Rhein-Pfalz Kreis Predigt auf dem Wasser und Theater im Kino

Gleich zwei Projekte aus Bobenheim-Roxheim sind am Dienstag mit dem Ehrenamtspreis der Rhein-Pfalz-Kreises ausgezeichnet worden: der Arbeitskreis Wasserprozession teilt sich den ersten Platz mit dem Capitol-Kino in Limburgerhof und der Förderverein der Kita Villa Sonnenburg in Hanhofen. Der Verein Knastbewusst mit Sitz in Bobenheim-Roxheim erhielt den Sonderpreis.
Im schummerigen Licht des Kinosaals leuchten die rot aufgepolsterten Holzstühle mit Klappsitzfläche. Heute wird hier kein Film gezeigt, zumindest keiner aus Hollywood. Den Imagefilm des Landkreises hat Landrat Clemens Körner (CDU) aber mitgebracht. „Da trifft es sich doch gut, dass wir heute in einem Kino sind“, sagt er zur Begrüßung der rund 20 Gäste. Aus 18 Bewerbungen wählte die Jury am Ende die Favoriten aus. Der Landrat spricht von einer schwierigen Entscheidung, weil so viele Menschen im Kreis „sehr viel Gutes tun im Stillen“ und die Jury das auch den Projekten anmerkte. Insgesamt 2500 Euro lässt sich der Kreis die Verleihung kosten. Drei Projekte haben es auf den gleichberechtigten ersten Platz geschafft, dazu vergab der Landkreis einen Sonderpreis an den Verein Knastbewusst. „Das Schöne an den Projekten ist, dass alle etwas ganz Unterschiedliches machen“, sagt Körner. Im Projektchor, der die Wasserprozession in Bobenheim-Roxheim begleitet, „sing’ ich dieses Jahr mit“, kündigt Landrat Körner mit einem Lachen an, bevor er die Urkunde an Diakon Helmut Weick übergibt. In Rheinland-Pfalz ist die Prozession einmalig. Hintergrund: Die Kerwe in Roxheim sollte 2008 wieder „flott gemacht werden“. Da erinnerte sich Weick daran, als Junge am Bodensee eine solche Prozession gesehen zu haben. Schon war die Idee des Gottesdienstes auf dem Altrhein geboren. Sicherheitsmängel wies das Capitol Kino in Limburgerhof auf, als Dieter Janneck und Susanne Deickert es 2010 übernahmen. Wegen der Renovierungskosten drohte dem Kino vier Jahre später zwischenzeitlich sogar das Aus. Doch mit vielen Ehrenamtlichen retteten sie das Lichtspieltheater. Und sogar Kindertheater gehört seit 2015 fest ins Programm. „Das Ganze macht sehr viel Arbeit: Flyer und Plakate drucken, Homepage und Facebook betreuen“, erzählt Janneck. Er kam auf die Idee, weil Kindertheater in anderen europäischen Ländern Teil des Erziehungskonzepts sei. Der Vorsitzende des Fördervereins der Kita Villa Sonnenburg in Hanhofen Friedrich Krämer „findet Wege, seine Herzensprojekte umzusetzen“, wie Kita-Leiterin Martina Henkel lobte. Er übernehme Verantwortung und motiviere – 2900 Arbeitsstunden hätten Eltern und Kita-Team für die Umgestaltung des Außengeländes eingebracht, 900 für den Innenausbau. Den Sonderpreis erhielt Stephanie Hörnig, Vorsitzende vom Verein Knastbewusst, der in Mannheim agiert, aber seinen Sitz in Bobenheim-Roxheim hat. Sie möchte in der Gesellschaft das Verständnis für Frauen in Untersuchungshaft fördern. Zusammen mit den Häftlingen entwickelte der Verein das Spiel „Trimo“, das den Gefängnisalltag darstelle.