Böhl-Iggelheim RHEINPFALZ Plus Artikel Pflanzenmarkt lockt mit exotischen Früchten und robusten Stauden

Bei den Kunden gefragt: Das Australische Zitronenblatt von Natascha Macho fand sehr guten Absatz.
Bei den Kunden gefragt: Das Australische Zitronenblatt von Natascha Macho fand sehr guten Absatz.

Mit Kisten und Körben ausgestattet haben sich am Samstag Gartenfreunde zur Johannes-Fink-Grundschule begeben. Dort warteten beim 20. Pflanzenmarkt grüne Schätze auf sie.

Gleich am Eingangsbereich des Marktes gab es Kübelpflanzen, darunter auch welche mit exotischen Früchten. Gut mannshoch war ein Cherimoyabaum, den Rolf Schultheiß mitgebracht hatte. „Aus eigener Anzucht“, erklärte der Böhl-Iggelheimer. „Ein kleiner, immergrüner Baum, der mit vier bis fünf Jahren Früchte tragen kann.“ Die herzförmigen Cherimoyas haben etwa die Größe eines Tennisballs, schmecken aber besser: nach Erdbeeren mit Schlagsahne.

Mehrere Exemplare vom Gewöhnlichen Teufelsabbiss hatte Anja Riedel dabei. Ihren martialischen Namen verdankt die heimische Wildpflanze, die im Sommer mit violettblauen Blüten Wildbienen magisch anzieht, ihrem im Spätjahr wie abgebissen aussehenden Wurzelstock. „Im Garten ist es eine sehr dauerhafte, robuste Staude“, sagte die Neuhofenerin.

Präriestauden und Chilibäumchen

Eine winterharte Präriestaude aus Nordamerika für sonnige bis halbschattige Gartenstandorte hatte Ruth Drumm mit der Färberhülse „Purple Smoke“ dabei. Typisch für die etwa hüfthohe Pflanze seien ein horstiger Wuchs, graugrünes Laub und himmelblaue Blüten, auf die Blaue Holzbienen fliegen, erklärte die Gärtnermeisterin aus Hanhofen.

Ein Massenträger ist „Catarina“. „Die Pflanzen dieser mexikanischen Chilisorte verzweigen sich sehr stark, sehen aus wie ein kleiner Olivenbaum. Zudem sehen die schwarzen, ovalen Früchte mit dem Schärfegrad vier auch wie Oliven aus“, berichtete Peter Schmid aus Mutterstadt. Sie könnten sowohl roh verzehrt, als auch pulverisiert, in Öl eingelegt oder für Pizzen verwendet werden.

„Keine Giftstoffe, deshalb auch roh verzehrbar oder für Salate geeignet“, schwärmte Manfred Gerber unterdessen über die Thailändische Schlangenbohne. Der Klimawandel komme der exotischen Pflanze entgegen, wie große Ernten ihrer kaffeebraunen Bohnen hierzulande mittlerweile beweisen würden.

Der Granatapfel ist ein Klimagewinner

Zu den Klimawandelgewinnern zählt auch der Granatapfel, von dem Ella Rillig viele selbst über Stecklinge herangezogene Stöcke dabeihatte. Sicherheitshalber sollte das mediterrane Gehölz an einem geschützten Standort gepflanzt werden, informierte sie. Die Ludwigshafenerin isst ihre Granatäpfel direkt vom Baum – sofern die Vögel nicht schneller sind.

Nicht winterhart ist das Australische Zitronenblatt. „Die dicken, flauschig behaarten Blätter mit dem zitronenartigen Aroma können für Tee, Marmeladen, Süßspeisen, Gemüse, Fisch-, Fleisch- und Currygerichte eingesetzt werden“, wusste Natascha Macho vom „Magischen Garten“ aus Neustadt zu berichten. „Am besten gleich in einen doppelt so großen Topf umsetzen“, verriet Macho augenzwinkernd angesichts des sehr starken Wachstums der Australierin. Die weltweit sehr populäre Pflanze fand auch in Böhl großen Anklang: Nach einer halben Stunde war nur noch ein Exemplar da.

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