Biotopstrecke.

Hick, der Ortsverein und Anlieger wollen vor Ende der Plan-Offenlage – die Frist läuft bis 21. August – beim Bürgermeister und der Verwaltung vorstellig werden und über ihre Einwände und Vorschläge reden.

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