Der Weintipp RHEINPFALZ Plus Artikel Riesling, blindverkostet

Lange Weinbautradition: der Jesuitenhof in Dirmstein.
Lange Weinbautradition: der Jesuitenhof in Dirmstein.

Das Weintrinken der Coronasituation anzupassen – das empfiehlt der Kenner. Beispielsweise mit einem 2019er Mandelberg Halbstück vom Jesuitenhof in Dirmstein.

Restaurants geschlossen, keine Konzerte, keine ausgelassenen Treffen mit Freunden. Die aktuelle Situation schlägt uns zunehmend aufs Gemüt. Ein Fehler wäre es, die Sorgen zu ertränken und den Alkoholverbrauch deutlich zu erhöhen. Aber ruhig auch mal ein paar Euro mehr auszugeben, um die Freude am Wein durch bessere Qualität zu erhöhen, können wir unbedingt empfehlen.

Da kommt uns eine Blindverkostung gerade recht, bei der das „Forum Pfalz“, eine Vereinigung sehr guter Weingüter, in verschiedenen Weinkategorien seine besten Tropfen auswählen ließ. Blindverkostungen, bei der man nichts außer der Rebsorte weiß, sind so eine Sache. Mancher glaubt, es sei die einzige seriöse Art, Weine zu bewerten. Andererseits verzichten erfahrene Verkoster auf eine Vielzahl wichtiger Informationen (Boden, Klima, Ausbaumethoden), die einen Hinweis auf Qualität oder Haltbarkeit geben könnten. Manchmal kann es also sinnvoll sein, alle Daten eines Weines zu kennen. Andererseits: Wenn es darum geht, unter einer Reihe ähnlicher Weine den besten herauszufischen, sind Blindproben sinnvoll.

Frisches Fruchtaroma

Genau dies war die Aufgabe beim Forum Pfalz. Unser Liebling in der Kategorie 2019er Rieslinge war eindeutig das Mandelberg Halbstück des Dirmsteiner Jesuitenhofs. Im 16. Jahrhundert übernahm der Jesuitenorden ein älteres Kloster, in dessen stattlichen Gebäuden sich heute nach Renovierungen und Ausbauten das Weingut befindet. Schon 1803 erwarben es die Vorfahren der Eigentümerfamilie Schneider. Seit Moritz Schneider die Verantwortung für den Betrieb übernahm, scheinen die Weine Jahr für Jahr besser zu werden.

Auch im hervorragenden Jahrgang 2019 ist es nicht selbstverständlich, einen Riesling auf die Flasche zu bringen, der wirklich alles hat, was wir von einem großen Riesling mit hervorragendem Reifepotenzial erwarten: verwobenes und frisches Fruchtaroma, saftiger Körper und allerfeinste Säurelänge.

Info

Preis: 11,50 Euro ab Weingut.

Bezug: Weingut Jesuitenhof, 67246 Dirmstein, Telefon 06238 / 2942, www.jesuitenhof.de.

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