Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Premiere: „Traumzeit“-Varieté als Gute-Laune-Land

Beschirmt: So bunt wie die Accessoires ist das ganze Programm.
Beschirmt: So bunt wie die Accessoires ist das ganze Programm.

Furios ist das „Traumzeit“-Varieté in seine dritte Saison gestartet. Acht nationale und internationale Künstler haben das Publikum in der Dudenhofener Festhalle verzaubert. Die Produktion hat ihren Preis: Knapp eine halbe Million Euro kostet die Spielzeit.

Vor der Tür der Festhalle beginnt mitten im November die Weihnachtszeit. Hinter geschmückten Tannenbäumen und viel Kunstschnee betreten die Besucher eine Winterwelt voller Glanz und Glitzer. In einem Traum in Rot und Weiß nehmen sie in Erwartung eines exklusiven Vier-Gänge-Menüs die Plätze an festlich gedeckten Tischen ein. Messerwerfer, Bauchredner, Artisten, Zauberer und eine Sängerin wirken in zweifacher Mission, bieten mit weißen Handschuhen den Service am Tisch. Begleitet von leiser Musik werden den Gästen Getränke und Vorspeisen serviert. Valerie Köning singt von der Liebe. Mit ihrem kraftvollen Sopran greift sie einen Besucher heraus, der für sie fortan „Egon“ ist, den sie aus lauter Liebe umgarnt. In prachtvoller Abendrobe zelebriert Köning alle musikalischen Genres und zeigt dabei neben dem gesanglichen viel Talent für Komik.

Frank Lorenz ist kein Unbekannter im „Traumzeit“-Varieté. Bereits zum zweiten Mal amüsiert er das Publikum mit seinen liebevoll gestalteten Puppen, denen er eine Stimme gibt. Der Bauchredner treibt sein lustiges Spiel mit dem umwerfenden weiblichen Donut Donata oder mit einer wahrhaft grandiosen Puppen-Version von Sänger Marius Müller-Westernhagen inklusive Frisur und Sonnenbrille. Mit dem ostfriesischen Krabbenfischer auf dem Schoß entwickeln Kult-Hits wie „Freiheit“ oder „Weil ich Dich liebe“ Wohlgefühle direkt aus dem Bauch heraus. 90 Mobiltelefone leuchten dazu und überstrahlen sogar das goldene Jacket des genialen Bauchredners. Auch Bauchreden am lebenden Objekt gelingt Lorenz großartig, als er seine Stimme aus dem Bauch an Jens alias Egon für Modern Talking-Hits weitergibt.

Traumhaft unaufdringliche Moderation

Inzwischen sind die Besucher bei der Suppe angelangt. Klassisch oder vegan wird inklusive schwarzer Seele aufgetischt, nachdem Donatas Freund, die Nussecke, sie verlassen hat. Trost findet sie bei Dr. Oetker ... Küchenchef Steffen und Rosie sorgen für kulinarische Höhepunkte, die das „Traumzeit“-Varieté zum Gesamtkunstwerk werden lassen.

Felix Lehmann, vor Eröffnung seines Varietés viele Jahre als Zauberkünstler, Illusionist und Conferencier international unterwegs, moderiert vier Stunden traumhaft unaufdringlich und überaus unterhaltsam, bindet die Zuschauer ein und sorgt dafür, dass in keiner Sekunde Langeweile aufkommt. Ist die Stimmung der Gäste schon in den ersten Minuten der Show auf dem Höhepunkt, weiß der Veranstalter sie mit jedem Beitrag noch zu steigern. Aber auch Besucher wie „Egon“, der eigentlich Jens heißt, erweisen sich als absolut bühnenreif. Gleich drei Frauen holt Zauberkünstler Simon Thomas zur Unterstützung zu sich. Für eine Mitwirkende zaubert er eine Rose hervor, nachdem er zuvor für so manchen magischen Moment gesorgt hat. Thomas führt auch Regie im „Traumzeit“-Varieté. Seine große Liebe zum Detail ist in der gesamten Show jederzeit spürbar. Ob im Reifen, zu zweit oder alleine: Das Duo Kravchenko präsentiert Kraft, Leidenschaft und absolute Körperbeherrschung. Cyr-Wheel und Adagio verblüffen die Zuschauer mit atemberaubendem Tempo und ästhetischem Showtanz gleichermaßen.

Termine bis in den Januar

Hauptspeise und zwei Drittel des „Traumzeit“-Varietés liegen mittlerweile hinter den Besuchern. Keiner will gehen, jeder den Abend bis zum letzten Augenblick genießen. Gelegenheit dazu geben die Messerwerfer Igor und Tatjana beim köstlichen Dessert. Todesmutig wagen sie sich mitten in das lebensgefährliche Spiel, vertrauen dem jeweils Werfenden die Unversehrtheit ihrer Körper an. Ermüdung ist den Künstlern auch gegen 23 Uhr nicht anzumerken. Die diesjährige Premiere des „Traumzeit“-Varietés ist gelungen, von Erfolg gekrönt, ein winterlicher Höhepunkt, der am 22., 23., 29. und 30. dieses Monats sowie im Dezember und Januar seine Fortsetzung findet.

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