Mutterstadt Plädoyer für Vielfalt: 200 Menschen demonstrieren gegen Faschismus

„Vielfalt macht die Gemeinschaft stark“, befanden die Teilnehmer der Demonstration auf dem Herrmann-Belzner-Platz.
»Vielfalt macht die Gemeinschaft stark«, befanden die Teilnehmer der Demonstration auf dem Herrmann-Belzner-Platz.

Mehr Teilnehmer als erwartet sind am Samstag zur Demonstration gegen Faschismus und für Demokratie nach Mutterstadt gekommen. Gut 200 Menschen versammelten sich am Nachmittag auf dem Herrmann-Belzner-Platz gegenüber des Palatinums.

Eingeladen hatte das Offene Antifaschistische Treffen Ludwigshafen (OAT-LU). Wie Veranstaltungsleiter Marlon Hampel vom OAT-LU der RHEINPFALZ sagte, hatten auch Vertreter der Jusos und SPD aus Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis Redebeiträge angemeldet. Teilnehmer waren auch die Omas gegen Rechts, die Partei Die Linke sowie Organisationen für Vielfalt und Demokratie aus den Nachbarorten.

Die von den Veranstaltern erwartete Anzahl von etwa 100 Teilnehmern wurde deutlich übertroffen. Kai Giertzsch, Leiter der Polizeiinspektion Schifferstadt, der mit Einsatzkräften vor Ort war, sprach von rund 200 Teilnehmern. Das meinte auch die Sprecherin der Versammlungsbehörde des Landkreises. Die Rahmenbedingungen seitens der Behörden waren die üblichen: kein Alkohol, keine Waffen und gefährlichen Gegenstände und keine Behinderungen des Verkehrs. Außerdem war das Betreten des Palatinum-Geländes verboten. Versammlungsleiter Hampel machte die Anwesenden auf die Regeln aufmerksam. Polizei und Versammlungsbehörde erklärten auf Anfrage übereinstimmend, dass es keine Verstöße gegeben habe.

Ort der Vielfalt und des Respekts

Eine Partei, die für Ausgrenzung, Rassismus und Hass stehe, solle in Mutterstadt und im Rhein-Pfalz-Kreis nicht Fuß fassen, erklärte der Redner des OAT-LU mit Blick auf die AfD. Eine Partei, die Rechtsextremismus in den eigenen Reihen dulde und mit Rechtsextremen aktiv zusammenarbeite, habe in einer Demokratie nichts verloren. Mutterstadt sei ein Ort der Vielfalt und des Respekts füreinander. Die Vielfalt mache die Gemeinschaft stark.

Eine Rednerin der Jusos forderte die Anwesenden dazu auf, eine klare Botschaft zu senden und sich dem Rechtsextremismus entgegenzustellen. Die Ausgrenzung und Abwertung von Menschen anderer Hautfarbe, Herkunft, Religion oder Lebensweise gehöre nicht zu einer erstrebenswerten Gesellschaft. Gefährlich sei es, dass rechtsextreme Akteure sich selbst und ihre Positionen als „bürgerlich“ ausgäben und damit den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts verschöben. Als Beispiel nannte sie, dass die „Brandmauer“ des bürgerlichen Lagers gegen Rechts bereits zu fallen beginne. Dies müsse man aufzeigen und sich dagegen positionieren. „Wer wegschaut, macht sich mitschuldig“, sagte die Jungsozialistin. Liedermacher Uli Valnion sang „Nazis verpisst euch, keiner vermisst euch“ und weitere Lieder.

Eine weitere Rednerin des OAT-LU bezog sich auf Frauenrechte. Was in 100 Jahren erkämpft worden sei, werde von Rechten bekämpft und führe zurück ins Patriarchat und zur Entmündigung von Frauen. Alle Redner appellierten, bei der Bundestagswahl am 23. Februar für Demokratie und gegen Faschismus zu stimmen. Im Palatinum hielt die AfD des Landkreises eine Wahlkampfveranstaltung ab, die Demonstration fand auf dem gegenüberliegenden Platz jenseits der Bohligstraße statt.

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