Speyerer Umland
Politbeben: Wissing ist in Dudenhofen unerwünscht
Jürgen Creutzmann ist ein verlässlicher Gesprächspartner, wenn es um Bundes-, Landes- oder FDP-Parteipolitik geht. Das hat sich auch am Donnerstag – eine Nacht nach dem deutschen Politbeben – wieder einmal gezeigt. Scholz entließ den Finanzminister, die Ampel ist Geschichte, auf Streit folgt eine Schlammschlacht und eigentlich sollte es um nichts weniger als die Zukunft unseres Landes in gesellschafts-, wirtschaftspolitischen und international schwierigen Zeiten gehen.
Creutzmann weilte just als die Regierung auseinanderbrach in Berlin, bei einer Verbandstagung. Er sprach dem geschassten Ex-Finanzminister Christian Lindner per SMS Mut zu und schüttelte den Kopf über den abtrünnigen Verkehrsminister Volker Wissing, der der FDP den Rücken kehrt, um im Kabinett (ohne Zukunft) zu bleiben.
Creutzmann und Wissing sind eigentlich seit Jahren verbunden. Der Südpfälzer war Stammgast beim Spargelessen des FDP-Gemeindeverbands in Dudenhofen. Dort ist er nun nicht mehr gern gesehen. Das verkündete FDP-Urgestein Creutzmann am Donnerstagabend in der Ortsgemeinderatssitzung in Dudenhofen. Creutzmann war ein paar Stunden zuvor mit dem Flugzeug aus Berlin zurückgekehrt, um pflichtbewusst sein Ratsmandat im Ortsparlament wahrzunehmen.
Da berichtete Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) von der mangelhaften Mobilfunkabdeckung in Dudenhofen und dass ein Mast 100.000 Euro kosten würde, was die Gemeinde bezahlen müsste. Geld, das nicht vorhanden sei. Hook erzählt, dass er vor zwei Wochen in Berlin bei einer Veranstaltung war, bei der Digitalminister Wissing von einer guten Mobilfunknetzabdeckung in Deutschland gesprochen habe. Hook hätte sich nach eigenen Angaben gerne gemeldet und dem Minister von der Situation in Dudenhofen berichtet.
Auf die Anmerkung einiger Ratsmitglieder, dass Wissing doch schon häufig in Dudenhofen – beim FDP-Spargelessen – war, meldete sich Creutzmann zu Wort und verkündete sehr bestimmt, aber wenig überraschend, dass Wissing in Zukunft nicht mehr eingeladen werde. Gelächter im Saal, das Sebastian Körner (CDU) nur noch mit der Bemerkung toppte, dass Wissing ja künftig möglicherweise von der SPD eingeladen werde.
Wer Dudenhofen auf Einladung der FDP sicher wieder einen Besuch abstatten wird, ist Daniela Schmitt. Denn die pflegt beste Kontakte zu Jürgen Creutzmann. In der Ratssitzung sprach ein Handy plötzlich: „Daniela Schmitt ruft an“. Es war Creutzmanns Mobiltelefon. Er verließ den Saal, um mit der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin und möglichen Wissing-Nachfolgerin als FDP-Landesvorsitzende zu telefonieren. Gesprächsinhalt unbekannt. Creutzmann verkündete nur noch einmal, als er den Saal wieder betrat, wer ihn da angerufen hat. Ortsbürgermeister Hook sah Creutzmann die Störung und kurze Abwesenheit nach und sagte nur lachend an den FDP-Politiker gerichtet: „Jürgen, wir wissen, dass wir eine Regierungskrise haben.“
Baugenehmigungen: Was wichtig zu wissen ist
In Deutschland ist ja alles geregelt, wirklich alles, und manchmal ist das auch gut so. Jüngstes Beispiel in Lingenfeld. Ortsbürgermeister Markus Kropfreiter (SPD) berichtet von einem Bauprojekt in der Kautzengasse, bei dem um ein Schaufenster eine Garage gebaut worden sei – ohne Genehmigung. Der Bauherr glaubte, dass es keiner Erlaubnis bedarf. Die Kreisverwaltung stoppte den Bau, und der Ortsgemeinderat sagte jetzt auch nein, unter anderem weil das Vorhaben nach Auffassung der Kommunalpolitiker nicht in die Haus-und-Hofbauweise des Gebiets passt.
Kropfreiter nennt das Vorgehen kurios und berichtet gleich noch von einem zweiten Fall: In der Torcystraße sei vor einem Wohnhaus ein Snackautomat aufgestellt worden – ohne Bauantrag. Den braucht es aber, wenn der Automat nicht im Zusammenhang mit einer Verkaufsstelle steht. Also wenn dort zum Beispiel keine Metzgerei ist, die den Automat dafür nutzt, ihre Ware rund um die Uhr an den Mann zu bringen. Für Anwohner in der Torcystraße war der Snackautomat eine Belastung, der Eigentümer selbst wohnt dort nicht. Er muss ihn jetzt abbauen, was er bereits zugesagt hat – weil ihm, wie gesagt, die Baugenehmigung fehlt.
Halloween: Traurige Kinder nach schäbigem Kürbisklau
An Halloween scheiden sich die Geister. Vor ein paar Jahren vielen Deutschen noch höchstens aus amerikanischen Filmen ein Begriff ist es mittlerweile aus dem Jahreskalender auch bei uns nicht mehr wegzudenken. Viele Halloween-Fans geben sich unglaublich viel Mühe bei der Grusel-Dekoration ihrer Häuser. Und vor allem für Kinder ist es natürlich ein Riesenspaß. Schade, wenn es dann immer wieder Leute gibt, die zerstören oder stehlen, was andere geschaffen haben: Ihre Enkelkinder hätten voller Freude und Eifer zwei Halloween-Kürbisse gebastelt und sie stolz in der Speyerer Altstadt vor die Tür gestellt, damit sich auch andere Menschen daran erfreuen könnten, berichtet Renate Konrad aus Dudenhofen. „Aber kurze Zeit später war ein Kürbis verschwunden, einfach geklaut“, ärgert sie sich. Das Entsetzen und die Enttäuschung bei den Kindern sei natürlich groß gewesen. „Solch eine fiese und schäbige Tat macht schon etwas sprach- und fassungslos“, findet Konrad. Respektlos findet sie das Verhalten. Ihre Botschaft an den Verantwortlichen: „Schäme dich du Kürbisdieb!!!“
Ein schönes Wochenende wünschen
Nadine Klose und Timo Leszinski