Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Impfen: Rumgeeiert
Mit Erleichterung dürften die Bewohner des nördlichen Rhein-Pfalz-Kreises die Nachricht aufnehmen, dass ihnen das Frankenthaler Impfzentrum offensteht, sollten sie denn vom Land einen Impftermin bekommen. Der Zwang, für den Anti-Corona-Pieks ins ferne Schifferstadt zu reisen, wird aufgehoben. Dazu haben sich Landrat Clemens Körner und Oberbürgermeister Martin Hebich von der CDU nun doch und hoffentlich endgültig durchgerungen. Warum das erst im April möglich sein soll, wird bis auf Weiteres – oder für immer? – im Dunkeln bleiben. Jedenfalls verweigert die Kreisverwaltung, die man in der Angelegenheit als hemmende Kraft wahrgenommen hat, im Moment und auch im Namen der Stadtverwaltung die Aussage. Zu gegebener Zeit werde die Presse Näheres zur Umstellung erfahren, heißt es geheimnisvoll aus dem Kreishaus.
Unklar ist ebenfalls, warum es so lange gedauert hat, seit SPD-Landtagsmitglied Martin Haller Ende Februar versicherte, dass es doch ganz schnell gehen könne. Man erinnere sich: Zuerst zeigten sich Körner und Hebich laut dem CDU-Landtagsabgeordneten Christian Baldauf offen für den Vorschlag, dann lehnte der Landrat ihn ab, dann sprachen sie erneut mit Baldauf darüber. Dieser stellte „offene Fragen“ an den Landesimpfkoordinator und verkündete Tage später erfreut, Kreis und Stadt hätten beim Land einen Antrag auf Neuzuordnung gestellt. Woraufhin ein Sprecher der Kreisverwaltung die RHEINPFALZ wenige Tage später auf Anfrage informierte, man habe keineswegs einen solchen Antrag gestellt. Nun aber offenbar doch. Nicht nur mit Blick auf Ostern möchte man sagen: ganz schön rumgeeiert. Waltraud Werdelis
Videositzung: Rumgeguckt
Nach einigen Hybridveranstaltungen ist – den anhaltend hohen Infektionszahlen in der Stadt geschuldet – nun auch die Frankenthaler Kommunalpolitik voll ins digitale Sitzungsgeschäft eingestiegen. Den Anfang hat diese Woche der Planungs- und Umweltausschuss gemacht. Der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, die offenbar auch ein wachsames Auge auf die Druckerzeugnisse in Rheinland-Pfalz hat, war in Reaktion auf den RHEINPFALZ-Vorbericht zu diesem Treffen übrigens eins sehr, sehr wichtig: Nicht die Vielzahl an Infektionen unter Gemeinderatsmitgliedern im fernen Münsterland habe sie vom virtuellen Tagen überzeugt. Nein, schon seit Mitte Dezember empfiehlt die ADD nach eigener Aussage die Videovariante.Das tut diese Behörde gewiss nicht wegen des hohen Unterhaltungswerts, den diese Form der Begegnung zuweilen bietet. Auch am Donnerstagabend eröffneten sich wieder Einblicke in die privaten Wohnstuben. Was bleibt an Erkenntnis? Bücherregale sind die bevorzugte Kulisse. Achtung: Ab und zu mal die Kruschelkartons obendrauf wegräumen. Wer konzentrierte Geschäftigkeit vermitteln möchte, bleibt im Büro. Und die Gemütlichen zünden zwischendurch ein Zigarillo an – wenn’s mal wieder länger dauert. Jörg Schmihing