Frankenthaler Umland
Rückblick 2020: Was in den Dörfern für Gesprächsstoff sorgte
Heßheim trauert um Karl Neunreither
Plötzlich und überraschend stirbt am 14. März Karl Neunreither (SPD) im Alter von 74 Jahren. Die Trauer ist groß in Heßheim, wo er seine Frau, zwei Töchter und drei Enkel hinterlässt und wo er als Bürgermeister von 2004 bis 2017 engagiert und durchsetzungsfähig das Wohl der Ortsgemeinde verfolgte. Er hat sie schuldenfrei gemacht und für den Bau der Heßheimer Umgehungsstraße gekämpft. Die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim wird ihn als wichtigen Ideengeber vermissen.
Bobenheim-Roxheimer kämpft sich in Alltag zurück
Für den 2019 schwer verunglückten Patrick Minrath aus Bobenheim-Roxheim läuft im Frühjahr/Sommer 2020 eine Spendenaktion, die es der Familie ermöglicht, ihr Heim rollstuhlgerecht umzubauen und auszustatten. Der 44-Jährige verliert durch das Unglück nicht den Mut. Im Gegenteil: Er findet zurück in seinen Job und trainiert fleißig und ehrgeizig seinen Oberkörper, damit er möglichst viel alleine bewältigen kann. „Meine Arme sind jetzt meine Beine“, sagt er der RHEINPFALZ im Dezember.
Kleinniedesheim bringt Wohngebiet auf den Weg
Im Pandemiejahr 2020 ist es sehr ruhig in Kleinniedesheim. Kein Wunder: Die drei Vereine, die den kleinsten Ort im Rhein-Pfalz-Kreis mit Leben erfüllen, sind wegen der Corona-Auflagen quasi schachmatt gesetzt. Hallensport, Singen und Vereinsgastronomie gelten als höchst problematisch. Aber dorfpolitisch wird etwas Wichtiges auf den Weg gebracht: ein Baugebiet für bis zu 15 Einfamilienhäuser am nördlichen Ortsrand nahe Friedhof und Kindergarten. Und im September verhängt der Gemeinderat mit den Stimmen der FWG eine Veränderungssperre für Teile der Unterwegsgasse und der Bobenheimer Straße. Denn für dieses dicht besiedelte Gebiet soll ein Bebauungsplan erstellt werden.
In Beindersheim beginnt Schulerweiterung
Im September beginnt endlich die Erweiterung der Beindersheimer Grundschule. Dann kommt zum Jahresende ein Anruf aus der zuständigen Landesbehörde: Statt der nur vier genehmigten neuen Klassenzimmer könnten nun vielleicht doch sechs Säle gebaut werden. So jedenfalls die Hoffnung von VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD). Denn das hatte man zu Beginn des Projekts als notwendig erachtet und geplant. Doch dann bekommt Reith von der Schulaufsicht doch wieder eine Absage beim rund eine Million Euro teuren Bauvorhaben: Es bleibt bei vier Klassenräumen.
Großniedesheim im Kampf gegen Sumpfkrebs
Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs breitet sich in Großniedesheim im Biotopteich und im Eckbach aus. Die Art gilt als gefährlich für heimische Arten, weil sie die Krebspest übertragen kann. Die Untere Naturschutzbehörde bittet deshalb den Sportanglerverein Lambsheim um Hilfe. Mitglieder sollen den invasiven Krebs fangen, damit er keinen Schaden anrichten kann. Im Spätsommer sind sie über Wochen hinweg im Einsatz und prüfen an 15 Stellen ihre Fallen. Dutzende „Rote“ gehen ihnen ins Netz. Ob die Ausbreitung der Krebsart damit gestoppt wurde, muss sich zeigen.
Gerolsheim vorbildlich bei Volksfest-Alternativen
Im Corona-Jahr lassen sich die Gerolsheimer Alternativveranstaltungen für abgesagte Feste einfallen. Der Turn- und Sportverein (TuS) bringt sein „Fischerfest to go“ mit Liefer- und Abholservice an den Start. Zur zweitägigen Veranstaltung im Juni kommen viele hungrige Menschen, um sich an den TuS-Garagen Fischgerichte abzuholen. Auch das Schlachtfest wird daraufhin zur „to go“-Veranstaltung. Die Kerwe Ende September wird ohne Werbung und unter Beachtung der Corona-Regeln in Form einer Weinwanderung rund ums Dorf gefeiert.
Heuchelheimer Bücherei wird modernisiert
Im Sommer bekommt die Gemeindebücherei in Heuchelheim nicht nur einen neuen Look, weil Wände gestrichen, LED-Lampen installiert und neue Möbel gekauft werden. Nein, sie erhält auch endlich ein elektronisches Ausleihsystem, das den Mitarbeitern die Verwaltung des Medienbestands erleichtert. Die umfassende Renovierung kostet etwa 6000 Euro. Ein Viertel des Betrags geht als Spende des Möbelhauses Ikea ein.
Streit im Bobenheim-Roxheimer Umweltressort
Ein Jahr nach Antritt des in Bobenheim-Roxheim neu geschaffenen Ehrenamts des Umweltbeauftragten tritt Manfred Alban Pfeifer von den Grünen zurück. Als Grund kristallisieren sich unüberbrückbare Differenzen mit dem Ersten Beigeordneten Frank Peter (CDU) heraus, in dessen Ressort Umwelt- und Landwirtschaftsangelegenheiten fallen. Und offenbar versteht Pfeifer das Amt ganz anders als diejenigen, die es unbedingt einführen wollten und ihn gewählt hatten: CDU, FWG und – die Grünen. Dieselbe Koalition wählt Anfang September Nicole Born zur neuen Umweltbeauftragten. Gegen die Stimmen der SPD, die das Amt für überflüssig hält.