Neuhofen
Rehbachschule: Ein Schritt in Richtung mehr Platz
Pädagogisches Konzept – das klingt rein für sich betrachtet vielleicht etwas staubig. Doch damit tut man ihm unrecht. Denn so ein pädagogisches Konzept hat seine Relevanz, wie Neuhofens Bürgermeister Ralf Marohn (FDP) in der jüngsten Ratssitzung dem Plenum und den Zuschauern erklärte: „Ohne pädagogisches Konzept kein Raumkonzept, ohne Raumkonzept keine Zuschüsse. Und ohne Zuschüsse dürften wir es schwer haben, das Projekt zu stemmen.“
Das Projekt, das ist der Anbau für die Rehbachschule, die Neuhofener Grundschule, in Verbindung mit dem sogenannten Ganztagsförderungsgesetz in Rheinland-Pfalz, wonach die Schulkinder im Land einen Rechtsanspruch darauf haben, ganztägig betreut zu werden. Aktuell gehören zur Rehbachschule drei Gebäude – das ursprüngliche Schulgebäude, ein Schulbau neueren Datums sowie ein Containerbau.
Noch nichts fix
Dem Rat vorgestellt hat das pädagogische Konzept für die Rehbachschule deren kommissarische Leiterin, Sabine Terré. In Stein gemeißelt, sei aber noch nichts, betonte Marohn. Es gehe darum, grundsätzliche Inhalte zu vermitteln. Das schaffte Sabine Terré mühelos. Ein Problem, das viele Grundschulen gerade umtreibt, ist ihren Ausführungen zufolge die Raumnot. Für das Schuljahr 2026/27 rechne man mit 87 Erstklässlern, womit man vierzügig sei. 2027/28 seien 71 Erstklässler (dreizügig) eingeplant, für das darauffolgende Schuljahr 76.
„Dafür sind mehr Schulsäle, Betreuungs- und Lernräume notwendig“, betonte Terré. Hinzu komme, dass zusätzliche räumliche Kapazitäten benötigt würden, weil immer weniger Kinder in den klassischen Religionsunterricht (Evangelisch oder Katholisch), sondern in den Ethikunterricht gingen. Aktuell besuchten 282 Kinder die Rehbachschule. „Es ist alles sehr eng.“ Der Anbau soll helfen, die Lage zu entzerren. In den Bau sollen eine größere Mensa, ein Mehrzweckraum, zwei Klassensäle sowie zwei Horträume kommen. Vor gut einem Jahr ist im Gemeinderat dazu schon eine Machbarkeitsstudie vorgestellt worden.
Bilinguale Schule
Die Rehbachschule ist laut Terré eine bilinguale Schule. Das heißt, es gibt Unterricht auf Deutsch, aber in ausgewählten Klassen auch schon auf Englisch. Interaktive Medien sollen helfen, die sprachlichen Kompetenzen zu erweitern. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Gesundheitserziehung, meinte Terré. Konkret passiere das über das Programm „Klasse 2000“. Dabei gehe es hauptsächlich um Ernährung, Bewegung, Hygiene, Suchtprävention, Stressbewältigung und Medienkompetenz. Das Ziel sei es, gesunde und starke Persönlichkeiten zu formen. In Arbeit sei derzeit ein Programm, mit dem den Schülern geholfen werden soll, damit sie flüssiger lesen können.
In Zukunft wolle man in der Rehbachschule „durch moderne Räume vielfältige Lernformen“ ermöglichen, meinte Sabine Terré. Dazu gehören ihren Ausführungen zufolge auch feste Räume zum Experimentieren, modulare Möbel für flexible Sozialformen, Lernzonen und eine gute digitale Ausstattung.
Betreuende Grundschule favorisiert
Bei der Betreuungsform will man in Neuhofen auf die Betreuende Grundschule setzen. Laut Sabine Terré hat das den Vorteil, dass es im Vergleich zur Ganztagsschule das flexiblere Modell ist. Bei der Betreuenden Grundschule seien die Betreuungszeiten flexibel buchbar, bei der Ganztagsschule sei der zeitliche Umfang genau festgelegt. Auch inhaltlich gibt es Unterschiede. So handelt es sich bei der Betreuenden Grundschule, wie der Name schon erahnen lässt, um ein Betreuungsangebot. Die Inhalte sind nicht einheitlich vorgeschrieben. Bei der Ganztagsschule gibt es dagegen ein schuleigenes pädagogisches Konzept, das sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert. Die Flexibilität sei dabei das Hauptkriterium gewesen, bestätigte Marohn.
Die Ausführungen der kommissarischen Schulleiterin überzeugten die Ratsmitglieder, die das Pädagogische Konzept einstimmig annahmen. Marohn bekräftigte aber, dass das Papier in Abstimmung mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) noch sprachlich angepasst werde.