Römerberg RHEINPFALZ-Mitarbeiter in Römerberg: Otto Haaf verstorben
Als Otto Haaf 1930 geboren wurde, besaßen seine Eltern einen Kolonialwarenladen in Berghausen. Als Kind und Jugendlicher erlebte er, wie der Zweite Weltkrieg in Form von Fliegeralarm und schließlich dem Einmarsch der Alliierten auch ins Speyerer Umland kam. Mit seiner Kamera gelangen dem jungen Otto damals beeindruckende Aufnahmen. Nach dem Krieg arbeitete Haaf zunächst in einer Backstube. Die Arbeit führte ihn auch nach Kaiserslautern, wo er seine spätere Frau Anna kennenlernte. Eine Blutkrankheit zwang den Berghausener, den Bäckerberuf aufzugeben. Stattdessen heuerte er bei den Flugzeugwerken in Speyer an, wo er fast drei Jahrzehnte im Metallbau tätig war.
Zu Hause in Berghausen engagierte sich Otto Haaf in zahlreichen Vereinen sowie bei der Tschernobyl-Hilfe. Zu weißrussischen Mädchen, die das kinderlose Paar zeitweise bei sich aufnahm und die später nach Deutschland auswanderten, hielten die Haafs dauerhaft Kontakt. In den 1970ern gehörte Otto Haaf zu den Gründungsmitgliedern des örtlichen Pfälzerwald-Vereins sowie des Heimatvereins. So kam er auch zur Zeitung: Als Schriftführer schickte er Texte an die Redaktion, die ihn irgendwann als freien Mitarbeiter einsetzte – zunächst die „Speyerer Tagespost“, später die RHEINPFALZ. Seiner journalistischen Tätigkeit ging Haaf immer mit großer Sorgfalt und Stolz nach. Über Jahrzehnte versorgte er die Redakteure per Fax und durch kurze oder auch mal längere Anrufe mit den neuesten Informationen aus Römerberg – auch dann noch, als längst E-Mails den Redaktionsalltag dominierten. Dabei schilderte Otto Haaf auch gerne und stets unterhaltsam, was ihm in seinem langen und interessanten Leben so widerfahren war. Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung findet am Freitag, 8. August, um 13.30 Uhr auf dem Friedhof in Berghausen statt.