Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Photovoltaikanlage auf Schwimmbaddach: Ein wichtiger Schritt für mehr Klimaschutz

Die Solarmodule auf dem Aquabella-Dach sind ein Schritt des Rhein-Pfalz-Kreises auf dem Weg, seine Klimaschutzziele zu erreichen
Die Solarmodule auf dem Aquabella-Dach sind ein Schritt des Rhein-Pfalz-Kreises auf dem Weg, seine Klimaschutzziele zu erreichen.

Seit Mittwoch kann das Kreisbad Aquabella in Mutterstadt einen Teil seines Strombedarfs mit erneuerbarer Energie decken. Dazu hat die Neue Energie Rhein-Pfalz-Kreis GmbH auf dem frisch sanierten Dach eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen.

Die Neue Energie ist ein Partnerunternehmen des Landkreises und der Pfalzwerke AG, das beiden jeweils zur Hälfte gehört. Die neue Photovoltaik-Anlage hat rund 80.000 Euro gekostet und umfasst 220 hocheffiziente Solarmodule, die das Flachdach des Aquabella fast vollständig bedecken. Das teilte Elke Bröckel, die Klimaschutzbeauftragte des Kreises, bei der offiziellen Inbetriebnahme im Saunabereich des Kreisbads mit. Sie teilt sich mit Christian Lechner als Vertreter der Pfalzwerke die Geschäftsführung.

„Die Anlage erzeugt bis zu 70.000 Kilowattstunden Strom im Jahr, je nachdem, wie das Wetter ist“, sagte Bröckel. Der größte Teil werde direkt das Kreisbad versorgen, der Rest ins öffentliche Netz eingespeist. Mit der Anlage spart der Rhein-Pfalz-Kreis beim Betrieb des Aquabellas jährlich mehr als 26 Tonnen Kohlendioxid ein. Den gesamten Bedarf der Einrichtung können die Solarmodule allerdings nicht decken. „Das Aquabella benötigt ständig Energie, jährlich rund eine Million Kilowattstunden. Was die Photovoltaik-Anlage schafft, entspricht also etwa sieben Prozent“, sagte Bröckel auf Nachfrage. Das Aquabella-Projekt ist nicht das erste seiner Art. Vor zwei Jahren hat die Neue Energie bereits eine solche Anlage auf dem Dach des Kreisbads Heidespaß Maxdorf-Lambsheim montiert. „Die Anlage dort schafft 13 Prozent des gesamten Bedarfs, weil das Dach dort größer ist und mehr Module draufpassen“, erläutert Bröckel den Unterschied.

Der Heizkessel ist als nächstes dran

Landrat Clemens Körner (CDU) sagte, der Rhein-Pfalz-Kreis wolle unabhängiger werden von herkömmlichen, aber endlichen Energiequellen wie Gas und Kohle. Er befinde sich hierbei auch schon auf einem guten Weg. „Wir haben ein Klimaschutzkonzept und wollen mit der Neue Energie noch mehr tun“, sagte er. Als eines der nächsten Vorhaben nannte er den Heizkessel des Aquabella: „Der ist in die Jahre gekommen und steht zum Tausch an.“ Außerdem sollten nach und nach sämtliche Wärmepumpen im Mutterstadter Kreisbad durch Hocheffizienzpumpen ersetzt werden, ergänzte Bröckel.

Reiner Nauerz, Bereichsleiter Energiedienstleistungen der Pfalzwerke, lobte die gute und sinnvolle Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Sie sei ebenso wie die Inbetriebnahme der Photovoltaik-Anlage „ein wichtiger Schritt zur Energiewende“. Einen weiteren Schritt sah er in der angestrebten Verkehrswende. Einen guten Beleg dafür liefere die von den Teilnehmern der kleinen Feier schon eifrig genutzte E-Lade-Station vor dem Kreisbad.

Bröckel erinnerte an den Beschluss des Kreistags von vor zwei Jahren, möglichst alle Kreisliegenschaften mit grünem Strom zu versorgen. Dazu trage die neue Photovoltaik-Anlage ihren Teil bei. Die Solarmodule auf dem Aquabella-Dach zu montieren, hat ihr zufolge nur zwei Wochen gedauert. Dass daran dennoch ungefähr ein Jahr gearbeitet wurde, sei der Notwendigkeit geschuldet gewesen, zunächst das undichte Flachdach zu sanieren. „Es hätte keinen Sinn ergeben, die Module anzubringen und dann für die Sanierung mit großem Aufwand gleich wieder zu entfernen.“

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