Rhein-Pfalz Kreis Realschule plus soll abgerissen werden
Der Bauausschuss des Rhein-Pfalz-Kreises hat sich dafür ausgesprochen, die Gebäude der Realschule plus in Bobenheim-Roxheim abzureißen und einen Neubau zu errichten. Die Kosten hierfür werden bei gut zehn Millionen Euro liegen. In seiner Sitzung am Donnerstagnachmittag hat der Ausschuss außerdem den Weg für mehrere Sanierungen von Schulen und des Kreisbads Römerberg freigemacht.
Die Überlegungen für Bobenheim-Roxheim beziehen sich auf die im Jahr 1967 errichteten Gebäudeteile der Schule – sie befinden sich in der Mitte des Areals und sind ein langgezogener Trakt. Es handelt sich dabei um die Gebäude der früheren Hauptschule, der ehemaligen Grundschule und die Einfeld-Turnhalle. „Sie sollen durch einen Neubau ersetzt werden“, erklärte Kreisbeigeordneter Manfred Gräf (CDU), der selbst lange Jahre Bürgermeister von Bobenheim-Roxheim war. Nicht angetastet werden die benachbarte Grundschule, die erst neu gebaute Mensa sowie die Turnhalle. Auch an den alten, 1905 errichteten Gebäudekomplex samt seiner den Ortsteil prägenden Fassade gehe der Kreis nicht ran. „Das geht schon aus emotionalen Gründen nicht, da ganz viele Bobenheim-Roxheimer dort zur Schule gegangen sind, so wie auch ich“, sagte Gräf. Dieses alte Gebäude solle erhalten werden. Wie es später genutzt werden könne, müsse nun in Gesprächen mit der Gemeinde geklärt werden, sagte Gräf. Bis in Bobenheim aber die Bagger anrollen werden, werden noch etliche Monate vergehen, ehe die Planung unter Dach und Fach ist. Dem Ausschuss sind am Donnerstag verschiedene Modellrechnungen der Bauabteilung vorgestellt worden. Denn klar sei: „Wir brauchen Zuschüsse, um bauen zu können, und dafür müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden“, so Gräf. Was einfach klingt, führte im Kreishaus zu mehreren komplizierten Rechnungen. Mit Blick auf eine Lebensdauer (angesetzt werden 50 Jahre) wurde dabei untersucht, welche Art der Sanierung im Falle der Schule am sinnvollsten ist. Die Bandbreite reichte von punktuellen Arbeiten bis zum kompletten Abriss sowie Neubau. Letztlich erwies sich dabei die Neubau-Variante in der Langzeitbetrachtung als am wirtschaftlichsten. Somit haben sich die Ausschussmitglieder für diese Zehn-Millionen-Variante ausgesprochen, weil sie nur so eine Chance sehen, vom Land Zuschüsse zu bekommen. Die Beratung am Donnerstag war dabei nur der Auftakt. Laut Kreisverwaltung werden nun Angebote von Büros eingeholt, von denen eines den Planungsprozess begleiten soll. Dieser wiederum wird sich aufgrund der hohen Investitionssumme als europaweite Ausschreibung samt Planungswettbewerb gestalten. Erst wenn die Entwürfe vorliegen, können sich die Gremien für die nächsten Schritte entscheiden. Reinhard Roos (SPD) meinte: „Wir müssen sicherstellen, dass wir Baurecht dort haben. Nicht dass wir etwas abreißen und dann geht’s nicht mehr weiter.“ Der Bauausschuss hat am Donnerstag außerdem mehrere aktuell anstehende Sanierungsarbeiten abgesegnet und den jeweiligen Betrieben die Zuschläge für die Aufträge erteilt: So werden die Naturwissenschaftsräume der Realschule plus Dudenhofen/Römerberg für rund 31.700 Euro mit Möbeln ausgestattet. Neue Möbel und eine moderne Ausstattung gibt es auch für die Rudolf-Wihr-Realschule plus in Limburgerhof. So wird die Bibliothek dort für 22.600 Euro mit neuen Regalen, Tischen und Stühlen versorgt. Die neuen Möbel für die Schulverwaltung (inklusive Hausmeister, Küchentheke und Lehrerzimmer) kosten 31.400 Euro. In der Limburgerhofer Schule gehen außerdem die seit Oktober laufenden Sanierungsarbeiten weiter. Der Ausschuss hat die Bodenbelags-, Schreiner, Maler-, Trockenbau- und Metallbauarbeiten abgesegnet. Insgesamt geht es hier um gut 400.000 Euro. Außerdem steht die 2,6 Millionen Euro teure Sanierung des Kreisbads in Römerberg an. Laut Manfred Gräf wird das Bad, das seit 1. Februar geschlossen ist, derzeit für die geplanten Arbeiten ausgeräumt. Der Ausschuss hat nun grünes Licht für viele Handwerkerarbeiten gegeben, die zusammen 2,1 Millionen Euro kosten. Anfang März sollen die Arbeiten beginnen, fertig soll das Bad Ende August 2018 sein. |ax