BOBENHEIM-ROXHEIM Rückblick 2020: Biber vermehren sich am Altrhein

Biber lieben Holz und hinterlassen daran ihre Spuren.
Biber lieben Holz und hinterlassen daran ihre Spuren.

2020 ist ein gutes Jahr für die Biber am Silbersee und dem Roxheimer Altrhein. Gleich mehrere Biberfamilien werden dort sesshaft. Der Nachwuchs zieht aus und sucht sich neue Reviere. Über die Isenach geht es für sie von Frankenthal und Lambsheim bis nach Maxdorf.

„Mindestens drei Familien“ hat Ewald Marx Anfang Dezember am Silbersee in Bobenheim-Roxheim gezählt. Jetzt, wo das Laub weg ist, kann der Biberbeauftragte, der zusammen mit seinem Kollegen Georg Gotting regelmäßig im Rhein-Pfalz-Kreis unterwegs ist, die Biberburgen der Nager besser erkennen. „Außerdem wurden uns einige Einzelgänger in anderen Gewässern gemeldet“, berichtet er. In Lambsheim und Maxdorf etwa und sogar in Oggersheim habe man in diesem Jahr schon Biberspuren gefunden. „Das sind gute Nachrichten, weil es heißt, dass sich der Biber bei uns in der Region wohlfühlt“, sagt Marx, der in Bobenheim-Roxheim Vorsitzender des Vereins für Naturschutz und Heimatpflege ist.

Bis nach Lampertheim unterwegs?

Ganz freiwillig vom Silbersee weggezogen ist er in diesem Jahr aber nicht. Nach etwa zwei Jahren müssen die Jungbiber ihre heimische Biberburg verlassen und sich ein neues Revier suchen, in dem sie eine eigene Familie gründen können. Etwa einen Quadratkilometer braucht so eine Familie – und mit dreien allein am Silbersee wird es dort langsam eng.

„Wir glauben, dass sich die Population 2021 weiter ausbreiten wird“, ist Marx zuversichtlich. Über die Quergräben der Isenach könnte der Biber sogar bis in den Rhein und nach Lampertheim vordringen. Wer beim Spazierengehen Nagespuren an Ästen oder Stämmen entdeckt, solle unbedingt die Biberbeauftragten verständigen. „Auf keinen Fall nach Biberburgen suchen und querfeldein gehen“, warnt Marx. Unter dem Haus des Nagers ist ein großer Hohlraum, der einstürzen könnte. Auch Hunde sollte man deswegen im Bibergebiet nicht von der Leine lassen.

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