Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Rekordverdächtige Besucherzahlen bei Bobenheim-Roxheimer Kerwe

Mit dem Schlammbrummer, einem neuen Pfälzer Fabelwesen, präsentierte sich der Verein- für Heimatpflege und Naturschutz beim Kerw
Mit dem Schlammbrummer, einem neuen Pfälzer Fabelwesen, präsentierte sich der Verein- für Heimatpflege und Naturschutz beim Kerweumzug. Foto: BOLTE

Strahlend schönes Sommerwetter bescherte der Bobenheim-Roxheimer Kerwe am Wochenende rekordverdächtige Besucherzahlen. Nach einem ökumenischen Gottesdienst und der Eröffnung durch Bürgermeister Michael Müller (SPD) war die Rathauswiese bereits zum Auftakt am Freitagabend bestens besucht. Am Samstagabend wurden die Besucherzahlen dann noch mal getoppt. Zu den Höhepunkten zählte der traditionelle Kerweumzug am Sonntag, der unter dem Motto „50 Jahre Bobenheim-Roxheim“ stand.

Mittlerweile hat man sich in Bobenheim-Roxheim mit der gemeinsamen Kerwe der beiden Ortsteile nicht nur arrangiert, man hat sich damit angefreundet – auch wenn es noch regelmäßig Diskussionen um die Route des Kerweumzugs gibt. Vor allem bei der Auswahl der Musik trafen die Organisatoren im Rathaus offenbar den Geschmack des Publikums. Der Erste Beigeordnete Frank Peter (CDU) hatte schon zu Beginn der Kerwe-Fusion die Losung ausgegeben, dass die Akzeptanz der neuen Struktur ganz maßgeblich von der Qualität der Musik und des Bühnenprogramms abhängen wird. Er sollte recht behalten.

Die Veranstalter taten auch diesmal gut daran, auf bodenständige Musikgruppen aus der Region zu setzen. Die neunköpfige Band Krachleder etwa zog am Freitagabend alle Register. Die Besucher erlebten eine akustische Achterbahnfahrt durch unterschiedliche Musik- und Stilrichtungen. Die Musiker zeigten eine enorme Vielseitigkeit. Es gab Schlager-Ohrwürmer aus den vergangenen vier Jahrzehnten, Rock-Pop, Hip-Hop und Elektro-Sound.

Auch am Samstagabend strömten die Besucher schon frühzeitig auf die Kerwe. Auf der Bühne stand diesmal die Band The Bombshells. Die vier Vollblutmusiker sind in der pfälzischen Musikszene eine echte Hausnummer und wurden diesem Ruf auch in Bobenheim-Roxheim vollauf gerecht. Die Zuhörer erlebten eine Rock- und Pop-Kultur der Marke Eigenbau. Der Funke sprang schnell über. Bis in die Nacht hinein herrschte auf der Rathauswiese eine Bombenstimmung. Das machte sich auch beim Umsatz bemerkbar. Beispielhaft für die Hochkonjunktur war der Stand des Würfelclubs, bei dem zu vorgerückter Stunde in aller Eile 100 zusätzliche Dubbegläser beschafft werden mussten.

Strahlender Sonnenschein herrschte dann auch beim Kerweumzug am Sonntag, der sogar etwas älter als die Großgemeinde selbst ist. „50 Jahre Bobenheim-Roxheim“ lautete das Motto des Zuges, der seine Anfänge bereits Mitte der 60er-Jahre in der Bobenheimer Siedlung erlebte. Ideengeber waren damals Hermann Scharpf und Klaus Eisenhauer vom BCV.

Auch diesmal setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort: Aufwendige Festwagen werden seltener, dafür wächst die Zahl der Fußgruppen. Das sorgte am Sonntag für viel Lebendigkeit auf den Straßen. Teilnehmer und Zuschauer kamen sich auf diese Weise näher. Unter den 31 Zugnummern stellten die mit Abstand größten Teilnehmergruppen auch diesmal wieder die beiden Karnevalvereine RCV und BCV sowie die Pfadfinder und der Sportclub. Der SC nahm dabei sein eigenes, 25-jähriges Bestehen in den Fokus. Die DPSG St. Georg zeigte die Lebensart und Jugendkultur der vergangenen fünf Dekaden. Sehenswert war auch der liebevoll kreierte Schlammbrummer des Vereins für Heimatpflege und Naturschutz sowie die stattlichen Beiträge des Wassersportvereins, der Rheinschule und des Schützenvereins.

Ansteckende Stimmung verbreiteten die Sängerinnen und Sänger der Chorvereinigung und die Landjugendgruppe „Vorderpälzer Originale“. Seinen enormen Aufwärtstrend spiegelte der SV 1914. Nostalgische Beiträge steuerten der Radfahrerverein mit seinen Hochrädern und die Feuerwehr mit ihrer historischen Spritze bei. Vogelpark, Landfrauen, Radlerballett, CDU und Würfelclub rundeten mit ihren Gruppen den Zug ab. Auch der Freundschaftskreis Chevigny reihte sich mit seiner bunten Tracht ein. Allemal sehenswert waren die aufwendig geschmückten Festwagen und Fahrzeuge der Gemeindeverwaltung, des Globus-Markts, der VR-Bank, des Gewerbevereins und des Ortskartells. Die Begleitmusik steuerten die Gruppe Ritmo Palatino und der Musikverein Oggersheim bei.

Ortskartellvorsitzender Florian Lobocki zog am Ende ein rundum positives Kerwe-Fazit. „Eine unschlagbare Stimmung und ein voller Erfolg“, resümierte der Organisator. Lobocki würdigte auch die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung. Mit der Sängerkerwe und dem Dampfnudelverkauf der Landfrauen ging die Kerwe am Montag stimmungsvoll zu Ende.

x