Fussgönheim Rudolf Renner will im Ort aktiv mitgestalten
Zudem sind ihm, den alle als Rudi Renner kennen, solch äußere Zeichen, wie ein Platz am Kopfende, nicht wichtig. „Fußgönheim hat mich schon immer interessiert und ich will dazu beitragen, im Ort die Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern und so den Ort liebenswert zu halten“, nennt der 56-Jährige als Motiv, warum er vor etwa 25 Jahren mit weiteren Fußgönheimern die Wählergruppe Merk gegründet hat. 2011 wurde aus der Wählergruppe die FWG. Bei der ersten Kommunalwahl nach der Gründung der Wählergruppe wurde Renner in den Gemeinderat gewählt und ist seitdem – mit einer Unterbrechung von fünf Jahren – Mitglied des Gremiums.
Vor allem berufliche, aber auch gesundheitliche Gründe waren es, warum Renner die Ratsarbeit fünf Jahre unterbrochen hat und manchmal nicht so aktiv sein konnte, wie er das gern gewesen wäre. Der Gärtnermeister war in seinem großen Gartenbaubetrieb stark eingespannt. Zudem war Renner viele Jahre Leiter der Fußgönheimer Feuerwehr. Da blieb nicht immer genug Zeit für die Ratsarbeit.
Alles wichtig, was die Bürger betrifft
Er interessiere sich generell für Politik, doch am wichtigsten sei ihm die Kommunalpolitik vor Ort, sagt Renner. Zu Beginn seiner politischen Tätigkeit sei er auch „zwei oder drei Jahre“ im Verbandsgemeinderat Maxdorf gewesen, doch das sei ihm zeitlich zu viel geworden. Renner möchte „aktiv mitgestalten, wie sich das Dorf entwickelt“. Er weiß aber, „dass die Möglichkeiten, etwas zu entscheiden von den Rahmenbedingungen abhängen“. Vieles sei von Bund, Land, Gesetzen und Vorschriften vorgegeben. „Vieles hängt auch vom Geld ab. Wenn kein Geld da ist, kann man weniger machen“, sagt Renner. Zu den Rahmenbedingungen gehöre auch, „wie die Verwaltung die Themen umsetzt“.
Rudolf Renner hat bei der Ratsarbeit keine besonderen Vorlieben oder Spezialthemen. „Für mich sind alle Themen, die im Rat behandelt werden, gleich wichtig, denn alle betreffen die Bürger“, sagt Renner. Es seien im Wesentlichen immer die gleichen Projekte, die im Gemeinderat auftauchen. Das seien Kindertagesstätte, Schule, Baugebiete, Dorferneuerung, Straßenbau. „Ich habe immer versucht, meine Kenntnisse und Erfahrungen einzubringen“, sagt Renner.
Viel Erfahrung in der Ratsarbeit
2021 hat er seinen Gartenbaubetrieb aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Seitdem hat er mehr Zeit. Als er gefragt wurde, ob er Nachfolger des im Dezember vergangenen Jahres verstorbenen Beigeordneten Emil Koob werden wolle, hat er zugesagt. „Ich möchte Bürgermeister Jochen Schubert entlasten und unterstützen“, sagt Renner. Dank seiner langen Erfahrung in der Ratsarbeit habe er einiges an Kenntnissen und Wissen, mit denen er dem Bürgermeister zur Seite stehen könne.
Einen eigenen Geschäftsbereich hat Renner nicht. „Das brauche ich nicht. Ich helfe auch so gern, wenn ich es kann. Es reicht, wenn der Erste Beigeordnete einen Geschäftsbereich hat“, sagt Renner. Helfen könne er nicht nur mit seinen Erfahrungen und Kenntnissen, sondern auch mit seiner Zeit. Etwa wenn am Tag Termine anstehen und Schubert aus beruflichen Gründen keine Zeit hat. So hat Renner einen Teil der Besuche zu hohen runden Geburtstagen oder Ehejubiläen übernommen. „Es freut einen, wenn sich die Leute wiederum über den Besuch eines Vertreters der Gemeinde freuen“, berichtet Renner von einer neuen Erfahrung, die er als Beigeordneter gemacht hat.
Unterstützen und beraten als Aufgabe
Als Beigeordneter sehe er seine Aufgabe vor allem in der Unterstützung und Beratung, sagt Renner. Etwas würde er allerdings gern ändern, wenn er könnte: die oft endlosen Diskussionen um Kleinigkeiten und wegen persönlicher Animositäten in Ausschuss- und Ratssitzungen.
Auch wenn Rudolf Renner seinen Betrieb abgegeben hat, so wird ihm doch nicht langweilig. Er ist Vorsitzender der Bauern- und Winzerschaft in Fußgönheim und in dieser Funktion Vorsitzender der Jagdgenossenschaft. Zwar ist Renner nicht mehr bei den Aktiven der Feuerwehr, aber bei den Feuerwehr-Senioren. Er macht Sport, fährt Rad, „außerdem habe ich einen großen Garten, da ist immer was zu tun.“ Und nicht zuletzt kümmert er sich mit Begeisterung um die Enkel, ein zweieinhalbjähriges Mädchen und einen zehn Monate alten Jungen. „Auch deshalb, weil ich für die eigenen Kinder wenig Zeit hatte.“