Rhein-Pfalz Kreis Rallyefahrer mit gewissen Talenten

Schifferstadt. Neben seinem Beruf als Architekt ist Hans Schwind gleich für mehrere Vereine und Institutionen aktiv. Der Schifferstadter wurde deshalb jetzt mit der Verdienstmedaille des Landes für vielfältiges und Jahrzehnte währendes ehrenamtliches Engagement geehrt. Angefangen hatte alles mit der Feuerwehr ...
„Man braucht schon ein gutes Zeitmanagement“, stellt Hans Schwind schmunzelnd fest. Etwa zwei Stunden täglich sei er mit ehrenamtlichen Aufgaben beschäftigt. Dass im Lauf der Jahre so viele verschiedene Sachen zusammen gekommen sind, „hat sich so ergeben“, meint Schwind. „Ich glaube, ich habe schon ein gewisses Organisationstalent“, sagt der 65-Jährige auf die Frage, warum man ihm immer wieder ehrenamtliche Aufgaben und Ämter angetragen hat. Und irgendwie sei er auch in viele Aufgaben einfach so „reingerutscht“. Sein erstes Ehrenamt übernahm er als Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr in Schifferstadt. 1968 trat er ein und verpflichtete sich für zehn Jahre und dann noch einmal für dieselbe Zeit. Damals sei der Katastrophenschutz im Landkreis aufgebaut worden, und Schwind wollte lieber hier aktiv werden, als bei der Bundeswehr den Wehrdienst zu leisten. Schon damals war Schwind vom Motorsport fasziniert. Er wurde also Mitglied des Schifferstadter Motorsport Clubs (MSC) und nahm als Fahrer mit Erfolg an Rallyes teil. Später wurde er Sportleiter und Vorstand. Als der MSC 1990 mit dem Automobilclub (AMC) zum Motorsport und Automobilclub (MAC) fusionierte, wurde Schwind zum Vorsitzenden gewählt und ist seither durchgehend im Amt immer wieder bestätigt worden. Als Rallyefahrer war Schwind bis 1989 aktiv. 1983 war er Pfalzmeister und 1988 Sieger der Toyota Trophy. Zusammen mit dem MAC führte Schwind 1986 das Zunftbaum-Stellen am ersten Mai wieder ein. Die Motorsportler kamen bei einer Vereinsfahrt nach Bayern auf die Idee, und Schwind als Architekt arbeitete den nötigen Bauantrag aus. Aufgestellt wird der Zunftbaum seither an der Speyerer Straße. Eine weitere, viel beachtete Veranstaltung ist die Oldtimer-Rallye, die der MAC 2008 zum 450-jährigen Bestehen des Schifferstadter Rathauses ins Leben rief. Auch in diesem Jahr fahren die Teilnehmer wieder dort durchs Ziel. Zusammen mit der DLRG und dem Leichtathletik Club organisiert der MAC auch den Schifferstadter Triathlon. Die Motorsportler seien eingesprungen, als die Radfahrvereinigung nicht genügend Helfer aufbringen konnte. Und weil Schwind als Rennradfahrer das mitbekam, brachte er auch hier seinen MAC ins Spiel. Feuerwehr und MAC – das reichte Schwind anscheinend nicht: 1990 wurde er Mitglied der Schifferstadter CDU und in Folge auch Mitglied des Stadtrats, dem er bis heute angehört. Für die Christdemokraten sitzt er im Bauausschuss und im Ausschuss für Kultur und Soziales. Seit 1994 ist der Architekt zudem zweiter Vorsitzender der Kultur- und Sportvereinigung (KuS) Schifferstadt, zuvor war er bereits vier Jahre lang Referent der Sportvereine. Ebenfalls seit 1994 ist Schwind Mitglied des Verwaltungsrats der Pfarrei Sankt Jakobus. Schon als Jugendlicher war er bei den Pfadfindern und in der Kolpingfamilie aktiv. Und dann kam irgendwann die Fußballweltmeisterschaft 2006. Nein – Schifferstadt war kein Austragungsort. Für seinen Einsatz als Freiwilliger Helfer musste Schwind auf den Betzenberg fahren: Dort half er ausländischen Gästen, ihre Plätze zu finden. Natürlich wäre das vielfältige Engagement ohne die Unterstützung seiner Familie nicht möglich, betont Schwind. Dabei sind seine Frau Hildegard und die beiden Söhne nicht nur bereit, dem Vater „Ausgang“ zu gewähren, sie nehmen auch an vielen Veranstaltungen aktiv teil, sagt Schwind. Die Verdienstmedaille überreichte ihm der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, Hans-Jürgen Seimetz, im Namen der Ministerpräsidentin in Neustadt. „Ich sehe das auch als Dank für alle anderen Aktiven, denn alleine könnte ich nichts bewegen“, sagt Schwind. Über die Anerkennung durch Ministerpräsidentin Malu Dreyer freut er sich. Und mit Verblüffung stellte er fest, dass mit der Verdienstmedaille auch zwei Seiten „Gebrauchsanweisung“ kommen. Die will er noch studieren, denn darin steht genau erklärt, wie das Ehrenzeichen zu tragen ist und zu welchen Anlässen.