Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel QR-Code-Schilder im Ort: Scannen und lernen

Drei der Männer hinter dem Projekt: (von links) Helge Geißler, Harald Wiesenberger und Andreas Blättner.
Drei der Männer hinter dem Projekt: (von links) Helge Geißler, Harald Wiesenberger und Andreas Blättner.

Wer demnächst aufmerksam durch Waldsee geht, wird kleine Schilder entdecken, mit denen sich so einiges über den Ort lernen lässt.

Auf den Schildern, die der Bauhof in den kommenden Wochen anbringt, sind QR-Codes aufgedruckt, auf manchen auch eine kurze Beschreibung der Sehenswürdigkeit. Den QR-Code mit dem Smartphone zu scannen, lohnt sich. So können Interessierte zum Beispiel erfahren, woher der Schwanenplatz seinen Namen hat und was der in Waldsee weit verbreitete Name Regenauer damit zu tun hat, oder wo in Waldsee Kinder früher die Schulbank gedrückt haben. Im Keller der heutigen Grundschule war übrigens ein „modernes Volksbad“ untergebracht, wo Bürger samstags duschen oder ein Bad nehmen konnten. Nur singen unter der Dusche war nicht geduldet. Auch das steht in den informativen Texten, die sich hinter den QR-Codes verbergen. Wo Nudeln und Tinte produziert wurden, wird ebenso erklärt, wie die Gedanken, die die Künstler zu den Sandsteinskulpturen an den Ortseingängen bewogen haben. Auch über alte Fachwerkhäuser gibt es Informationen. Natürlich dürfen Hammelweiher und die Burg Affolterloch auf dem Rundgang durch den Ort nicht fehlen, genauso wenig wie die beiden Kirchen, die Flurkapelle und die Absturzstelle eines Flugzeugs im Zweiten Weltkrieg.

Am Schwanenplatz und vor dem Rathaus werden Schilder mit einem Ortsplan aufgestellt, in dem alle 34 Stationen des Ortsrundganges eingezeichnet sind. Doch der Einstieg ist überall möglich: Wenn der erste QR-Code gescannt ist, erhält man ebenfalls eine Übersichtskarte aufs Smartphone. Wer nicht mehr so mobil ist oder einfach nur mal bequem von zu Hause aus alles nachlesen möchte, findet, sobald die Schilder angebracht sind, einen Link zur Ortsführung auf der Homepage der Gemeinde Waldsee unter www.waldsee.de oder www.vg-rheinauen.de.

Vorbild Otterstadt

Zu verdanken ist dieser Ortsrundgang vier Männern: Harald Wiesenberger, Andreas Blättner, Helge Geißler und Oliver Zeun. Koordinator und Ideengeber ist Wiesenberger, der für die SPD im Ortsgemeinderat Waldsee sitzt. „Ich bin öfters in Otterstadt unterwegs und sehe dort die QR-Codes“, erzählt er. „Da habe ich mir gedacht, was Otterstadt kann, können wir in Waldsee auch.“ Daraufhin hat er bei Andreas Blättner nachgefragt, der maßgeblich daran beteiligt war, dass es seit 2015 einen entsprechenden Rundgang durch Otterstadt gibt. Er half bei der Kostenberechnung und später, nachdem der Ortsgemeinderat dem Antrag der SPD für die QR-Codes zugestimmt hatte, half er bei der technischen Umsetzung und dem Layout der Schilder.

Die meisten Texte, die hinter den QR-Codes hinterlegt sind, hat Helge Geißler vom Arbeitskreis Heimatmuseum geschrieben. Vieles davon wusste er schon, da er bereits einige Bücher über das Leben früher in Waldsee geschrieben hat und als Leiter des Ortsarchivs immer wieder auf interessante Geschichten stößt. Nur über die historischen Fachwerkhäuser im Ortszentrum ist da wenig zu finden. Diese Informationen hat Harald Wiesenberger in vielen Gesprächen mit den Eigentümern der Häuser zusammengetragen. Oliver Zeun ist verantwortlich dafür, die Texte ins Netz zu übertragen.

Gute Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit für dieses Projekt haben die vier Männer als sehr konstruktiv erlebt, obwohl sie pandemiebedingt nur ganz wenig persönliche Treffen hatten und sich, wie Wiesenberger sagt, vorher noch nicht mal gekannt haben. „Das war ein konzentriertes und effektives Arbeiten“, zieht Helge Geißler Bilanz.

Auch wenn die Schilder nun bald aufgehängt werden, sei ein solches Projekt nie ganz beendet, erklärt Blätter. Man könne durchaus noch andere Sehenswürdigkeiten mit aufnehmen. Nächster Schritt sei aber, die Informationen in eine App einzupflegen, mit der eine Schnitzeljagd durch den Ort gemacht werden kann. Es soll eine Version für Kinder und Erwachsene geben.

Außerdem sollen Flyer mit der QR-Code-Übersicht gestaltet und im Rathaus und eventuell auch anderen Orten wie Dorfmarkt oder Heimatmuseum ausgelegt werden. Und ins Französische könnte man die Informationen auch noch übersetzen, finden die Männer, denn schließlich habe Waldsee eine französische Partnergemeinde.

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