Bobenheim-Roxheim
Rat wählt neue Umweltbeauftragte
Christdemokraten, Freie Wähler und Grüne gaben Nicole Born bei der Abstimmung über die Nachfolge von Manfred Alban Pfeifer als ehrenamtlicher Beauftragter für Umwelt und Landwirtschaft ihre Stimme. Die acht anwesenden Sozialdemokraten votierten dagegen mit „Nein“. Damit war die 49-Jährige als neue Umweltbeauftragte gewählt – jedoch nicht ohne längere Diskussion im Rat.
Mit 150 Euro vergütet
Wie berichtet, hatte der bisherige Umweltbeauftragte Pfeifer kürzlich seinen Rücktritt vom Amt erklärt. Als Grund führte er unter anderem das „zerrüttete Verhältnis“ mit dem Ersten Beigeordneten Frank Peter (CDU) an, dessen Fachbereich das Ehrenamt zugeordnet ist. „Ich würde die Kommunikation mit Peter jetzt und hier gerne offenlegen“, sagte Pfeifer in der Sitzung am Mittwochabend und verwies auf eine seiner Aussage nach schwierige Zusammenarbeit mit dem Christdemokraten. Peter bezog Stellung und sagte: „Ich stelle fest, dass wir wohl eine unterschiedliche Auffassung von Ehrenamt haben.“
Peter sagte, das Ehrenamt, das mit 150 Euro im Monat vergütet wird, sei als Brückenbauer zwischen Bürgern und Verwaltung eingerichtet worden. Es gehe dabei um Ansprechbarkeit. Pfeifer habe zwar Fragen der Bürger beantwortet, wollte in anderen aber nicht ansprechbar sein. „Die Aufgaben waren klar deklariert. Der Umweltbeauftragte hat seine Schwerpunkte aber anders gesetzt als vereinbart.“
Zeit nicht ausreichend
Pfeifer wies darauf hin, dass vier Stunden pro Woche nicht ausreichend gewesen seien, um allen Anforderungen des Ehrenamts gerecht zu werden. Dem stimmte der Erste Beigeordnete nicht zu und meinte, viele Bobenheim-Roxheimer würden mehr Zeit in ein Ehrenamt investieren, ohne eine Aufwandsentschädigung zu erhalten.
Pfeifer betonte, dass seine Beweggründe für den Rücktritt vom Amt jedoch vielseitiger waren, als bisher von der RHEINPFALZ berichtet. Auch die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei schwierig gewesen. Er habe nur geringe Unterstützung erfahren. Die schnelle Installierung der Fotovoltaikanlage auf dem sozialen Wohnungsbau im Südring sei mithin sein Verdienst gewesen.
Mehr als zwölfmal, so führte Pfeifer aus, hätten ihn Bürger um die Bestimmung von Insekten gebeten. „Als Biologe habe ich das auch gerne gemacht“, sagte Pfeifer und betonte, dass er das auch nach seinem Rücktritt als Umweltbeauftragter gerne weiterhin für die Bobenheim-Roxheimer übernehmen wolle.
„Amt ist verzichtbar“
SPD-Fraktionssprecher Hans Reiner Schiffmann hatte gefordert, das Ehrenamt zu streichen. Die Koalition aus CDU, FWG und Grüne habe mit ihren Beauftragen für Umwelt- und Landwirtschaft sowie für den Jugendbereich keine glückliche Hand bewiesen. „Der eine wirft nach einem Jahr hin, die Andere will keinen Bürgerkontakt.“ So werde die SPD einer Neubesetzung des Amts nicht zustimmen. Das Amt sei verzichtbar.
Dem widersprach Michael Voll (CDU). „Das Thema Umwelt bewegt die Leute, vor allem auch junge Menschen, wie man bei Fridays for Future deutlich sieht.“ Auch für Frank Sommer (Grüne) bestand kein Zweifel an der Notwendigkeit des Amts. „Hier geht es um ein besseres Zusammenspiel von Verwaltung und Bürgern.“ Die Unverzichtbarkeit ließ Bürgermeister Michael Müller (SPD) nicht unkommentiert: „Dann bräuchten wir auch einen Beauftragten für Hochbau, Tiefbau, Soziales, das Standesamt und so weiter und so fort.“