Rhein-Pfalz Kreis Radeln auf Schutzstreifen

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Mutterstadt. Die Sicherheit auf Mutterstadts Straßen ist ein Thema, das die Lokale Agenda erneut umtreibt. Nachdem sie sich 2012 für ein Tempo-30-Limit innerhalb des Orts stark gemacht hat, engagiert sie sich jetzt für Schutzstreifen, die Radfahrer sicherer durch das Dorf führen sollen. Die Gemeinde ist der Idee vom Grundsatz her nicht abgeneigt. Für die Ludwigshafener Straße jedoch kommt der Vorschlag schlicht zu spät.

Tempo 30 und Schutzstreifen, das beißt sich. „Entweder Tempolimit oder Streifen – beides auf einmal geht nicht“, sagt Werner Stubenrauch, der die Idee mit der besonderen Fahrbahnmarkierung vorstellt. Was jetzt aber nicht heiße, dass sich die Lokale Agenda selbst ins Gehege kommt. „Wir hätten natürlich lieber überall im Ort Tempo 30, aber auf den Hauptverkehrsstraßen wird eben nach wie vor 50 gefahren. Und genau da wollen wir mit dem Schutzstreifen-Konzept ansetzen, das unser Mitglied Werner Krick erarbeitet hat.“ Ein Schutzstreifen ist eine Art eigene Fahrradspur, etwa eineinhalb Meter breit und markiert durch eine weiße gestrichelte Linie. Zwischendurch zeigen aufgesprühte Piktogramme, für wen die Bahn gedacht ist. „Was nicht heißt, dass darauf nicht auch mal ein Auto ausweichen darf“, sagt Stubenrauch. Und genau das soll die Akzeptanz für das Vorhaben bei den motorisierten Bürgern erhöhen: Wenn’s eng wird, kann problemlos zur Seite gefahren werden – bei dem regen landwirtschaftlichen Verkehr im Ort eine Situation, die durchaus vorkommt. Weitere Vorteile, die sich durch Schutzstreifen ergeben, sind dem Agenda-Konzept zufolge, dass der Autofahrer die Radfahrer ständig im Blick hat, der bauliche Aufwand gering ist, Radler sicher durch Verkehrsknoten gelenkt werden, es zu weniger Konflikten mit Fußgängern kommt. Und, dass wenig Platz im Verkehrsraum benötigt wird. Heißt: Gesonderte Fahrradspuren zu markieren, ist laut gängiger Normen bereits ab einer Straßenbreite von sieben Metern möglich. Einzeichnen lassen möchte die Lokale Agenda die Linien gerne in der Waldstraße, in der Speyerer, der Neustadter, der Oggersheimer, der Ruchheimer und der Ludwigshafener Straße. Letztgenannte liegt der Initiative besonders am Herzen, weil dort ohnehin bald gebaut wird: Bei der Ortskernerneuerung ändert sich auch die Straßenführung in der Dorfmitte. Die Ludwigshafener Straße wird umgestaltet. Wenn das Land mitspielt (die Ludwigshafener Straße ist Landesstraße) und Geld in den Haushalt einstellt schon 2016. Schutzstreifen bekommt sie allerdings keine. „Der Planungsauftrag für die Gestaltung der Ludwigshafener Straße ist vergeben“, sagt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). Und das sei eigentlich bekannt. Die Bürger seien schließlich in die Vorbereitungen mit einbezogen worden. „Wir haben das Vorhaben öffentlich vorgestellt, danach konnte jeder, der wollte, Anregungen geben. Die haben wir uns angehört, eingearbeitet und dann das Ganze noch mal in einer Bürgerversammlung präsentiert.“ Gebaut wird in der Ludwigshafener Straße ein kombinierter Fuß- und Radweg – und zwar rechter Hand, schaut man aufs Ortszentrum. Und genau das will die Lokale Agenda nicht: „Auf diesem Radweg wird gegenläufig gefahren – also in die eine wie in die andere Richtung. Das kann für Radfahrer gefährlich sein, wenn beispielsweise Autos aus Hofausfahrten fahren“, bemerkt Stubenrauch. Schneider dagegen hat mit der Lösung keine Probleme: „Vor dem Fahrradweg entsteht zunächst einmal ein breiter Fußweg. Das heißt, Radfahrer rollen nicht unmittelbar an den Ausfahrten vorbei. Außerdem verhindern Schutzstreifen zwischen Radweg und Parkflächen, dass Radler von Autotüren erfasst werden, die plötzlich aufgehen.“ Der Bürgermeister hat aber auch generell kein Problem mit der Schutzstreifen-Idee. Er will nun den Vorschlag in das Gremium für Verkehrsfragen einbringen. „Wir haben ja noch Straßen, auf denen wir die Idee realisieren können.“ Eine bessere Infrastruktur für Fahrradfahrer im Ort wünscht sich die Lokale Agenda, damit mehr der rund 13.000 Einwohner den Drahtesel nehmen. „Zählungen haben ergeben, dass auf dem Land vergleichsweise wenig Radfahrer unterwegs sind. In den Städten ist das anders“, sagt Stubenrauch. Das Rad sei das ideale Verkehrsmittel für Kurzstrecken, ein ideales Fitnessgerät und umweltschonend.

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