Rhein-Pfalz Kreis Planung angepasst

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Ludwigshafen

. Nachbessern war für die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses am Montag angesagt. Genauer: Die Kindertagesstättenbedarfsplanung musste an die aktuelle Entwicklung angeglichen werden. Als Basis für die Entscheidungen dienen die Ergebnisse aus den Gesprächen mit den Trägern in den Kreisgemeinden. So wird beispielsweise in der kommunalen Kita Naseweis in Dudenhofen zum 1. September eine zusätzliche Kindergartengruppe für Kinder ab drei Jahre mit 25 Plätzen geschaffen. Und in der kommunalen Kita Großer Garten in Schifferstadt wird die Krippengruppe in eine altersgemischte Kleinkindgruppe umgewandelt. Außerdem wird in der kommunalen Kita Storchennest in Böhl-Iggelheim eine zusätzliche Hortgruppe mit 20 Plätzen benötigt. In der protestantischen Kita Windrose wird die Anzahl der Ganztagsplätze von 45 auf 55 erhöht. In der kommunalen Kita Am alten Damm in Mutterstadt steigt deren Anzahl von 35 auf 45. Im nächsten Jahr wird in der katholischen Kita St. Medardus eine geöffnete Kindergartengruppe in eine altersgemischte Kleinkindgruppe umgewandelt. All diese Vorhaben – inklusive der damit verbundenen personellen Änderungen – schlagen im Kreishaushalt mit 54.600 Euro Mehrkosten zu Buche. Laut Sachbearbeiter Klaus Krieger herrsche eine große Nachfrage an Ganztagsplätzen. Zugleich steige auch immer mehr das Interesse am Betreuungsgeld – von Eltern aus allen gesellschaftlichen Schichten. Zur aktuellen Planung erläuterte Kreisjugendamtsleiter Thomas Baader, dass die jährliche Geburtenrate im Rhein-Pfalz-Kreis ziemlich stabil bei zirka 1300 Kindern liegt. Seinen Unterlagen zufolge stehen derzeit in den Kindertagesstätten insgesamt 6410 Plätze zur Verfügung. Der Großteil entfällt mit 4493 auf die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen. Für Zweijährige gibt es 1219 Plätze und für Einjährige 308. Daneben stehen 360 Plätze für Schulkinder bereit sowie 30 Plätze für Kinder mit Behinderung in integrativen Gruppen. Die Versorgungsquote bei den Drei- bis Sechsjährigen betrug 2014 demnach rund 91 Prozent, bei den Zweijährigen 98, bei den Einjährigen 24 Prozent. Die Kinder werden laut Krieger in insgesamt 297 Gruppen betreut. Eine Krippengruppe etwa ist für Unter-Dreijährige gedacht und umfasst acht bis zehn Plätze. In Regelgruppen kommen 15 bis 25 Kinder ab drei Jahre bis zum Schuleintritt, in Regelgruppen mit überwiegend Ganztagsplätzen 15 bis 22. Daneben bieten die Einrichtungen im Rhein-Pfalz-Kreis sogenannte altersgemischte Gruppen. In der kleinen Ausführung finden darin jeweils 15 Jungen und Mädchen Platz – davon sollen höchstens sieben jünger als drei Jahre sein. In der großen Variante stehen 15 bis 22 Plätze für Drei- bis Sechsjährige zur Verfügung, davon maximal zehn für Hortkinder. 15 Plätze umfasst eine altersgemischte Gruppe, in der jeweils höchstens fünf Kinder unter drei Jahren und Hortkinder vorgesehen sind. Eine geöffnete Kindergartengruppe bietet 15 bis 25 Plätze, davon bis zu sechs für zwei bis drei Jahre alte Schützlinge. Eine Hortgruppe umfasst 15 bis 20 Plätze für schulpflichtige Kinder unter 14 Jahren. Mindestens zehn Plätze für Kinder jeder Altersgruppe bietet eine Spiel- und Lernstube im sozialen Brennpunkt. Ursula Reinhart (AfD) kritisierte den aus ihrer Sicht vom Land zu knapp bemessenen Personalschlüssel. Dieser habe zur Folge, dass Erzieherinnen zunehmend überlastet seien und Nachwuchs für den Beruf immer schwieriger zu finden sei. Dekan Peter Nirmaier (Schifferstadt) verwies auf den wegen der wachsenden Belastung steigenden Krankenstand. Dazu bemerkte Thomas Baader, dass die Belastung im pädagogischen Bereich allgemein steige. „Auf Kreisebene können wir dem aber kaum entgegenwirken. Mehr als Schulungen und Entspannungskurse sind nicht drin.“ Einen weiteren wichtigen Aspekt benannte der für den Sozialbereich zuständige Erste Kreisbeigeordnete Martin Haller (SPD): „Ein wesentliches Hemmnis bei der Entscheidung für den Erzieherberuf ist die Bezahlung. Außerdem sind die Anforderungen in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Hier bleibt uns nur die Hoffnung auf die nächsten Tarifverhandlungen.“ Aus dem Plenum wurde darüber hinaus vorgeschlagen, Kita-Leiterinnen grundsätzlich mehr Spielraum bei der Betreuung der Kinder, zum Beispiel bei der Einteilung des Personals, zu geben und in größeren Einrichtungen ein Gesundheitsmanagement einzuführen. Auch der Umgang mit den Kindern von Flüchtlingen beschäftigte den Ausschuss. So interessierte Ursula Reinhart, ob diese denn in der Bedarfsplanung berücksichtigt seien. Und wie werde mit traumatisierten Kindern und solchen, die die deutsche Sprache nicht beherrschen, verfahren? Dazu erklärte Baader, dass das Land in zusätzliches Personal investiere. „Momentan können wir das noch abfedern.“ Martin Haller konnte aber auch zwei gute Nachrichten vermelden: So hätten sich Landesregierung und kommunale Spitzenverbände darauf geeinigt, dass Rheinland-Pfalz rückwirkend 25 Millionen Euro in den Ausbau der Kitas für Unter-Dreijährige investiert. Davon werde auch der Kreis profitieren. Außerdem sehe es bei den Investitionskostenzuschüssen danach aus, als würden alle entsprechenden Bauvorhaben in den Kitas gefördert. Dazu zählt der Anbau von Funktionsräumen in der katholischen Kita Herz Jesu in Schifferstadt. Hier hatte sich die Anzahl der Plätze für Kinder unter drei Jahre zuletzt von ursprünglich geplanten 17 auf 19 erhöht. Damit würde der Kreiszuschuss um 1000 Euro auf rund 4800 Euro steigen. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses empfahlen dem Kreisausschuss, dieser Erhöhung zuzustimmen.

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