Rhein-Pfalz-Kreis / Oppeln
Polnischer Partnerkreis kommt bei Flut offenbar glimpflich davon
„Es ist selbstverständlich nicht alles in Ordnung“, berichtet Christoph Wysdak. Felder und Wiesen seien zum Teil überflutet. Und auch einige Keller seien im Kreis Oppeln vollgelaufen, erzählt der ehemalige Zweite Beigeordnete des Kreises Oppeln und Mitglied im Ausschuss für Innere Sicherheit im Telefonat mit der RHEINPFALZ. Allerdings: Niemand habe sein Haus aufgeben müssen.
„Die schwierigen Zonen liegen hinter und vor uns“, sagt Wysdak. Oppeln, die gleichnamige Hauptstadt des Partnerkreises, wird von der Oder quasi geteilt. Die Feuerwehr sei in andere Kreise abkommandiert worden, berichtet Christoph Wysdak. Er hoffe, dass Oppeln von weiteren Schäden verschont bleibe, dass im südlich gelegenen Tschechien die Deiche halten. „Das Schlimmste ist vorbei. Vor allem die Angst. Wir haben hier alles unter Kontrolle“, sagt Wysdak, der in seiner politischen Funktion nach eigener Aussage auch für den Katastrophenschutz zuständig war und deswegen auch aktuell zu Rate gezogen wurde.
Hoffen, dass Gefahr nun gebannt ist
Das Problem aus seiner Sicht sind vor allem die kleinen Flüsse, die aus den Bergen kommen. Dadurch seien vor allem in Niederschlesien einige Ortschaften sehr schwer von den Fluten betroffen gewesen. Einige Orte seien ohne Strom gewesen. „Daran sind wir nicht mehr gewöhnt.“ In Polen habe das Hochwasser bislang vier Tote gefordert.
Im Nachbarkreis von Oppeln sei eine Brücke zusammengebrochen. In Oppeln selbst sei noch eine Umgehungsstraße gesperrt. Christoph Wysdak hofft, dass für die Stadt und den Kreis Oppeln die große Gefahr nun gebannt ist.
Das bedeutet, dass man im Partnerkreis des Rhein-Pfalz-Kreises an die Aufräumarbeiten gehen könnte. „Aufräumarbeiten nach einem Hochwasser sind mit nichts zu vergleichen“, sagt Wysdak. Er verweist auf das Oderhochwasser von 1997. Das sei schon als Jahrtausendhochwasser bezeichnet worden. „Seitdem haben wir auch vieles zum Schutz vor Hochwasser unternommen. Aber die Flüsse hatten jetzt mehr Wasser als damals.“ Keiner habe geglaubt, dass das Wasser so hoch kommen könne. Wenn sich die Lage wieder beruhigt habe, müsse man alles aufarbeiten.
Die Partnerschaft zwischen dem schlesischen Landkreis Oppeln und dem Rhein-Pfalz-Kreis besteht seit 2002. Damals hieß der Kreis noch Kreis Ludwigshafen. Landrat Werner Schröter (SPD) unterzeichnete seinerzeit in Tulowice den entsprechenden Vertrag.