Rhein-Pfalz Kreis Rote Radler trotzen dem Regen
Mutterstadt. Ziemlich nass, aber um viele Eindrücke und Informationen reicher kamen am Samstagabend die Roten Radler auf der Eppsteiner Kerwe an. Zuvor radelten die Genossen unter Führung der SPD-Bundestagsabgeordneten Doris Barnett durch den Rhein-Pfalz-Kreis.
Ganz andere Perspektiven bekomme man auf dem Fahrrad, stellten übereinstimmend Doris Barnett und der Erste Kreisbeigeordnete Bernhard Kukatzki (SPD) fest. Knapp 20 Radler trotzten dem anhaltenden Nieselregen. Start war vormittags am Oggersheimer Bahnhof, dann ging die Tour durch das Maudacher Bruch nach Mutterstadt. Dort begrüßte die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Barbara Rödel die Radler und bot Getränke und Brezeln an. Informationen über die laufende Ortskerngestaltung bot Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). Zu Fuß begingen die Radler die Baustelle und ließen sich von Schneider den aktuellen Stand und die künftigen Pläne erläutern. Insbesondere die „Auswärtigen“ zeigten sich beeindruckt. „Jetzt weiß man, warum man außenrum fahren muss“, stellten sie fest. Schneider fand auch Worte für die Anwohner der Baustelle. „Die müssen derzeit einiges erdulden“, sagte er bedauernd. Schneider lobte aber auch die ausführende Baufirma, die sich sehr bemühe, Zugänge zu Grundstücken und insbesondere zu den Geschäften zu ermöglichen. Durch die Verkehrsverlagerung würden die Seitenstraßen während der Bauzeit stark belastet. Die Genossen zeigten sich von den Plänen beeindruckt. „Ich bin sicher, dass Mutterstadt sehr viel an Attraktivität gewinnen wird“, sagte Barnett. Schneider sprach auch Probleme mit einem Telekommunikationsunternehmen an, das Bauverzögerungen verursache. „Vielleicht hilft da mal ein Anruf aus Berlin“, sagte die Bundestagsabgeordnete ihre Unterstützung zu. Nächster Halt war in Rödersheim-Gronau. Dort besichtigten die Radler das Sozialhistorische Zigarrenmuseum. Bernhard Kukatzki, Erster Beigeordneter, studierter Historiker und Heimatforscher, war davon besonders beeindruckt. „Wir bekamen eine ganz tolle Führung und gezeigt, wie damals Zigarren gerollt wurden“, sagte Kukatzki im Anschluss. Thomas Angel und Sebastian Arnold hätten erklärt, wie die Zigarrenindustrie entstanden sei und wie es dazu gekommen war, dass dort früher einmal 800 Menschen beschäftigt waren. Von da aus ging es weiter – wieder im Regen. Pech für Kukatzki, der nur im kurzärmeligen Hemd unterwegs war. „Nass, wie frisch aus de Bad`wann“, sei er geworden. In Ellerstadt empfing Ortsbürgermeister Helmut Rentz (SPD) die Radler und erläuterte die Entwicklung des Ortes. Die einst sehr kleine Winzergemeinde habe im 20. Jahrhundert durch die Rhein-Haardt-Bahn und die Ansiedlung von Pendlern, die in Ludwigshafen arbeiten, einen starken Aufschwung erlebt. Und natürlich gab es für die Radfahrer hier Wein von den ortsansässigen Winzern. Wegen des anhaltend schlechten Wetters kürzten die Radler die Tour ab und steuerten den Abschluss auf der Eppsteiner Kerwe an. Interessant bei der Tour sei auch das direkte Gespräch mit Bürgern vor Ort gewesen, sagte Kukatzki. Themen seien Förderungsmöglichkeiten des Kreises für den Kinder-Notarztwagen und Geruchsprobleme durch Gemüse-Kompost auf den Feldern gewesen. |ghx