Rhein-Pfalz Kreis Radler fühlen sich benachteiligt

Placeholder-Image

Mutterstadt. Radfahrer leben auf den Straßen der Gemeinde gefährlich. Das haben uns mehrere Mutterstadter gestern Vormittag bei der „Redaktion vor Ort“ berichtet. Unmut herrscht zudem über die Personalpolitik der katholischen Kirche. Sonst sind die Mutterstadter überwiegend zufrieden – nicht zuletzt mit der RHEINPFALZ.

Für Zita Horst ist das Lesen unserer Zeitung ein morgendliches Ritual, auf das sie nicht verzichten möchte. Seit 1958 informiert sie sich ausführlich darüber, was in der Gemeinde und der Welt passiert. Schon ihre Mutter habe täglich die RHEINPFALZ gelesen, erzählt Erika Geschwill. „Das ist unsere Familienzeitung“, sagt sie. Dass mittlerweile auf fast allen Straßen in der Kommune ein Tempo-30-Limit gilt, findet sie gut. Doch es nütze in der Praxis leider nichts, weil es niemand kontrolliere. „Und wofür werden Spielstraße wie die am Palatinum ausgewiesen, wenn sich Autofahrer nicht daran halten?“, fragt sie. Sie selbst sei auch vom Fahrrad geholt worden, beschreibt Geschwill eindrücklich die Gefährdung durch rücksichtslose Zeitgenossen. Regina von Bodisco wünscht sich ein Plakatier- und Parkverbot an der Lidl-Ausfahrt am Ortsausgang Richtung Maudach. Wegen der eingeschränkten Sichtverhältnisse sei es schwierig, sich in den Verkehr einzuordnen. Peter Reinartz, Vorsitzender der Blaskapelle, empfindet Mutterstadt als liebenswert und fühlt sich hier seit 1982 wohl. Die Gemeinde unterstütze die Vereine toll, und das Palatinum sei etwa für die Blaskapelle ein echter Glücksgriff. „Sonst hätten wir für Konzerte keine Räumlichkeiten“, sagt er. Reinartz und Joachim Hüther stört allerdings, dass es seit der Pastoralreform keinen Hauptamtlichen mehr für die katholische Kirchengemeinde gibt. „Und der jetzige Pfarrer wird nach nur zwei Jahren auch schon wieder versetzt. Es gibt zwar Gerüchte über die Gründe, aber keine Erklärungen vom Bistum in Speyer“, beklagen sie. Das schränke das einst blühende Leben in der Kirchengemeinde ein. Ein solcher Umgang mit Menschen sei nicht in Ordnung. Daneben bereitet Joachim Hüther der geplante kombinierte Geh- und Radweg in der Ludwigshafener Straße Sorgen. Denn laut Medienberichte sei so ein Weg sehr unfallträchtig. Überhaupt fühlen sich Radfahrer in Mutterstadter benachteiligt. Auf Mutterstadter Gemarkung seien so gut wie keine Fahrradwege ausgewiesen, stellt Christoph Görtz fest. In anderen Gemeinden aber wohl. Gabriel Hüther versteht nicht, „warum der verbreiterte Fuß- und Radweg in der Waldstraße durch Blumenkübel verstellt und dadurch verkleinert wurde“. Ludwig Hampel meint: „Es gibt zu wenige Radwege im Ort.“ Und dort, wo die Radler am Fahrbahnrand fahren müssen, lauerten gefährliche Spalten und Risse im Belag. Ein anderes Problem seien die zugeparkten Straßen, wie etwa die Ringstraße. Hampel habe schon beobachtet, wie sich dort ein Feuerwehrauto im Einsatz im Schritttempo durch die parkenden Autos schlängelte. „Dort und auch in anderen Straßen mit dem gleichen Problem sollte nur einseitiges Parken erlaubt sein“, schlägt er vor. „Oder muss erst noch was passieren?“ Mit „seiner RHEINPFALZ“ ist er 76 -Jährige zufrieden, seit 1961 hat Hampel sie abonniert. „DIE RHEINPFALZ ist das erste, was ich morgens brauche“, erzählt er. Walter Pfannhuber wünscht sich von der RHEINPFALZ, dass regionale Informationen öfter und schneller auf der Internetseite www.rheinpfalz.de stehen. Eine Kreativ-Seite mit handwerklichen Tipps und Ideen rund ums Basteln und um Haus und Garten – das fehlt Pia Kroner in ihrer RHEINPFALZ. „Das würde auch viele junge Leser ansprechen“, ist die 35-Jährige überzeugt. Ehemann Dominik Kroner liest meist den Sportteil: Gut findet der Hobby-Fußballer, dass auch über Randsportarten berichtet wird. Als Beispiel nannte er den Rollstuhlbasketball-Spiel. Unnötig hingegen sind seiner Meinung nach die Schulnoten für die Fußballspieler. Said Seyedi wohnt seit über 30 Jahren in Mutterstadt und fühlt sich hier wohl, verrät er. Doch der Eingangsbereich des Orts – von Maudach kommend „ist wirklich hässlich und hat kein Flair“, findet Seyedi. Überhaupt sollten die Mutterstadter mehr Mut zur Kreativität haben, damit der Ort optisch attraktiver werde. So wünscht er sich hier und da ein paar Blümchen mehr vor den Fenstern und in den Gärten und vor allem mehr Farbe an den Gartenzäunen und Häuserwänden. (mamü/doo)

x