Rhein-Pfalz Kreis Pokal bleibt im Mandelgraben
Nur kurz haben sich die Spieler in den schwarz-weißen Trikots von dem im vergangenen Jahr gewonnenen Pokal trennen müssen. Einige Stunden stand die Wandertrophäe am Dienstag neben dem Spielfeld, dann hielten die Dritt- und Viertklässler der Mutterstadter Grundschule im Mandelgraben sie jubelnd in die Höhe. Das Finale gewannen sie gegen die Rheinschule Bobenheim-Roxheim mit 1:0 – durch einen Treffer kurz vor Schluss.
Auf der Tribüne in der Mandelgrabenhalle geht es fast so wild zu wie auf dem Spielfeld. Denn 110 Schüler sind für das Turnier angereist – und nur zwölf davon stehen immer auf dem Platz. Zur zehnten Auflage des Turniers spielten zehn Mannschaften in Mutterstadt um den silbernen Pokal. Traditionell werde das Turnier in der Halle des Vorjahressiegers ausgerichtet, sagt Philipp Kettenbach. Der 43-Jährige leitet das Turnier im Auftrag der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Neustadt mit Nazan Aydin von der Kreisverwaltung. Aus einem Geräteraum unter der Tribüne macht Kelterbach die Durchsagen, Nazan schreibt die Ergebnisse mit. Über ihnen hat jede Schule ihren Platz auf der Tribüne. Mit dabei sind die Grundschulen Schifferstadt Süd und Nord, die Domholzschule Limburgerhof, die Albrecht-Dürer Schule Beindersheim, die Haidwaldschule Maxdorf, die Karl-Wendel Schule Lambsheim und die Rehbachschule Neuhofen. Aus Mutterstadt kommen sogar zwei Mannschaften: der Gastgeber und ein Team aus der Pestalozzi-Grundschule. In zwei Gruppen werden jeweils Platz eins und zwei ausgespielt, diese Teams stehen sich dann in den Halbfinals gegenüber. Gespielt wird immer neun Minuten lang sechs gegen sechs – jeweils fünf Feldspieler und ein Torwart. Die Auswahl derer, die mitspielen dürfen, sei nicht einfach gewesen, sagt Suse Michel. „Pädagogische Gründe“ hätten eine Rolle gespielt. Michel ist Sportlehrerin an der Neuhofener Rehbachschule. Ihr Team schafft es ins Halbfinale, scheidet dann aber gegen die Rheinschule Bobenheim-Roxheim aus. Und das, obwohl man noch in der Vorrunde den Titelverteidiger mit 1:0 besiegen konnte und an der Schule schon lange „absolutes Fußballfieber“ herrsche. Im zweiten Halbfinale setzt sich der spätere Turniersieger erst im Siebenmeterschießen gegen die Haidwaldschule durch. Die Enttäuschung ist groß bei den Maxdorfern, doch das Team in den weinroten Trikots gewinnt schließlich das Spiel um Platz drei – wieder fällt die Entscheidung im Siebenmeterschießen. In der Halle wird es immer lauter, je länger das Turnier dauert. Spätestens beim Finale sind dann alle auf den Beinen. „Mandelgraben vor, noch ein Tor“ rufen die Fans der Heimmannschaft. „Ich würde am liebsten die Fußballschuhe anziehen und selbst mitspielen“, sagt der Trainer des Mandelgraben-Teams, Dominik Lisson. Sein Wunsch erfüllt sich nicht: Auch beim Finale darf er nur zusehen. Zu seiner Freude fällt aber eineinhalb Minuten vor dem Schlusspfiff der Siegtreffer für seine Mannschaft. So bleibt der Pokal ein weiteres Jahr im Mandelgraben.