Limburgerhof RHEINPFALZ Plus Artikel Pirminius-Plakette für Bärbel Buschbacher: Eine „Weltfrau“ mit vielen Talenten

Bärbel Buschbacher mit der Pirminius-Plakette, die sie vom Bischof überreicht bekam, und einer kleinen Statue des Heiligen Chris
Bärbel Buschbacher mit der Pirminius-Plakette, die sie vom Bischof überreicht bekam, und einer kleinen Statue des Heiligen Christophorus von der Pfarrei Heiliger Christophorus.

Bärbel Buschbacher aus Limburgerhof engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in vielen Bereichen, sei es in der Kommunalpolitik oder in der Pfarrei Heiliger Christopherus. Jetzt ist die 68-Jährige von der Diözese mit der Pirminius-Plakette, also der höchsten Auszeichnung, die die Diözese zu vergeben hat, geehrt worden.

„Meine Mutter ist keine Hausfrau, die ist eine Weltfrau“. Das hat einer der Söhne von Bärbel Buschbacher vor vielen Jahren einmal gesagt und damit in seiner kindlichen Interpretation den Nagel offenbar auf den Kopf getroffen: Bärbel Buschbacher aus Limburgerhof engagiert sich bis heute in vielen Bereichen. Für ihr kirchliches Engagement hat sie kürzlich eine hohe Auszeichnung erhalten.

Am 22. September bekam sie mit 22 anderen Frauen und Männern aus der Diözese Speyer von Bischof Karl-Heinz Wiesemann die Pirminius-Plakette verliehen. Diese Ehrenplakette ist die höchste Auszeichnung, die die Diözese verleihen kann. Wer sie bekommt, hat sich über Jahrzehnte in außerordentlicher Weise engagiert.

Kein Mensch der vielen Worte

Im ersten Moment war die 68-Jährige irritiert, dass die Pfarrei Heiliger Christophorus, der die katholischen Kirchengemeinden in Limburgerhof, Neuhofen, Altrip, Waldsee und Otterstadt angehören, gerade sie für diese Ehrung vorgeschlagen hat. „Mein erster Gedanke war: Ach nee, es gibt andere, die das mehr verdient hätten als ich. Aber dann habe ich mich schon gefreut“, gesteht sie. Viel Worte zu machen über das, was sie alles ehrenamtlich tut, liegt ihr nicht. Man muss da schon ein bisschen bohren. Wortstark kann sie aber durchaus sein, dann wenn sie sich für andere oder eine Sache, die ihr wichtig ist, einsetzt. Das hat sie jahrelang gemacht: in der Kirche, in der Politik, im Beruf.

Kirchlich engagiert hat sich Bärbel Buschbacher seit ihrer Jugend. „Ich bin mit 13 in die KJG eingetreten und das hat sich dann eben fortgesetzt“, sagt sie. Als Pfarrjugendleiterin hat sie Jugendgruppen geleitet. Mit 16 Jahren wurde sie in den Pfarrgemeinderat gewählt. Nach einer Kinderpause – die Buschbachers haben zwei Söhne – ist sie wieder mit eingestiegen, hat Kommunionkinder und Firmlinge betreut und den Kindergottesdienstkreis mit aufgebaut, die Kinderkrippenfeiern mitgestaltet.

Da war es sehr hilfreich, dass sie durch ihre Arbeit als Erzieherin im katholischen Kindergarten Limburgerhof viel Kontakt zu Kindern und jungen Familien hatte. „Ich war bis zu meiner Pensionierung 2018 Erzieherin mit Herzblut. Es ist etwas Wunderbares, Kinder über drei, vier Jahre begleiten zu können und zu sehen, wie sie sich entwickeln“, schwärmt sie. Seit den 1980ern ist sie auch wieder im Pfarrgemeinderat aktiv. Außerdem hat sie Feste für die Gemeinde, zum Beispiel an Fronleichnam, Weihnachten oder Ostern gemeinsam mit anderen Engagierten organisiert – und ist bis heute dabei geblieben, auch wenn die Feste viel kleiner geworden seien, da immer weniger Menschen in die Kirche gehen und Helfer schwerer zu finden sein würden.

Auch als die katholischen Pfarreien fusionierten und Limburgerhof zur Großpfarrei Heiliger Christophorus kam, war Bärbel Buschbacher von der ersten Minute an dabei. Der Pfarrgemeinderat Limburgerhof heißt nun eben Gemeindeausschuss Limburgerhof. Das Gremium, in dem sich Vertreter der gesamten Pfarrei beraten, heißt Pfarreirat. In beidem hat sich Bärbel Buschbacher engagiert, im Gemeindeausschuss ist sie bis heute Vorsitzende.

Jede Menge Rückendeckung durch die Familie

Ebenfalls seit ihrer Jugend ist Bärbel Buschbacher politisch aktiv. Mit 14 hat sie die Junge Union im Ort mitgegründet. Von 1979 bis 1983 und dann wieder von 1995 bis 2024 war sie für die CDU im Gemeinderat. Seit 1999 gehört sie auch dem Kreistag an. Ihr Spezialgebiet ist Jugend und Soziales. „Ich denke, man muss etwas bewegen, Farbe bekennen und nicht nur sagen, was einem nicht gefällt“, begründet sie ihr kommunalpolitisches Engagement. „Ich wollte mich für die Menschen im Ort und im Kreis einsetzen.“

Möglich sei das alles nur gewesen, weil sie Rückendeckung von ihrem Ehemann und den Söhnen hatte, denen ehrenamtlicher Einsatz selbst nicht fremd ist. Wenn sie Zeit hat, trifft sie sich gerne mit Freunden, ist mit dem Rad unterwegs oder liest. „Marmelade kochen kann ich inzwischen auch“, lacht sie. Denn genau hierauf bezog sich der Spruch von Buschbacher Junior mit der „Weltfrau“. Damit hat er erklärt, dass seine Mama viel zu beschäftigt war, um auch noch Marmelade zu kochen.

x