Dudenhofen
Pfarrheim: Rat uneins über Zuschuss-Höhe
Die Pfarrei Heilige Hildegard baut ein neues Pfarrheim in Dudenhofen. Seit Sommer laufen die Bauarbeiten. Es soll künftig als Treffpunkt für die Katholiken dienen, denn das alte Pfarrheim in der Johann-Walter-Straße ist baufällig und gehört mittlerweile der Ortsgemeinde. Das Projekt finanziell zu stemmen, ist für die Pfarrei ein Kraftakt, Deshalb hat die katholische Kirchenstiftung einen Zuschussantrag bei der Gemeinde gestellt.
Laut den Richtlinien der Ortsgemeinde für die Förderung der Vereine und der Jugendarbeit beträgt die Höhe eines solchen einmaligen Zuschusses bis zu 10 Prozent der zuschussfähigen Kosten, jedoch höchstens 10.000 Euro. Für den zweiten Bauabschnitt seien rund 500.000 Euro veranschlagt, informierte Bürgermeister Jürgen Hook (SPD) bereits kürzlich im Hauptausschuss. Mit wie viel Geld sich die Ortsgemeinde angesichts dessen beteiligen soll, hatte bereits dort zu Diskussionen geführt. Anschließend beriet der Ältestenrat noch einmal nichtöffentlich über das Thema.
Das Ergebnis, das dem Ortsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zur Abstimmung vorgelegt wurde: Die Gemeinde schießt mehr als die in den Richtlinien als Obergrenze genannten 10.000 Euro zu. Allerdings soll sie auch nicht 50.000 – was 10 Prozent der Kosten entsprechen würde – übernehmen. Stattdessen schlug der Bürgermeister eine Summe von 30.000 Euro vor. Der Grund: Der Zuschuss des Bistums betrage rund 200.000 Euro, so dass an der Pfarrei 300.000 Euro Kosten hängen blieben, von denen die Gemeinde nun 10 Prozent übernehmen würde.
Dass Zuschüsse von Dritten bei anderen Vereinen keine Rolle gespielt hätten und dass der FV Dudenhofen für den Neubau eines Vereinsheims bei Kosten von mehr als einer Million die vollen 10 Prozent Zuschuss bekommen habe, hatte bereits im Ausschuss Rainer Horländer (CDU) kritisiert und monierte nun Jutta Frick (CDU) im Rat. Auch Sebastian Körner (CDU) fand es „unangebracht, an der Kirche ein Exempel zu statuieren“ und beantragte, den Zuschuss auf 50.000 Euro zu erhöhen. Dafür stimmte aber nur seine Fraktion, der Rat sprach sich mehrheitlich für 30.000 Euro aus.
Körner war sich mit Lars Hoffmann (FWG) einig, dass die Richtlinie überarbeitet und verbindlich formuliert werden müsste, damit der Rat nicht von Fall zu Fall für oder gegen einen Verein entscheiden müsste. Bürgermeister Hook verwies darauf, dass die Kirche versäumt habe, einen Zuschussantrag für den ersten Bauabschnitt zu stellen.